01.05.2012: Demonstrationen der TextilarbeiterInnen in Dhaka zum Maifeiertag

Mit dem Ruf "Lohn zum Leben und sichere Arbeitsplätze" zogen mehr als 5000 Textilarbeiter am 1. Mai durch die Innenstadt von Dhaka, organisiert von der NGWF (der nationalen Vereinigung der Textilarbeiter), schwenkten Fahnen und Spruchbänder.

Bei den Reden der Delegierten wurde folgendes klar:

  • Obwohl die Textilindustrie seit mehr als 30 Jahren in Bangladesch produziert, sind dort immer noch nicht auskömmliche Löhne und sichere Arbeitsplätze zugesichert.
  • Die TextilarbeiterInnen können mit den derzeitigen Hungerlöhnen ihre Familien kaum ernähren und müssen in den unhygienischen Slums unterhalb der Armutsgrenze  leben.
  • Die Sprecher forderten deshalb von den Fabrikeignern als auch von der Regierung einen Mindestlohn von BGD taka 5000 (USD 62,50) im Monat für die TextilarbeiterInnen, um leben zu können.
  • Auch durch steigende Preise für Güter des täglichen Bedarfs und Lebensmittel würden die ArbeiterInnen in extreme Not getrieben.
  • Täglich werden Grundrechte der TextilarbeiterInnen auf vielfache Weise verletzt, sogar bei einem Feuer kamen ArbeiterInnen in einer Fabrik ums Leben.
  • Gleichzeitig wurde aber beklagt, dass keine fairen Preise auf dem Weltmarkt für die Textilprodukte aus Bangladesch bezahlt und keine Steuervergünstigungen gewährt werden. So droht dieser Industrie eine ernsthafte Krise durch Mangel an Gas, Strom, Wasser und Transportmöglichkeiten. Die Sprecher forderten die Regierung eindringlich auf, diese Probleme umgehend zu lösen.

Forderungen der Gewerkschaft

  • Alle Frauen sollen 6 Monate Mutterschaftsurlaub erhalten wie die Angestellten in öffentlichen Einrichtungen (bisher in privaten Fabriken: nur 4 Monate)
  • Die Regierung soll in ihrem Etat 5 Jahre lang ein Extra-Budget für die Textil-Industrie des Landes einplanen für folgende Maßnahmen:

1.  Subventionen für Lebensmittel und wichtige Bedarfsartikel
2.  Einrichtung von 10 Geburtskliniken in Fabriknähe, um sichere Geburten zu gewährleisten.
3.  15 Tageseinrichtungen für die Kinder der Textilarbeiterinnen
4.  Einrichtung von öffentlichen Transportmöglichkeiten für TextilarbeiterInnen
5.  Bau von Sozialwohnungen für TextilarbeiterInnen auf Regierungsgrundstücken am Stadtrand.

Alle führenden Vertreter der Arbeiterparteien und der NGWF waren gekommen, hielten Reden und forderten zum Abschluss die Zusicherung von Grundrechten wie die Gründung von fabriknahen Gewerkschaften und Erlass von arbeiterfreundlichen Gesetzen.

Die meisten Print- und elektronischen Medien berichteten über dieses Mai-Feiertags-Ereignis.


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