25.10.2013: Sechs Monate nach dem Einsturz von RANA PLAZA – Entschädigungszahlungen stehen noch immer aus

Teilnehmer_innen am Sit in am 24.10.2013Teilnehmer_innen am Sit in am 24.10.2013.
Foto © NGWF
Die Partnerorganisation NGWF in Bangladesch von FEMNET e.V. organisierte am 24.10.2013 um 10.30 Ortszeit, exakt ein halbes Jahr nach dem Fabrikeinsturz in Rana Plaza, Weisen, eine Mahnwache vor dem Unglücksort. Sie forderten sofortige Entschädigungszahlungen, angemessene Behandlungen und Sicherheit am Arbeitsplatz. Es nahmen ca. 100 Waisen und über 100 Verletzte sowie Angehörige von Todesopfern daran teil. Sprecher_innen sagten, dass von den 1500 Schwerverletzten noch immer über 100 in den Krankenhäusern Dhakas medizinisch behandelt werden. Viele von ihnen haben ihre Hände, Beine oder andere Körperteile verloren. In einer Erklärung versprachen damals die Regierung und BGMEA (Unternehmensverband) Entschädigungen innerhalb von drei Monaten zu zahlen, Notfallhilfe sowie Rehabilitation zu leisten. Doch bis heute ist kaum etwas geschehen.

Weitere Forderungen der Demonstranten waren:

  • Angemessene medizinische Versorgung für Verletzte
  • Gewährleistung der Sicherheit am Arbeitsplatz für alle Textilarbeiter_innen in Bangladesch

Die Premierministerin Bangladeschs, Primark, private Personen und Organisationen (wie auch Spenden von FEMNET) haben Notfallunterstützung geleistet, jedoch reicht diese nicht aus, da viele der Verletzten intensivere Behandlungen benötigen. NGWF hat erneut gefordert, dass Entschädigungen in Höhe von ca. 26.000 Euro für die Hinterbliebenen sowie mindestens ca. 4.660 Euro für verletzte Arbeiter_innen gezahlt werden müssen. Diese Zahlungen sollte aufgeteilt werden zwischen den 29 einkaufenden Unternehmen aus dem Ausland, 5 Fabrikbesitzern, die auf einem der Stockwerke von Rana Plaza produzieren ließen, der Regierung und BGMEA.

NGWF kritisierte Unternehmen, dass sie nicht einmal an dem Treffen über Entschädigungszahlungen am 12. September 2013 in Genf teilgenommen zu haben, zu dem die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sie aufgefordert hatte. Es handelt sich um folgende internationale Einkäufer: Wal-Mart, Texman , PWT group, NKD, Mango, JC penny, Gueldenfenning, LPP, Essenza, Carrefour , C&A, Catocorp, Childrens, place, Benetton, Adler, Aauchan, Dressharn, Manifattura, Corona, Premier Clothing sowie Kids fashion. Einige wenige Unternehmen haben sich jedoch ihrer Verantwortung gestellt, hebt NGWF lobend hervor: Primark, Store 21, Mascut, Matalan, El Corte Ingles , Kik, Loblow, Bon Marche  und Camaieu.

Hinweis: Die CCC und das ILRF (Internationales Forum für Arbeitsrechte) haben die Studie „Still Waiting“ herausgebracht, die Einzelheiten zu Tazreen und Rana Plaza enthält und die darauf aufmerksam machen, dass Unternehmen viel zu langsam reagieren und Entschädigungszahlungen rasch getätigt werden müssen.
Die Studie ist zu finden unter: http://www.sauberekleidung.de/


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