20.06.2013: Wann kommen die Familien der Tazreen-Arbeiterinnen endlich zu ihrem Recht?

Demonstrierende GewerkschafterInnen am 18. Juni 2013 in Dhaka, Bangladesch. Foto: NGWFDemonstrierende GewerkschafterInnen
am 18. Juni 2013 in Dhaka, Bangladesch. Foto:© NGWF

Am Dienstag, den 18. Juni 2013, haben in der bengalischen Hauptstadt Dhaka Hunderte eine Menschenkette vor dem Pressehaus gebildet. Sie sind Angehörige von Arbeiterinnen aus der Tazreen-Fabrik, die bei deren Brand gestorben sind oder schwer verletzt wurden. Weil die Polizei eingriff, wurde die Menschenkette als Protestmarsch fortgesetzt.
 
Die Menschen protestierten, weil der Besitzer der Tazreen-Fabrik bis heute nicht verhaftet wurde, obwohl 112 Menschen bei der Katastrophe im Novrmber 2012 starben und über 150 verletzt wurden. Außerdem hat die Regierung zwar Entschädigungen versprochen, bisher jedoch wurde nichts gezahlt.

Führende Gewerkschafter/innen, u.a. von der NGWF, haben bei der Veranstaltung betont, dass die Höhe der zugestandenen Entschädigung auch viel zu gering sei, weil sie für die Angehörigen und Hinterbliebenen das Einkommen der verlorenen Verdienerin nicht ersetze.
 
Ihre wichtigsten Forderungen waren:

  1. Deutlich bessere medizinische Versorgung der Verletzten
  2. Angemessene Entschädigung für alle Familien von Toten und Verletzten in Anlehnung an den realen Verdienstausfall
  3. Der Besitzer der Tazreen-Fabrik ist zu verhaften, gegen ihn ist zu ermitteln und er soll vor ein Gericht gestellt werden
  4. Multinationale Konzerne wie Wal-Mart sollen sofort Entschädigungen an die Opfer (-familien) zahlen
  5. Wal-Mart, Gap und andere, auch die Einkäufer/Großabnehmer, müssen das Gebäude- und Brandschutzabkommen unterzeichen, um die Sicherheit am Arbeitsplatz in der gesamten Branche zu garantieren.
  6. Alle Käufer, Marken, Einkäufer/Händler sollen für bengalische Produkte faire Preise zahlen und so gerechte Löhne  garantieren
  7. Das fundamentale Recht auf Gewerkschaftsfreiheit soll endlich anerkannt werden als Grundrecht.
  8. Alle nachteiligen Reformvorschläge aus dem Arbeitsrecht sind rückgängig zu machen, um die Interessen der Arbeitnehmerinnen zu schützen.

 


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