17.04.2013: Walmart verweigert Opfern des Tazreen-Feuers Entschädigung. C&A und KiK haben Entschädigungen für die Opfer von Tazreen zugesagt

Drei europäische Unternehmen beschließen, einen Beitrag zu leisten

Am 15. April fanden in Genf Entschädigungsverhandlungen für die Opfer des Tazreen-Brandes in Bangladesch statt. Bei dem Feuer kamen im November vergangenen Jahres 112 ArbeiterInnen ums Leben, ca. 120 weitere wurden verletzt. Zu dem Treffen hatte die internationale Gewerkschaftsvereinigung IndustriALL eingeladen. Anwesend waren neben europäischen Firmen Vertreter einer führenden bangladeschischen Gewerkschaft, der Clean Clothes Campaign und des Worker Rights Consortiums.

Mit einer erschreckenden Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der betroffenen bangladeschischen Familien weigern sich die US-amerikanischen Firmen Walmart, Sears/Kmart und Disney Entschädigungen zu zahlen. Sie kamen der Einladung IndustriALLs nicht nach. Walmart war der größte Abnehmer der Tazreen Fabrik. Die europäischen Marken C&A, KiK und El Corte Inglés wohnten dem Treffen bei. Sie erklärten, wesentliche Beiträge zum Entschädigungspaket für die Familien der Verstorbenen und die Verletzten beisteuern zu wollen. Die italienische Kleidungsmarke Piazza Italia war nicht anwesend, erklärte sich allerdings bereit, sich an dem Entschädigungspaket zu beteiligen.

„Wir verständigten uns darauf, dass die konkrete Summe, die ein jedes Unternehmen zahlen wird, Ende des Monats bestätigt wird“, erklärt Generalsekretär von IndustriALL Jyrki Raina „Die Angehörigen und die Verletzten mussten schon zu lange warten.“

Die Unternehmen Li & Fung (Hong Kong), Teddy Smith (Frankreich), Edinborough Woolen Mills (England), Dickies (USA) und Karl Rieker (Deutschland), die ebenfalls bei Tazreen produzieren ließen, haben eine Teilnahme an dem Treffen verweigert. Das in Hongkong ansässige Handelsunternehmen Li & Fung hat sich jedoch zu Entschädigungszahlungen bereit erklärt.

Das Entschädigungspaket wurde von IndustriALL und seinen Mitgliedern in Bangladesch entwickelt, unterstützt wurden sie dabei von Arbeitsrechtsorganisationen. Es basiert auf einem Berechnungsschema, das bereits bei anderen Feuerkatastrophen zur Anwendung kam. Darunter das Feuer in der „That’s It Sportwear“ Fabrik 2010. Ein Betrieb der Gap und andere US-amerikanische Marken belieferte. Ebenso kam dieses Schema bei der Entschädigung der Opfer des Feuers bei „Smart Export Garment“ zum Einsatz. Eine Fabrik die u.a. für Zara (Inditex) produzierte. Die Details des Entschädigungspaktes für Tazreen werden bei einem weiteren Treffen in Dhaka, Bangladesch ausgearbeitet.

Ineke Zeldenrust von der Clean Clothes Campaign: „Zum wiederholten Mal rufen wir Walmart und die anderen abwesenden Unternehmen auf, den Familien der Toten und den Verletzten zu helfen. Die Weigerung sich an den Entschädigungen zu beteiligten zeigt die schockierende Tatsache, dass sich die Unternehmen nicht um die Rechte und das Wohlergehen der Arbeiterinnen und Arbeiter kümmern. Obwohl es sich um jene Menschen handelt, die die Kleidung für diese Unternehmen herstellten und in diesem Fall dabei verletzt wurden oder ums Leben kamen.“

Übersetzung: Frauke Banse

Pressemitteilung der internationalen Clean Clothes Campaign

 


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