Nachrichten aus Bangladesch

01.06.2016: Bangladesch: Arbeiter_innen erstreiten Arbeitsrechte und bessere Bezahlung unter Leitung von NGWF

NGWF Gewerkschafter_innen demonistrieren im Juni 2016. Foto: © NGWFNGWF Gewerkschafter_innen demonistrieren im Juni 2016. Foto: © NGWFEigentümer und Management der Karnafuli Knitwear Limited Fabrik haben eine Vereinbarung unterzeichnet, die den Arbeiter_innen der Fabrik weitgehende Rechte einräumt. Diesen Erfolg hat die National Garment Workers Federation (NGWF) gemeinsam mit den rund 700 betroffenen Arbeiter_innen erkämpft. NGWF ist ein Zusammenschluss von Arbeiter_innen der bangladeschischen Bekleidungsindustrie und arbeitet seit Jahren mit FEMNET zusammen.

Die Vereinbarung wurde am 01.06.2016 im Rahmen des BGMEA (Bangladesh Garment Manufacturers & Exporters Association) Auditorium in Dhaka unterzeichnet. Zu den Entscheidungen des Treffens gehörten u.a. eine gerechtere Bezahlung und das Recht auf Mutterschutz (rund 450 der 700 Betroffenen sind Frauen).

02.05.2016: OECD-Beschwerde gegen TÜV Rheinland: Rana Plaza-Prüfbericht: Arbeitsbedingungen und Sicherheitsrisiken nicht moniert

Das eingestürzte Rana Plaza Gebäude in Savar. Foto: rijans - Flick.comDas eingestürzte Rana Plaza Gebäude in Savar.
Foto: rijans - Flickr.com
Berlin. Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) hat heute zusammen mit Betroffenen des Einsturzes des Fabrikkomplexes Rana Plaza in Dhaka (Bangladesch), den Organisationen FEMNET und medico international sowie den Gewerkschaften Garment Workers Unity Forum und Comrade Rubel Memorial Center aus Bangladesch eine OECD-Beschwerde gegen das deutsche Zertifizierungsunternehmen TÜV Rheinland eingelegt. Die Organisationen reichten die Beschwerde bei der nationalen Kontaktstelle der OECD im Bundesministerium für Wirtschaft wegen eines unzureichenden Prüfberichts über eine Produktionsstätte im Fabrikkomplex Rana Plaza ein.

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22.12.2015: Neuer Bericht spricht von über 7000 statt 4500 Fabriken in Bangladesch

Unbenutzte Nähmaschinen in einer Textil-Fabrik in Dhaka, Dezember 2014.  Foto: © NYU Stern Center/Nayantara BanerjeeUnbenutzte Nähmaschinen in einer Textil-Fabrik in Dhaka, Dezember 2014. Foto: © NYU Stern Center/Nayantara BanerjeeDas Stern Center for Business and Human Rights der New York University berichtet von über 7000 Fabriken in Bangladesch statt von 4500 Fabriken (wie der Unternehmensverband offiziell angibt). Die hohe Zahl rührt daher, dass viele Fabriken Unterauftragnehmer von Exportfabriken sind, wo die Arbeitsbedingungen oft besonders katastrophal sind, da sie keinerlei Kontrolle unterstehen.

Laut Bericht überprüfen ACCORD und Alliance – die beiden Brand- und Gebäudeschutzabkommen, die nach Rana Plaza geschaffen wurden – nur 27% aller Fabriken in Bangladesch und zwar vor allem die für den Export produzierenden Fabriken. In den restlichen Fabriken arbeiten rund 3 Mio Arbeiterinnen, die von den Abkommen nicht erfasst werden, Verbesserungen der Gebäude-Infrastruktur gibt es dort daher nicht.

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26.10.2015: "Made in Bangladesh" - Tanztheater tourt durch Europa

Helena Waldmann entwickelte 2014 mit zwölf versierten Kathak-Tänzer/innen ein Tanztheaterstück, das unterstützt von Nazma Akter, der international bekannten Kämpferin gegen die Ausbeutung in der Textilindustrie von Film-Einspielungen und Ton-Collagen begleitet wird. Im Herbst 2015 tourte es durch Deutschland.

Link zum Trailer auf youtube.com

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27.09.2015: 11. Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen an NGWF-Aktivist Amirul H. Amin

Preisverleihung an A. H. Amin 2015 in NürnbergZum elften Mal verlieh die Stadt Nürnberg in einem Festakt den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Geehrt wurde Amirul Haque Amin für sein Engagement in der Nationalen Gewerkschaft der Textilarbeiterinnen und –arbeiter in Bangladesch.

Bei der festlichen Überreichung des Preises am Sonntag, 27. September 2015, im Nürnberger Opernhaus hielt Alke Boessiger, Leiterin der Handelsabteilung von UNI Global Union die Laudatio.

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Reisebericht Bangladesch vom 30.08. bis 07.09.2015 von Gisela Burckhardt

Allgemeine Eindrücke: viel Regen und Verkehrschaos

Rikschafahrer in DhakaRikschafahrer in DhakaNoch nie war ich in der Monsunzeit in Bangladesch. Es kann stundenlang in Strömen regnen, die Straßen stehen unter Wasser, da die Kanalisation unzureichend ist, das Wasser kann nicht abfließen. Die Rikschafahrer stehen teilweise bis zu den Oberschenkeln im Wasser. Sie fahren im Regen, während die Gäste auf der Rikscha durch eine Plastikplane vorne und ein Dach über der Rikscha vor dem Regen geschützt sind.

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23.07.2015: Für Aldi produziert, jetzt ohne Lohn - Arbeiterinnen in Bangladesch protestieren gegen Fabrikschließung

Protestierende Swan Arbeiterinnen. Foto: © Chaumtoli HuqProtestierende Swan Arbeiterinnen.
Foto: © Chaumtoli Huq
Der deutsche Discounter Aldi und die Regierung in Bangladesch sollen dafür Sorge tragen, dass die über 1000 Mitarbeiterinnen der Swan-Garments- und der Swan-Jeans-Fabriken endlich ihre unbezahlten Monatslöhne und Entschädigungen erhalten. Das fordert die Kampagne für Saubere Kleidung.

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20.04.2015: Erfolg der internationalen Kampagne von über 1 Mio Unterschriften! Benetton sagt Entschädigungszahlung für Rana Plaza Opfer zu, nur: zu wenig!

Das eingestürzte Rana Plaza Gebäude 2013.Das eingestürzte Rana Plaza Gebäude 2013(Bonn, 20.4.2015) Am 24. April 2013 starben 1.134 Menschen beim Einsturz des Rana Plaza Gebäudes in Bangladesch, als sie Kleidung für internationale Modeunternehmen nähten, darunter United Colours of Benetton, Mango, und die deutschen Unternehmen KiK, Adler Modemärkte, NKD, Güldenpfennig und Kanz/Kids Fashion Group. Viele Opfer warten auch zwei Jahre nach dem Unglück noch immer auf eine Entschädigung: Dem Fonds fehlen noch 6 Mio. USD, laut ILO werden 30 Mio. USD benötigt.

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21.03.2015: Bangladesch: Proteste nach Fabrikschließungen

Proteste gegen Fabrikschließungen vor dem Gebäude der BGMEA.Proteste gegen Fabrikschließungen vor dem Gebäude der BGMEA.Am 21. März 2015 organisierte unsere Partner­organisation NGWF eine Demonstration vor dem Gebäude des BGMEA (Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association), um gegen die Schließungen von 5 Fabriken zu protestieren. In den 5 Fabriken, die alle der BGMEA angehören, wurden in den letzten Monaten gewerkschaftliche Fabrikkomitees gegründet. Diese konnten die gesetzwidrigen Schließungen jedoch nicht verhindern. Man geht sogar davon aus, dass die Schließungen in Zusammenhang mit der gewerkschaftlichen Aktivitäten zu sehen sind und dazu dienen sollten, die Komitees zu zerschlagen. Die Arbeiter_innen erhielten keine Entschädigungen, auch wurden ihnen bisher die noch ausstehenden Löhne verweigert.  

15.02.2015: Bangladesch: Deutscher Fabrikbesitzer entläßt Textilarbeiter_innen - schwere Auseinandersetzungen

Gewalttätige Aufseher greifen Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen der BEO Fabrik an. Foto: © Worker Rights ConsortiumGewalttätige Aufseher greifen Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen der BEO Fabrik an. Foto: © Worker Rights ConsortiumIn Bangladesch wurden 48 Arbeiter_innen der Fabrik BEO - in deutschem Besitz und Produzent für Lidl - im September 2014 entlassen, weil sie bei der Aufsicht über das Gebäude- und Brandschutzabkommen (Accord) Beschwerde aufgrund von Sicherheitsproblemen in der Fabrik eingereicht hatten. Auf einem Treffen beim Accord im Dezember 2014 zwischen allen Beteiligten (Arbeiter_innen, Gewerkschaft Akota, BEO Management u.a.) sagte das BEO Management zu, die entlassenen Arbeiter_innen wieder einzustellen und ihnen die ausstehenden Löhne zu zahlen. Dies ist bis heute nicht erfolgt. Am Sonntag, 15.2.2015 gab es ein weiteres Treffen zwischen Accord, der Gewerkschaft, den Importeuren Distra und Chicca von Lidl - leider ohne jegliche Lösung. Im Gegenteil, es gab handgreifliche Auseinandersetzungen der Aufseher, die mit Eisen-oder Holzstangen gegen Arbeiter_innen vorgingen.

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Weitere Beiträge...

  1. 21.08.2014: Aktuelle Entwicklungen im Fall der Auseinandersetzungen um die Fabriken der Tuba-Gruppe in Bangladesch: 5 Fabriken geschlossen
  2. 31.07.2014: Hungern bis zum Tod – Arbeiterinnen der Tuba-Gruppe in Bangladesch sind seit drei Monaten ohne Lohn
  3. 29.07.2014 Konzerne in Deutschland steigern ihre Umsätze nach Rana Plaza – in Bangladesch erhalten viele Arbeiter_innen nicht einmal ihren Eid Bonus - Stand der Fabrikinspektionen
  4. Kinderarbeit in Bangladesch – Eine Dokumentation des britischen Senders ITV zeigt verheerende Zustände in einigen Textilfabriken Bangladeschs
  5. Die Opfer der Unglücke in Bangladesch warten noch immer auf Entschädigungszahlungen
  6. 25.10.2013: Sechs Monate nach dem Einsturz von RANA PLAZA – Entschädigungszahlungen stehen noch immer aus
  7. 09.10.2013: FEMNET und Clean Clothes Campaign trauern um weitere Tote in Fabrik in Bangladesch
  8. 28.09.2013: Stellungnahme des Näherinnengewerkschaftsbundes (GWTUC) in Bangladesch zum Kampf um einen neuen Mindestlohn
  9. 28.09.2013: Der Kampf um Mindestlohn in Bangladesch
  10. 13.09.2013: Bangladeschische ArbeiterInnen müssen weiter auf volle Entschädigung warten
  11. 24.08.2013: 4 Monate nach der Katastrophe von Rana Plaza
  12. 24.07.2013: Drei Monate nach dem Einsturz des Hochhauses Rana Plaza
  13. 09.08.2013: Bericht von Gisela Burckhardt über ihren Aufenthalt in Bangladesch im Juli 2013
  14. 08.07.2013: Gebäude- und Brandschutzabkommen in Bangladesch tritt in Kraft
  15. 20.06.2013: Wann kommen die Familien der Tazreen-Arbeiterinnen endlich zu ihrem Recht?

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