25.04.2013: Kampagne für Saubere Kleidung fordert verbriefte Gebäudesicherheit

2013-04-25-Einsturz-Savar-04Erneut tragische Nachrichten aus Bangladesch: Am 24. April stürzte in Savar (Bangladesch) ein Hochhaus mit mehreren Textilfabriken ein. Es ist von weit über 100 Toten die Rede, schätzungsweise 1500 Menschen werden derzeit noch vermisst, mehrere Hundert verletzt.

Angesichts der weiteren Katastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch fordert die Kampagne für Saubere Kleidung zusammen mit Gewerkschaften und Arbeitsrechtsgruppen aus aller Welt, die Käufer der bangladeschischen Textilien auf, endlich das bangladeschische Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit zu unterzeichnen.

Beim Einsturz des achtgeschossigen Gebäudes Rana Plaza nahe Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, sind nach aktuellen Angaben 167 Menschen ums Leben gekommen. Nahezu 1000 Menschen wurden verletzt. Das Gebäude beherbergte Fabriken in denen Kleidung genäht wurde. Die Fabriken führen international bekannte Marken als Kunden auf. Unter anderem wurden Label der spanischen Marke Mango und der britischen Marke Primark gefunden.

„Es ist unglaublich, dass die internationalen Käufer der Textilien sich immer noch weigern, ein verbindliches Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit mit Gewerkschaften zu unterzeichnen. Wie viele dieser Tragödien müssen noch passieren, bis sich die Unternehmen endlich zu einer Unterschrift bequemen?“, so Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung.

„Im Moment sind die Familien der Opfer in Trauer um ihre Toten und die Gemeinden unter Schock. Aber sie und die vielen Verletzten sind ohne Einkommen und Unterstützung. Soforthilfe und langfristige Kompensationen müssen von jenen Unternehmen gestellt werden, die von Rana Plaza ihre Ware bezogen haben. Sie müssen dafür zur Verantwortung gezogen werden, dass sie nichts unternommen haben, um diese Tragödie zu verhindern“, so Kirsten Clodius von der Kampagne für Saubere Kleidung.

Einsturz-Savar am 25.04.2013: Spontaner ProtestNach dem Einsturz: Spontaner Protest.Der Fabrikeinsturz zeigt erneut, dass die Selbstverpflichtungen der Unternehmen darin versagt haben, das Leben der ArbeiterInnen zu schützen. Die Kampagne für Saubere Kleidung warnt davor, dass das Sterben in den Textilfabriken Bangladeschs so lange weitergehen wird, bis Unternehmen endlich einem verbindlichen und unabhängigen Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit zustimmen. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert deshalb die Unternehmen nochmals auf, umgehend das Bangladeschische Abkommen zum Brandschutz und Gebäudesicherheit zu unterzeichnen und umzusetzen.

Mit dem Abkommen hat die Kampagne für Saubere Kleidung zusammen mit lokalen wie internationalen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen ein umfassendes Aktionsprogramm entwickelt, das unter anderem unabhängige Gebäudeinspektionen, Trainings zu Arbeitsrechten, öffentliche Auskunftspflicht und eine Überarbeitung der Sicherheitsstandards vorsieht. Das Abkommen wurde bereits von Tchibo und PVH (Tommy Hilfiger und Calvin Klein) unterzeichnet. 

Weitere Informationen:
Bangladeschisches Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit (englisch)

Ansprechpartnerinnen:

Frauke Banse - Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung bei INKOTA
Mobil: 0178-5467453
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Gisela Burckhardt - Referentin der Kampagne für Saubere Kleidung bei FEMNET
Tel: 0228-94499682
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kirsten Clodius - Referentin der Kampagne für Saubere Kleidung bei der Christliche Initiative Romero
Tel.: 0251-89 503
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Powered by JS Network Solutions