17.12.2013: Ausbeutung und Schuldknechtschaft in indischen Spinnereien und Nähfabriken - zwei indische Expertinnen bereisten mit FEMNET Deutschland

Im Rahmen einer bundesweiten Rundreise organisierte FEMNET e.V. vom 18.11.-03.12.2013 in Zusammenarbeit mit zahlreichen lokalen Partnern öffentliche Vorträge mit anschließender Diskussion in Bonn, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Saarbrücken, Würzburg, Hannover, Hamburg, Berlin und Oldenburg. Die indischen Referentinnen Anita Cheria und Maheshwari Murugan berichteten bei zehn für die Öffentlichkeit zugänglichen Abendveranstaltungen über Ausbeutung, Schuldknechtschaft und weitere schwere Arbeitsrechtsverletzungen an jungen Frauen und Mädchen in südindischen Spinnereien und Nähfabriken. Zusätzlich führten die beiden Frauen auch mehrere Veranstaltungen in deutschen Modehochschulen durch.

Die Vortragsreise erzeugte durchgehend positive Resonanz in Rundfunk, Zeitung und Fernsehen. Bereits veröffentlicht wurden Berichte in überregionalen Medien wie Zeit-online, ZDF Nachtjournal, Bild TV und Deutscher Welle, aber auch in lokalen Medien wie dem Hamburg-Journal des NDR und der Oldenburger Nordwest-Zeitung sowie weiteren Zeitungen und Radiostationen. Die Veröffentlichung weiterer Interviews wird noch erwartet. Besonderes Presseinteresse erzeugten die Ergebnisse einer von FEMNET in Auftrag gegebenen (unveröffentlichten) Studie. Es konnte nachgewiesen werden, dass mindestens zwei deutsche Unternehmen Garn verwenden, welches in Spinnereien von zumeist minderjährigen Mädchen in Schuldknechtschaft unter dem sogenannten Sumangali-System hergestellt wurde. Die beiden betroffenen Unternehmen, Otto und Ernsting‘s Family, die hier stellvertretend für viele andere Unternehmen genannt werden, stehen mittlerweile bezüglich der Vorwürfe mit FEMNET im Austausch.

Mit bis zu 150 Besuchern pro Abend stießen die Veranstaltungen auf große Anteilnahme. Den Vorträgen folgten lebhafte Diskussionen, die oft auch noch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung fortgesetzt wurden. Anita Cheria äußerte sich besonders erfreut über die Vielfalt der Menschen, die Sie im Rahmen der Vortragsreise treffen konnte: von Gewerkschaften und Betriebsräten über Eine-Welt-Foren, Gruppen der Kampagne für Saubere Kleidung und kirchlichen Gruppen, Studierenden und Schülern bis hin zu Politikern und Pressevertretern- alle wollten hören, was Anita und Maheshwari zu berichten hatten!


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