20.09.2012: Tchibo weltweit zweites Unternehmen, das sich an bahnbrechendem Brandschutzprogramm beteiligt: Unabhängige Gebäudeinspektionen bei Textilzulieferern aus Bangladesch

Amsterdam, Genf 20.09.2012. Gemeinsam mit bangladeschischen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen haben die Clean Clothes Campaign (CCC), das International Labor Rights Forum (ILRF), die IndustriALL Global Union, das Worker Rights Consortium (WRC) and das Maquila Solidarity Network (MSN) mit Tchibo eine Vereinbarung getroffen, um ein Gebäude- und Brandschutzprogramm in bangladeschischen Textilfabriken umzusetzen. Das deutsche Unternehmen ist damit der zweite Einzelhändler, der sich auf das bahnbrechende Sicherheitsprogramm verpflichtet, dessen Erstunterzeichner PVH (Eigentümer von Calvin Klein und Tommy Hilfiger) ist. Seit 2006 sind in Bangladesch mehr als 600 ArbeiterInnen aufgrund mangelnder Gebäudesicherheit zu Tode gekommen.

Jyrki Raina, Generalsekretär von IndustriALL Global Union sagt: „Die Textilindustrie ist für ihre mangelhaften Sicherheitsstandards berüchtigt. Dieses Programm sieht eindeutige und vernünftige Anforderungen vor, deren Umsetzung die Sicherheit der ArbeiterInnen in vielen Fabriken Bangladeschs entscheidend verbessern wird. Tchibo und PVH haben den Anfang gemacht, jetzt ist es an der Zeit, dass die anderen Marken folgen“.

Tchibo sagt: „Wir finden, es ist an der Zeit, dass sich alle Parteien – auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite – in Bangladesch zusammenschließen, um das Brandrisiko branchenweit in der Textilindustrie in Bangladesch zu minimieren. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Arbeitsrechtsorganisationen, anderen Markenunternehmen, bangladeschischen Fabriken und der Regierung. Wir glauben, dass dieses Programm wirkliche Veränderungen herbeiführen und als Maßstab für andere asiatische Lieferländer gelten kann“.

An Fabrikbränden sterben Tausende TextilarbeiterInnen weltweit, wie der kürzlich in der internationalen Berichterstattung dokumentierte Tod von über 300 ArbeiterInnen bei zwei Bränden in Pakistan beweist. Seit dem Einsturz der Spectrum-Fabrik im Jahr 2005, aus dem das Markenunternehmen Zara bezogen hatte und bei dem 64 Menschen zu Tode kamen, hat die CCC auf die Situation des Arbeitsschutzes in Bangladesch aufmerksam gemacht. Das vereinbarte Programm könnte Hunderttausende ArbeiterInnen schützen, die derzeit unter gefährlichen Bedingungen arbeiten.

Das Programm sieht die Durchführung unabhängiger Gebäudeinspektionen, Schulungen über ArbeiterInnerechte, Veröffentlichung von Zulieferlisten und eine bereits lange überfällige Überarbeitung der Sicherheitsstandards vor. Es ist sowohl transparent als auch umsetzbar und einzigartig darin, dass es von allen zentralen Vertretern der bangladeschischen und internationalen Gewerkschaftsbewegung getragen wird. Die Gewerkschaftsvertreter und Arbeitsrechtsorganisationen rufen jetzt alle großen Marken der Branche auf, sich mit ihrer Unterschrift der Initiative anzuschließen, um deren schnelle Umsetzung sicherzustellen.

Ansprechpartner:
Lars Stubbe, Eilaktionskoordinator der Kampagne für Saubere Kleidung, Tel.: 030-420 8202-52,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Gisela Burckhardt, FEMNET e.V.,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Pressemitteilung der Kampagne für Saubere Kleidung


Powered by JS Network Solutions