Am 24. April jährt sich zum 2. Mal die Katastrophe von Rana Plaza

2015 Benetton Kampagne. Foto: © CCC2015 Benetton Kampagne. Foto: © CCCAm 20. Februar 2015 gab Benetton bekannt, dass das Unternehmen in den Rana Plaza Kompensationsfonds einzahlen würde. Nachdem sich Benetton 18 Monate lang geweigert hatte, auch nur einen Cent in den offiziellen Fonds einzuzahlen, ist dieser Schritt ein wichtiger Teilerfolg sowie ein Beweis dafür, dass kollektive Mobilisierung einiges bewirken kann.

Leider scheint Benetton jedoch ausser Stande zu sein, einfach das ‘Richtige’ zu tun. Benetton zögert die Einzahlung in den Fonds weiterhin hinaus und dies mit der Begründung, dass das Unternehmen sich zuerst noch mit ihren Beratern bezüglich der angemessenen Entschädigungssumme besprechen müsse. Schlimmer noch, Benetton macht bezüglich der angeheuerten Berater sowie deren Methoden keinerlei öffentliche Angaben.

Daher startete die Internationale Kampagne für Saubere Kleidung einen Online-Petition.

Aufruf:

Benetton, aber auch Adler, NKD und Kanz/Kids Fashion Group müssen endlich in den Entschädigungsfonds einzahlen, KiK muss seine Summe aufstocken

Wir fordern Benetton dazu auf, umgehend mindestens US$ 5 Millionen an den Rana Plaza Entschädigungsfonds zu leisten! Benetton hat verkündet, dass es Entschädigungsleistungen zahlen will, hält sich aber zurück mit Angaben darüber, wann und in welcher Höhe die Zahlungen erfolgen sollen. Dies ist unverantwortlich!

Benetton hat nicht nur die Verantwortung, sondern auch die Mittel, um diese Verantwortung gegenüber den Opfern von Rana Plaza wahrzunehmen. 2013, im gleichen Jahr, in dem sich das Unglück ereignete, nahm Benettons Gewinn um 12.4% zu und betrug US$ 245 Millionen. Dieser enorme Gewinn wurde dadurch erzielt, indem Kleider, die u.a. von Arbeiter_innen aus Rana Plaza genäht wurden, lukrativ verkauft wurden.

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO hat berechnet, dass 30 Millionen USD benötigt werden, um alle Opfer und ihre Hinterbliebenen angemessen entschädigen zu können. Bisher sind jedoch nur 21 Mio USD in den Fonds von Unternehmen und anderen Organisationen eingezahlt worden.  Es fehlen also noch 9 Mio USD.

Aber auch deutsche Unternehmen stehen in der Verantwortung. Folgende deutsche Unternehmen haben im Rana Plaza produzieren lassen: KiK, Güldenpfennig (Importeur), Adler, NKD und Kanz/Kids Fashion Group (Kinderkleidung z.B. für Baby Walz).

KiK zahlte bisher 1 Mio USD in den Entschädigungsfonds, was aus unserer Sicht angesichts seiner Aufträge und Umsätze in Bangladesch zu niedrig ist. Güldenpfennig zahlte 500.000 USD ein.  Aber Adler, NKD und Kanz/Kids Fashion Group haben bisher überhaupt noch nicht in den Fonds eingezahlt.

Wir rufen auch die deutsche Bundesregierung und insbesondere BMZ Minister Gerd Müller auf: Fordern Sie die deutschen Bekleidungsunternehmen nochmals auf, in den Fonds endlich einzuzahlen bzw. im Fall von KiK ihre Entschädigung aufzustocken.

Die Betroffenen brauchen diese Entschädigung, um ihr Leben wieder aufbauen zu können.

Weitere Informationen zur Kampagne...


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