28.09.2013: Der Kampf um Mindestlohn in Bangladesch

Seit Samstag, 21. September 2013, beteiligten sich bis zu 200.000 NäherInnen an den größten Demonstrationen dieser Art in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka. Sie fordern eine Anhebung des Mindestlohns auf 8000 Taka (76,08 Euro).

Die Demonstrationen wurden nach dem ersten Wochenende fortgesetzt, etwa 2960 von 5000 Fabriken im Land mussten in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die Demonstrationen waren eine Reaktion auf die laufenden Verhandlungen des Mindestlohngremiums, die im Juni 2013 angekündigt worden waren.

Aktuell liegt der Mindestlohn in Bangladesch bei 3000 Taka im Monat (28,60 Euro) (Wechselkurse vom 24.09.2013 auf xe.com)

So gut wie alle NäherInnen-Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbände in Bangladesch, darunter der Gewerkschaftsbund der NäherInnen (GWTUC), Partner der Clean Clothes Kampagne, fordern einen Mindestlohn von zumindest 8000 Taka (76,08 Euro).

Laut GWTUC ziehen die zunehmenden öffentlichen Versammlungen und Demonstrationen der NäherInnen und ihrer VertreterInnen nun verstärkte Repressionen und Schikanen nach sich.

FÄLLE VON REPRESSION & SCHIKANE

Der GWTUC berichtet, dass seit Beginn der Demonstrationen etliche ihrer MitarbeiterInnen und AktivistInnen Schikanen und Repressionen ausgesetzt waren. Hier einige Beispiele:

• Am 26. September 2013 wurden in Jiranibazar im Distrikt Gazipur 16 führende AktivistInnen des GWTUC verhaftet.
• Am 28. September 2013 wurden der Präsident und der Generalsekretär des GWTUC-Distriktausschusses in Naryanganj angegriffen und schwer verletzt.
• Am 29. September 2013 wurde der Präsident des GWTUC-Ausschusses von Uttora verhaftet.
• Hunderte Arbeiter werden entlassen.

DIE POSITION DER CLEAN CLOTHES KAMPAGNE

Die Clean Clothes Kampagne unterstützt die NäherInnen und ihre VertreterInnen in ihrer Forderung nach einem Mindestlohn von mindestens 8000 Taka.

Die Clean Clothes Kampagne vertritt die Position, dass ein existenzsicherndes Einkommen einer Näherin erlauben sollte, in einer normalen Arbeitswoche (nicht mehr als 48 Stunden) genug zu verdienen, um sich selbst und ihre Familie zu ernähren, die Miete zu zahlen, für Gesundheits-, Kleidungs-, Mobilitäts- und Bildungskosten aufzukommen sowie für unerwartete Ereignisse ein wenig Geld zu Seite zu legen.

Die Clean Clothes Kampagne ist der Meinung, dass der aktuelle Mindestlohn unter dem Existenzminimum liegt und daher weit entfernt ist von einem existenzsichernden Lohn. Der Kampf der NäherInnen für ein existenzsicherndes Einkommen zeigt, dass es unbedingt notwendig ist, die Mindestlöhne in Richtung eines Existenzlohns zu erhöhen.


Wichtige Zahlen zu Bangladesch

Bevölkerung: 163,6 Millionen (2013)
Beschäftigte in der Bekleidungsindustrie: 4 Millionen (mindestens 2,88 Millionen Frauen)
Wert der gefertigten Bekleidung: 14,2 Milliarden Euro (in elf Monaten bis Ende Mai 2013)
Mindestlohn: 3000 Taka (28,60 Euro)
Aktuelle Schätzung eines asiatischen Mindestlohns für Bangladesch: 19.112 Taka (182,24 Euro)

 

Nachricht der Kampagne für Saubere Kleidung. 28.09.2013


Powered by JS Network Solutions