15.02.2015: Bangladesch: Deutscher Fabrikbesitzer entläßt Textilarbeiter_innen - schwere Auseinandersetzungen

Gewalttätige Aufseher greifen Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen der BEO Fabrik an. Foto: © Worker Rights ConsortiumGewalttätige Aufseher greifen Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen der BEO Fabrik an. Foto: © Worker Rights ConsortiumIn Bangladesch wurden 48 Arbeiter_innen der Fabrik BEO - in deutschem Besitz und Produzent für Lidl - im September 2014 entlassen, weil sie bei der Aufsicht über das Gebäude- und Brandschutzabkommen (Accord) Beschwerde aufgrund von Sicherheitsproblemen in der Fabrik eingereicht hatten. Auf einem Treffen beim Accord im Dezember 2014 zwischen allen Beteiligten (Arbeiter_innen, Gewerkschaft Akota, BEO Management u.a.) sagte das BEO Management zu, die entlassenen Arbeiter_innen wieder einzustellen und ihnen die ausstehenden Löhne zu zahlen. Dies ist bis heute nicht erfolgt. Am Sonntag, 15.2.2015 gab es ein weiteres Treffen zwischen Accord, der Gewerkschaft, den Importeuren Distra und Chicca von Lidl - leider ohne jegliche Lösung. Im Gegenteil, es gab handgreifliche Auseinandersetzungen der Aufseher, die mit Eisen-oder Holzstangen gegen Arbeiter_innen vorgingen.

Gisela Burckhardt, FEMNET e.V., klagt an: "Es ist ein Skandal, dass die Aufseher einer Fabrik, die in deutschem Besitz ist, gegen Arbeiter_innen mit Eisenstangen losgehen. Die 48 Beschäftigten wurden im September 2014 unrechtmäßig entlassen, nur weil sie auf Sicherheitsmängel in der Fabrik hingewiesen hatten. Die Fabrik engagierte Schläger, die gegen die Arbeiter_innen vorging (5 Verletzte) und die den Gewerkschaftsführer zu Hause zusammenschlug. Die Entlassung der Arbeiter_innen ist eine klare Verletzung des Acccord Abkommens, das Lidl und seine Importeure Distra und Chicca unterzeichnet haben. Accord hat der Fabrik BEO nochmals eine Frist für die Wiedereinstellung der 48 Entlassenen und Auszahlung vergangener Löhne bis zum 1. März gesetzt. Sollten die Beschäftigten dann nicht wieder eingestellt werden, muss Lidl seine Geschäftsbeziehungen mit BEO aufkündigen.“

 


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