22.12.2015: Neuer Bericht spricht von über 7000 statt 4500 Fabriken in Bangladesch

Unbenutzte Nähmaschinen in einer Textil-Fabrik in Dhaka, Dezember 2014.  Foto: © NYU Stern Center/Nayantara BanerjeeUnbenutzte Nähmaschinen in einer Textil-Fabrik in Dhaka, Dezember 2014. Foto: © NYU Stern Center/Nayantara BanerjeeDas Stern Center for Business and Human Rights der New York University berichtet von über 7000 Fabriken in Bangladesch statt von 4500 Fabriken (wie der Unternehmensverband offiziell angibt). Die hohe Zahl rührt daher, dass viele Fabriken Unterauftragnehmer von Exportfabriken sind, wo die Arbeitsbedingungen oft besonders katastrophal sind, da sie keinerlei Kontrolle unterstehen.

Laut Bericht überprüfen ACCORD und Alliance – die beiden Brand- und Gebäudeschutzabkommen, die nach Rana Plaza geschaffen wurden – nur 27% aller Fabriken in Bangladesch und zwar vor allem die für den Export produzierenden Fabriken. In den restlichen Fabriken arbeiten rund 3 Mio Arbeiterinnen, die von den Abkommen nicht erfasst werden, Verbesserungen der Gebäude-Infrastruktur gibt es dort daher nicht.

Dies wirft wieder einmal Licht auf die Einkaufspolitik europäischer und US-Unternehmen, die Aufträge nach Bangladesch vergeben, ohne offenbar die Größe der Fabriken zu berücksichtigen (diese reichen die Aufträge an Sublieferanten weiter, bei denen die schlimmsten Arbeitsbedingungen herrschen).

Zudem stellt der Bericht fest, dass von 3.425 Fabriken, die im Rahmen von ACCORD und Alliance und der Regierung geprüft wurden, nur acht Fabriken bisher den Nachweis erbringen können, dass sie alle Korrekturmaßnahmen umgesetzt haben.

Studie: "Beyond the Tip of the Iceberg: Bangladesh’s Forgotten Apparel Workers" (englische PDF-Datei)


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