FEMNET-Vorsitzende besucht Partnerorganisationen in Indien

Im Anschluss an die offizielle Mission in Tamil Nadu im Rahmen des Textilbündnisses besuchte Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, am 10. November 2016 die Partnerorganisation Munnade. Die Frauen berichteten über die Arbeit der Organisation und der von ihr gegründeten Gewerkschaft GLU, die ausschließlich von Frauen geleitet wird.

Munnade Besuch 10. Nov 2016. Foto: © FEMNET e.V.Munnade Besuch 10. Nov 2016. Foto: © FEMNET e.V.

Eine Gewerkschafterin und ehemalige Näherin nahm an einer Konferenz der Clean Clothes Campaign in Nepal teil, wo sie zum ersten Mal auf Englisch einen Vortrag über ihre Arbeit hielt. Sie berichtete, dass der Stress in den Fabriken zunehme: Während 1990 nur 15 Teile pro Stunde genäht werden mussten, seien es heute 150 Teile. Zudem sei es schwierig, Mitglieder für die Gewerkschaft zu gewinnen, denn GLU habe keinen Zutritt in die Fabriken und könne die Frauen nur vor dem Werkstor sowie zu Hause kontaktieren. Dennoch konnte GLU die Mitgliederzahl auf 2.000 in den vergangenen Jahren erhöhen.

Eine Frau, auch sie GLU-Mitglied, berichtete, wie sie nach über 14 Jahren Arbeit in derselben Fabrik unter fadenscheinigem Vorwand entlassen worden sei. Der wahre Grund für den Rausschmiss sei ihr Alter: Sie war vor einiger Zeit 34 Jahre alt geworden. Altersdiskriminierung trifft die Frauen ganz besonders. Nachdem die Arbeiterin den ersten Schock überwunden hat, wird sie mit der Unterstützung von GLU gegen die Fabrik angehen.

Eine andere Frau erzählte, dass sie sich von ihrem alkoholkranken Mann getrennt habe, weil er sie schlug und demütigte, indem er andere Frauen mit nach Hause brachte. Viele Jahre hielt sie es aus – dann nahm sie ihre beiden Kinder und verließ ihn. Hilfe fand sie ebenfalls bei GLU. Nun sagt sie stolz:

„Frauen müssen sich selbst achten und niemals denken, dass sie ein Problem nicht lösen können. Mit Unterstützung anderer Frauen kann man stark sein. Jetzt hat sich sogar die Haltung meines Vaters geändert, er achtet und unterstützt mich.“

Spenden Sie für den Solidaritätsfonds und unterstützen sie Munnade und andere Partnerorganisationen von FEMNET.

 


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