Nachrichten aus Bangladesch

15.02.2015: Bangladesch: Deutscher Fabrikbesitzer entläßt Textilarbeiter_innen - schwere Auseinandersetzungen

Gewalttätige Aufseher greifen Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen der BEO Fabrik an. Foto: © Worker Rights ConsortiumGewalttätige Aufseher greifen Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen der BEO Fabrik an. Foto: © Worker Rights ConsortiumIn Bangladesch wurden 48 Arbeiter_innen der Fabrik BEO - in deutschem Besitz und Produzent für Lidl - im September 2014 entlassen, weil sie bei der Aufsicht über das Gebäude- und Brandschutzabkommen (Accord) Beschwerde aufgrund von Sicherheitsproblemen in der Fabrik eingereicht hatten. Auf einem Treffen beim Accord im Dezember 2014 zwischen allen Beteiligten (Arbeiter_innen, Gewerkschaft Akota, BEO Management u.a.) sagte das BEO Management zu, die entlassenen Arbeiter_innen wieder einzustellen und ihnen die ausstehenden Löhne zu zahlen. Dies ist bis heute nicht erfolgt. Am Sonntag, 15.2.2015 gab es ein weiteres Treffen zwischen Accord, der Gewerkschaft, den Importeuren Distra und Chicca von Lidl - leider ohne jegliche Lösung. Im Gegenteil, es gab handgreifliche Auseinandersetzungen der Aufseher, die mit Eisen-oder Holzstangen gegen Arbeiter_innen vorgingen.

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21.08.2014: Aktuelle Entwicklungen im Fall der Auseinandersetzungen um die Fabriken der Tuba-Gruppe in Bangladesch: 5 Fabriken geschlossen

Am 07.08.2014 stürmte die Polizei die von den Arbeiterinnen besetzte Fabrik der Tuba-Gruppe und vertrieb mit Schlagstöcken und Tränengas alle dort rund 200 seit elf Tagen sich im Hungerstreik Befindenden.

Rund 50 Menschen wurden dabei verletzt. 15 Protestierende wurden verhaftet, aber abends wieder freigelassen. Die Beschäftigten erhielten ihre ausstehenden drei Monatslöhne sowie die Überstunden für einen Monat ausgezahlt, nicht aber den Eid-Bonus (Zulage für den höchsten Feiertag).

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31.07.2014: Hungern bis zum Tod – Arbeiterinnen der Tuba-Gruppe in Bangladesch sind seit drei Monaten ohne Lohn

Hungerstreik bei der Tuba-Gruppe am 30.7.2014Hungerstreik bei der Tuba-Gruppe am 30.7.2014Rund 1000 Textilarbeiterinnen von vier Fabriken der Tuba-Gruppe, zu der auch die Tazreen Fabrik gehört, in der 112 Arbeiterinnen  am 24.11.2012 in einem Brand umkamen und über Hundert teilweise schwer verletzt wurden, protestieren, weil sie seit 3 Monaten keinen Lohn mehr erhalten haben.

„Während andere Arbeiterinnen das höchste Fest der Moslems, Eid, feiern und dafür eine Lohnzulage erhalten und zu ihren Familien aufs Land fahren, können diese Arbeiterinnen nicht einmal ihre Miete mehr zahlen und wissen nicht, wovon sie leben sollen“ berichtet Gisela Burckhardt, FEMNET-Vorsitzende. Saydia aus Dhaka schreibt: „Gestern traf ich eine sieben Monate schwangere Textilarbeiterin, die sich krank fühlte. Sie kann nicht einmal mehr in ihre Wohnung, denn der Besitzer hat die Tür verriegelt und öffnet sie erst wieder, wenn sie mit einem Scheck kommt und die Miete der letzten Monate zahlt.“

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29.07.2014 Konzerne in Deutschland steigern ihre Umsätze nach Rana Plaza – in Bangladesch erhalten viele Arbeiter_innen nicht einmal ihren Eid Bonus - Stand der Fabrikinspektionen

Eid Demo 2014An Eid – vergleichbar unserem Weihnachten – schließen alle Textilfabriken in Bangladesch und die Arbeiterinnen fahren aufs Land zu ihren Familien. Dafür benötigen sie ihren Eid-Bonus, eine Lohnzulage, die jährlich vor dem Festtag ausgezahlt wird. Dieses Jahr aber verweigerten viele Fabriken die Zulage und die Beschäftigten gingen leer aus. Die Ungewissheit, wann die Fabrik schließen, wann sie wieder öffnen und wann die Beschäftigten ihren Bonus erhalten würden, trieb Hunderte von Menschen in den Juli-Tagen zu Demonstrationen auf die Straße.

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Kinderarbeit in Bangladesch – Eine Dokumentation des britischen Senders ITV zeigt verheerende Zustände in einigen Textilfabriken Bangladeschs

Zum ersten Mal gibt es direkte Aufnahmen von einem schlagenden Aufseher in einer Fabrik in Bangladesch. In einer Szene der Dokumentation des britischen Nachrichtensender ITV vom 06.02.2014 wird gezeigt, wie einer der Aufseher ein minderjähriges Mädchen ins Gesicht schlägt. Das junge Mädchen wird als „Nutte “ und „Tochter eines Schweins“ beschimpft. Die Dokumentation deckt weitere erschreckende Zustände auf: Notausgänge sind verschlossen, inakzeptable, überlange Arbeitszeiten, unregelmäßige Vergütung der Überstunden sowie überfüllte Produktionsräume.

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Die Opfer der Unglücke in Bangladesch warten noch immer auf Entschädigungszahlungen

Auch ein Jahr nach der Katastrophe geht der Kampf um Entschädigungen weiter

Am 24. November 2013 jährte sich der Brand in der Tazreen Fabrik in Bangladesch, bei dem vor einem Jahr 112 Menschen, vor allem Frauen, starben. Bis zu 300 Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Angehörige und Überlebende warten auch ein Jahr nach der Katastrophe auf eine angemessene Entschädigung. Deutsche Firmen verhalten sich zu den Forderungen von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen unzureichend.

Nur C&A, Karl Rieker, die spanische Firma El Corte Ingles und der in Hongkong sitzende Zwischenhändler Li & Fung haben bislang signalisiert, dass sie sich an der Entwicklung eines transparenten Entschädigungsprozesses für die Opfer beteiligen würden.

Ergebnisse der Verhandlungen über die Entschädigung der Opfer von Bangladeschs Textilfabriken sind enttäuschend 

Im September 2013 gab es ein vom internationalen Gewerkschaftsdachverband IndustriALL einberufenes Treffen für alle Unternehmen, die von den Unglücken bei Tazreen und Rana Plaza betroffen waren. Nur neun von 28 Unternehmen sind überhaupt erschienen. Es wurde ein Komitee gegründet, das eine Rahmenvereinbarung für die Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Opfer von Rana Plaza und Tazreen vorsieht. Dieses Abkommen haben bisher nur Primark, Loblaw, Bonmarché und El Corte Inglés unterzeichnet. Unterschrieben haben aber nicht die deutschen Unternehmen KiK, NKD, Adler, Güldenpfenning. Kids for Fashion und auch nicht der weltweit größte US-Einzelhändler Walmart.

Zusatz

FEMNET e.V. hat im Juli 2013 eine Spende von 5000,- Euro an die NGWF übergeben, die Geldspenden an 434 Opfer, darunter 297 Frauen, von Rana Plaza und Tazreen oder ihre Angehörigen ausgezahlt hat.

25.10.2013: Sechs Monate nach dem Einsturz von RANA PLAZA – Entschädigungszahlungen stehen noch immer aus

Teilnehmer_innen am Sit in am 24.10.2013Teilnehmer_innen am Sit in am 24.10.2013.
Foto © NGWF
Die Partnerorganisation NGWF in Bangladesch von FEMNET e.V. organisierte am 24.10.2013 um 10.30 Ortszeit, exakt ein halbes Jahr nach dem Fabrikeinsturz in Rana Plaza, Weisen, eine Mahnwache vor dem Unglücksort. Sie forderten sofortige Entschädigungszahlungen, angemessene Behandlungen und Sicherheit am Arbeitsplatz. Es nahmen ca. 100 Waisen und über 100 Verletzte sowie Angehörige von Todesopfern daran teil. Sprecher_innen sagten, dass von den 1500 Schwerverletzten noch immer über 100 in den Krankenhäusern Dhakas medizinisch behandelt werden. Viele von ihnen haben ihre Hände, Beine oder andere Körperteile verloren. In einer Erklärung versprachen damals die Regierung und BGMEA (Unternehmensverband) Entschädigungen innerhalb von drei Monaten zu zahlen, Notfallhilfe sowie Rehabilitation zu leisten. Doch bis heute ist kaum etwas geschehen.

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09.10.2013: FEMNET und Clean Clothes Campaign trauern um weitere Tote in Fabrik in Bangladesch

FabrikbrandgrafikAmsterdam. Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist entsetzt über die Nachrichten eines erneuten Brands in einer Textilfabrik in Bangladesch, bei welchem zehn Arbeiter_innen zu Tode kamen.

  • Zehn Arbeiter_innen wurden getötet, über 50 Verletzte
  • Fabrik soll Geschäftsbeziehungen zu George (Asda/Walmart), Loblaws und Hudson Bay Company haben
  • Forderungen nach Intensivierung der Arbeit am Sicherheitsstandard und unverzügliche Entschädigungszahlungen für die Opfer

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28.09.2013: Stellungnahme des Näherinnengewerkschaftsbundes (GWTUC) in Bangladesch zum Kampf um einen neuen Mindestlohn

Viele Menschen in Bangladesch und in der ganzen Welt wissen durchaus über die Not der vier Millionen NäherInnen von Bangladesch Bescheid.

Seit langem fordern ArbeiterInnen faire Löhne. In der jüngsten Vergangenheit kam es im Bekleidungssektor zu großen Demonstrationen und Streiks, um den Forderungen nach höheren Löhnen und der Durchsetzung anderer Leistungen Nachdruck zu verleihen. Der NäherInnen-Gewerkschaftsbund fordert 8000 Taka Mindestlohn für NäherInnen und entsprechende Anstiege auch in höheren Gehaltsklassen mit sofortiger Wirkung.

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28.09.2013: Der Kampf um Mindestlohn in Bangladesch

Seit Samstag, 21. September 2013, beteiligten sich bis zu 200.000 NäherInnen an den größten Demonstrationen dieser Art in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka. Sie fordern eine Anhebung des Mindestlohns auf 8000 Taka (76,08 Euro).

Die Demonstrationen wurden nach dem ersten Wochenende fortgesetzt, etwa 2960 von 5000 Fabriken im Land mussten in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die Demonstrationen waren eine Reaktion auf die laufenden Verhandlungen des Mindestlohngremiums, die im Juni 2013 angekündigt worden waren.

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