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Besuch bei Munnade in Bangalore im August 2013

FEMNET-Vorstandsfrau Gisela Burckhardt reiste im August 2013 nach Indien, um zum Sumangali-System zu recherchieren. Für zwei Tage besuchte sie in Bangalore unsere Partnerorganisation Munnade. Sie nahm an einem „legal aid workshop“ teil, den Munnade organisierte, um die Beschäftigten über ihre Rechte aufzuklären.

Es gibt in Bangalore rund 500.000 Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie, darunter 80% Frauen. Sie arbeiten in 1.200 Fabriken. Ihr Durchschnittslohn liegt bei 5000 Rs  (ca. 66,- EUR) im Monat. Es gibt bisher in keiner einzigen Fabrik eine Gewerkschaft.

Munnade/GLU (Garment Labour Union) hat 934 Mitglieder, die in 15 Fabriken arbeiten: 844 Frauen und 90 Männer. Alle Munnade/GLU Vorstandsmitglieder sind ehemalige Arbeiterinnen, kennen also die Arbeitsbedingungen in den Fabriken sehr gut.

Ihre Hauptaktivitäten sind:

  • Arbeiterinnen beraten
  • Beschäftigte in den Fabriken organisieren
  • Bei Einzelfällen Hilfeleistungen geben
  • Rechtshilfe bei Arbeitsfragen und privaten Problemen

Hauptprobleme der Beschäftigten sind:

  • Zu niedriger Monatslohn um die 5000,- Rs.
  • Keine Gewerkschaftsfreiheit. Wenn sich Frauen organisieren, werden sie schikaniert oder „ruhig gestellt“
  • Sexuelle Belästigung – aber es wird darüber nicht gesprochen
  • Schlecht geführte Kinderkrippen in den Fabriken

Forderungen von Munnade/GLU an die indische Regierung

  1. Mindestlohn von 500 Rs. Ppro Tag (13.000,-Rs/ Monat ca. 173,- EUR)
  2. Gewerkschaftsfreiheit in den Fabriken
  3. Kampf gegen die sexuelle Belästigung und Einrichtung von sog. Anti-sexual harassment committees (per Gesetz neuerdings vorgeschrieben)
  4. Kinderkrippen für Kinder im Alter von 3 Monaten bis 6 Jahre in jeder Fabrik, wie per Gesetz vorgeschrieben
  5. Polizeistationen sollten mehr mit weiblichem Personal besetzt werden.

Munnade hat einen Brief an die kürzlich neu gewählte Regionalregierung von Karnataka geschrieben, in der sie die obigen und weitere Forderungen aufgeführt hat.


Dr. Gisela Burckhardt, 10.8.2013


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