Kinderarbeit in Bangladesch – Eine Dokumentation des britischen Senders ITV zeigt verheerende Zustände in einigen Textilfabriken Bangladeschs

Zum ersten Mal gibt es direkte Aufnahmen von einem schlagenden Aufseher in einer Fabrik in Bangladesch. In einer Szene der Dokumentation des britischen Nachrichtensender ITV vom 06.02.2014 wird gezeigt, wie einer der Aufseher ein minderjähriges Mädchen ins Gesicht schlägt. Das junge Mädchen wird als „Nutte “ und „Tochter eines Schweins“ beschimpft. Die Dokumentation deckt weitere erschreckende Zustände auf: Notausgänge sind verschlossen, inakzeptable, überlange Arbeitszeiten, unregelmäßige Vergütung der Überstunden sowie überfüllte Produktionsräume.

Der Film wurde von zwei bangladeschischen Frauen undercover in den Fabriken gedreht. In der Textilfabrik „Olira Fashions“ , die für die britische Marke „Lee Cooper Jeans“ produziert, schuften 40 Kinder im Alter von 11-15 Jahren bis zu 11 Stunden für 36,- Euro pro Woche (Daily Telegraph 06.02.14).

In einer anderen Fabrik „Vase Apparels“, die Shirts für BHS produziert, sind die Notausgänge während der Arbeitszeiten abgeschlossen, sodass die Arbeiter_innen im Falle eines Brandes nicht fliehen können. Außerdem befindet sich die Fabrik inmitten der Fußgängerzone über zwei Restaurants und Geschäften und ist von Leitungen und Kabeln umgeben. Die Arbeiterinnen werden angewiesen, bei Kontrollen über die Länge der Arbeitszeiten zu lügen.

Der Film berichtet über die Herstellung der britischen Marken BHS (Arcadia), JD Wiliams und Lee Cooper. Alle drei Unternehmen geben an, dass die Produktion in der Fabrik ohne ihr Wissen geschah.

Am 24.4.14 jährt sich die schreckliche Katastrophe des Einsturzes des Rana Plaza Hochhauses, bei dem 3500 Beschäftigte verschüttet wurden. 1134 Personen konnten nur noch tot geborgen werden. Die Einkäufer aber, insbesondere die großen wie Wal-Mart, Benetton, Mango verweigern sich bisher jeder Zahlung von Entschädigungen an die Hinterbliebenen und Verletzten. Erst Ende Dezember, acht Monate nach der Katastrophe, einigten sich zumindest ein paar wenige Einkäufer auf einen Entschädigungsfonds, der 40 Mio USD betragen soll. Primark, El Corte Inglés, Loblaw und Bon Marché sind diesem Fonds beigetreten und warten nun darauf, dass andere folgen. Deutsche Unternehmen, insbesondere KiK, aber glänzen mit Abwesenheit.

Für die Dokumentation haben zwei Berichterstatter unter dem Einsatz ihres eigenen Lebens versucht, mit heimlichen Filmaufnahmen für die Veröffentlichung der Missstände zu sorgen.

Auszüge sind unter folgendem Link zu finden:

http://www.mirror.co.uk/tv/tv-news/video-watch-shocking-moment-child-3118925

 


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