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15.05.2012: Bericht vom Besuch von Gisela Burckhardt bei Munnade in Indien

von links nach rechts: Deepa, Mary, Rukmini, Saroja,Yashoda, SaraswathiAus beruflichen Gründen war FEMNET-Vorstandsfrau Dr. Gisela Burckhardt im April 2012 in Indien und hatte die Möglichkeit, einen Besuch am 27. und 28. April 2012 bei Munnade anzuhängen. Die Frauen versuchten, ihr so viel wie möglich von ihrer Arbeit zu zeigen, so dass sie einen guten Einblick in viele Aktivitäten erhielt. Lesen Sie hier ihren Bericht.

Am 27. April besuchte ich zunächst das Büro von Munnade, ein einfacher Raum in einem Arbeiterviertel, das in der Nähe von vielen Fabriken liegt und traf dort das sechsköpfige Munnade Team.

Alle Frauen haben als Näherinnen früher selber in den Fabriken gearbeitet, jede erzählte mir ihre eigene Geschichte. Danach besuchten wir eine Fabrik, in der Rucksäcke hergestellt werden. Der Personalleiter führte uns durch die Fabrik und wir diskutierten mit ihm über Gewerkschaften, die es in seinem Betrieb nicht gab und die er auch nicht gerne sehen würde.

Bei Arbeitsschluss gegen 18.30 Uhr fuhr ich mit den Munnade Frauen zu einigen Fabriken. Sie verteilten vor der Fabrik Flugblätter, die ihnen aus den Händen gerissen wurden - ganz anders als oft bei uns - und sangen selbst gedichtete Protestlieder vor der Fabrik.

Danach besuchten wir Frauen in ihren Wohngegenden. Munnade kann die Frauen nur nach der Arbeit am Fabriktor und später zuhause erreichen, denn der Zutritt in die Fabriken ist ihnen in der Regel verwehrt. Die Frauen wenden sich an Munnade, wenn sie nicht sicher sind, ob ihr Lohn und vor allem die Überstunden richtig berechnet wurden oder wenn es ein akutes Problem in der Fabrik gibt. Viele beteiligen sich an Aufrufen zu Demonstrationen von Munnade an bestimmten Tagen ( z.B. 1. Mai oder 8. März). Frauen kommen aber auch mit persönlichen Problemen (z.B. Schlagen der Ehemänner, mangelndes Wasser).

Am 28. April besuchte ich zusammen mit zwei Frauen eine staatliche Gesundheitsstation, an die Fabrikunfälle verwiesen werden. Munnade kooperiert mit den Ärzten. Ich sprach auch mit zwei Anwälten, die beide für Munnade Frauen beraten: der eine behandelt zivilrechtliche Fragen, wenn Frauen gegen ihre Männer klagen, der andere verteidigt die Frauen vor Gericht in Arbeitsprozessen gegen die Unternehmen. Vor meinem Abflug nachts gab es noch ein Treffen einiger Munnade unterstützender Frauen im Büro, wo ein gemeinsames Foto entstand:

Insgesamt war ich sehr beeindruckt von der Arbeit der Munnade Frauen, die sich in einem männlich dominierten Umfeld - im Fabrikmanagement sind fast nur Männer - erfolgreich für die Anliegen der Frauen einsetzen und dabei gegen viele Widerstände ankämpfen müssen.

Hier einige Eindrücke der Arbeit von Munnade:

Aktion vor einer Textilfabrik

Lieder vor einer Fabrik

Das Munnade Team 2012

Die Munnade-Aktivistinnen mit Dr. Gisela Burckhardt

Vertargsunterzeichnung durch die Munnade-Generalsekretärin Deepa

Dr. Gisela Burckhardt, Mai 2012


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