Bericht vom Gespräch der CCC mit Lidl im März 2012

Nach den Gesprächen in 2008, 2009 und 2010 fand ein 4. Gespräch am 13. März 2012 zwischen der CCC unter Federführung von FEMNET und Lidl statt. Themen des Gesprächs waren die von der CCC im Januar 2012 herausgegebene Untersuchung über Arbeitsrechtsverletzungen in Bangladesch "Im Visier Discounter" sowie die Trainingsmaßnahmen, die die GIZ im Auftrag von Lidl in Bangladesch und China durchführt.

Die Analyse der problematischen Situation in Bangladesch teilten auch die anwesenden Vertreter von Lidl. Selbst die GIZ kam in ihrem Bericht weitgehend auf ähnliche Ergebnisse bezüglich einiger Kernprobleme in den Zulieferstätten, aber die Schlussfolgerungen, die der Bericht daraus zieht, sind ungenügend.

Im Gespräch mit Lidl erläuterte die CCC ihre Kritik und nannte Lidl folgende Aspekte, um die Situation in den Zulieferbetrieben zu verbessern:

  • Die Schulungen, die die GIZ im Auftrag von Lid durchführt, haben bisher keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zur Folge und richten sich einseitig nur an das Fabrikmanagement. Lidl sollte aber auch Schulungen von ArbeiterInnen durch lokale NGOs fördern.
  • Einmalzahlungen von Boni an Beschäftigte einer Fabrik in Bangladesch durch Lidl lösen nicht das grundsätzliche Problem der zu niedrigen Bezahlung. Vielmehr sollte Lidl seine Lieferanten auffordern, den Gewerkschaften Zugang zu Fabriken zu ermöglichen, damit diese dann Tarifverhandlungen führen können.
  • Zusätzlich wäre auch eine Zusammenarbeit mit der Asian Floor Wage Campaign sinnvoll, um z.B. in einem Pilotprojekt die Zahlung von höheren Löhnen sicherzustellen.
  • Anti-Diskriminierungstrainings für Management und Arbeiterinnen sind vor allem in Bangladesch dringend nötig.

Powered by JS Network Solutions