19.06.2012: Erste Erfolge für langjährige Kampagne der NGWF: staatliche Reissubventionen angekündigt

Die 3,6 Mio. ArbeiterInnen in den Bekleidungsfabriken erwirtschaften knapp 80 Prozent der Deviseneinnahmen Bangladeschs. Dennoch sind ihre Lebensumstände katastrophal. Der Haushaltsentwurf der bangadeschischen Regierung 2012/13, der am 30.06.2012 verabschiedet werden soll, sieht keinerlei Ausgaben für die Unterstützung dieser Beschäftigten vor.

Aus diesem Grund hat die Textielarbeitergewerkschaft NGWF im Mai und Juni 2012 eine Reihe von Aktionen z.B. die Übergabe der einzelnen Forderungen an die jeweils zuständigen Ministerien, Pressekonferenzen, Menschenketten und Protestmärsche organisiert, in denen andere Gewerkschaften sie unterstützten.

Ihre Forderungen an den Staatshaushalt waren

  1. Grundnahrungsmittel für die FabrikarbeiterInnen subventionieren,
  2. günstige Wohnungen in der Umgebung bekleidungsindustrieller Zonen bauen,
  3. Geburtskliniken einrichten,
  4. Kinderbetreuungszentren aufbauen,
  5. ÖPNV-Netz aufbauen.

Die wichtigste Forderung der Gewerkschaft ist die Subventionierung von Grundnahrungsmitteln für die Beschäftigten der Bekleidungsfabriken, denn die Preise sind in letzter Zeit weiter massiv gestiegen, ohne dass die Löhne entsprechend angehoben wurden.

In den vergangenen Wochen waren die Unruhen gewachsten und nun hat die Regierung doch noch reagiert: Am 18. Juni 2012 kündigte die Premierministerin Sheikh Hasina an, eine „Fair-Preis-Karte“ für Bekleidungsbeschäftigte schaffen zu wollen. Diese Karte soll den Beschäftigten ermöglichen monatlich bis zu 20 Kilo Reis zum Preis von 24 Taka (=0,23 EUR) pro Kilo bei speziellen Händlern zu kaufen.

Der Ernährungsminister Abdur Razzaque sagte, dass die 'Fair-Preis-Karten' zuerst an die Beschäftigten der Textilindustire in Ashulia ausgegeben werden. Später sollen andere Regionen hinzukommen.

Da es schön früher ähnliche Ankündigungen gegeben hat, wird die NGWF weiter für die Einführung kämpfen.

NGWF President Amirul Haque Amin: “NGWF will continue campaigning, lobbying and putting pressure to meet garment workers' demands.

 

Quellen:

TIE-Germany: Ex-chains Nachrichten aus Bangladesch Nr. 4 und 5/Juni 2012

The Bangladesh Chronicle: 18.06.2012

War on Want, London


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