Drei Jahre Discounter AG - Erfolge und Projektabschluß

Von März 2010 bis März 2013 arbeitete die Discounter AG der Kampagne für Saubere Kleidung engagiert für die Verbesserung der Arbeits- und Sozialstandards in der weltweiten Bekleidungsindustrie und im Einzelhandel in Deutschland. Parallel dazu wurde Lobbyarbeit für die Einführung von verpflichtenden Sozialstandards und Transparenz für die Discounter und andere transnationale Konzerne durch die Bundesregierung gemacht. Finanziell unterstützt wurde die Arbeit durch die Bewegungsstiftung.

Die AG hatte sich folgende Ziele gesetzt:

1. Offenlegung der Schönfärberei der Discounter mit dem Ziel, dass die Discounter ihre Einkaufspolitik ändern, ihre Lieferanten bei der Umsetzung von Sozialstandards unterstützen und mehr Transparenz über die Lieferkette herstellen.

2. Die deutsche Regierung schafft Rahmenbedingungen, damit die Einhaltung von Sozialstandards in der Zulieferkette verbindlich wird.  

Wichtige Meilensteine zum 1. Ziel:

  • Die Discounter Lidl und KiK wurden durch Aktivitäten des Projekts stark unter Druck gesetzt, Lidl ganz besonders durch die Klage im Jahr 2010. Diese löste Unruhe auch bei anderen Unternehmen aus. Es wurden Gespräche mit Lidl und KiK geführt. Lidl und KiK haben daraufhin Trainingsmaßnahmen in Asien durchführen lassen. Allerdings: Aldi verweigert sich einem Dialog.
  • Über die Besuchsreise von zwei Näherinnen aus Bangladesch Ende 2010 durch zahlreiche Städte Deutschlands wurde in den Medien zahlreich berichtet. Es wurden an die 10 Mio Menschen erreicht.
  • Die Brände in der Fabrik in Pakistan im September 2012 und in Bangladesch im November 2012 waren trauriger Anlass für eine starke Medienpräsenz des Themas. Internetaufrufe der Discounter AG ergaben 8000 Unterschriften, die an C&A übergeben wurden. Das Projekt setzt sich stark für ein mit lokalen Gewerkschaften vereinbartes Brandschutzabkommen ein und führte dazu mit Metro, C&A, Lidl und KiK Gespräche. Aber erst nach der Katastrophe des Einsturzes von 5 Fabriken im April 2013 erklärten sich die Unternehmen – mit Ausnahme von Metro ! - aufgrund des starken medialen Drucks bereit, das Abkommen zu unterzeichnen.
  • Videoclip „Schön! Färber! wurde erstellt und bisher rund 60.000 Mal gesehen. Es wurden 10 Kinoversionen erstellt, die in 170 Kinos in 108 Städten gezeigt wurden.
  • Es wurden Adbusting Faltblätter zu Aldi, Lidl und KiK erstellt und breit gestreut. Sie werden intensiv von Aktionsgruppen der CCC angefragt.
  • Online Tool Schönfärben-jetzt wurde zwar häufig angeklickt, aber nicht ausreichend genug wegen personeller Engpässe bekannt gemacht.
  • Im Januar 2012 erschien die Broschüre „Im Visier Discounter – Studie über die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern von Aldi, Lidl und KiK in Bangladesch“ zeitgleich mit einem Bericht der ARD am 9. Januar um 20.15 Uhr über Lidl.
  • Durch Recherchen und eine kontinuierliche Pressearbeit und die daraus resultierenden zahlreichen Berichte in Printmedien, Rundfunk und Fernsehen ist das Thema Sozialstandards in der Bekleidungsindustrie inzwischen im „mainstream“ angekommen. Dies ist ein echter Erfolg.

Wichtige Meilensteine zum 2. Ziel:

  • Das Buch „Mythos C$R“ wird in Fachkreisen als guter Überblick aus kritischer Perspektive zur Problematik geschätzt. Es wird sogar Ende 2013 neu verlegt.
  • Transparenzkampagne: „Rechte für Menschen, Regeln für Unternehmen“ wurde von einem breiten Bündnis getragen. Die Petition an die EU für Richtlinien zur Haftung von Unternehmen bei Menschenrechtsverletzungen, umfassende Berichtspflichten sowie den Zugang zum Recht für Betroffene wurde mit 73.000 Unterschriften an EU übergeben. Faltblatt "Schönfärberei der Discounter und Rechte für Menschen und Regeln für Unternehmen" wurde breit gestreut
  • Im Dezember 2012 führte das Projekt eine Aktion vor dem Reichstag durch zum Thema „Unternehmen Handel(n) offenlegen“. Sechs Abgeordnete (SPD, Linke, Grüne) kamen dazu aus dem Reichtagsgebäude raus.
  • Neben Grünen und Linken hat sich inzwischen auch die SPD für Offenlegungspflichten ausgesprochen, u.a. auch ein Ergebnis von Veröffentlichungen der Kampagne und Gesprächen mit Abgeordneten.

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