23.04.2015: 1. BOYS DAY bei FEMNET zum Thema Faire Kleidung

In diesem Jahr nahm FEMNET das erste Mal am Boys Day teil. Eine spannende Erfahrung sowohl für uns als Frauenorganisation als auch für zwei Jungs (Joshua, 13, und Ingmar, 14 Jahre alt) von zwei Bonner Schulen. Die Veranstalter des Girls and Boys Days hatten den Termin perfekt gewählt: anlässlich des Jahrestages des Rana-Plaza-Einsturzes veranstaltete FEMNET an diesem Tag die Protestaktion „RanaPlaza Payup Now“ – eine tolle Gelegenheit für die Schüler Kampagnenarbeit hautnah mitzuerleben.

Zunächst gab es jedoch mit tatkräftiger Unterstützung durch unsere Praktikantin Larissa ein speziell für den Boys Day entwickeltes Programm, das den Schülern Einblick in die thematischen Schwerpunkte des Vereins vermitteln sollte. Später konnten sie das neu gewonnene Wissen direkt praktisch umsetzen.

Der Ablauf des Tages gestaltete sich wie folgt:

  • Begrüßung und Kennenlernen (Vorstellung von FEMNET und FairSchnitt/Abfrage der Vorkenntnisse)
  • Informationsfilm „Wo kommt unsere Kleidung her“
  • Recherchearbeit zum Thema „Was ist faire Kleidung, warum sollte sie fair sein und worauf muss ich beim Kleiderkauf achten?“
  • Erstellung eines Fragebogens zum Thema Faire Kleidung für die Befragung in Bonner Geschäften
  • Stadttour – Befragungen von H&M Man, Snipes, Sportarena, Esprit, New Yorker, Hollister, Rednip, (Kisstheinuit) anhand des Fragebogens
  • kleine Auswertung der Befragungen

Bericht von Larissa:

Nachdem alle etwas warm miteinander geworden waren, ließ die anfängliche Zurückhaltung nach und es wurde gemeinsam ein recht ansehnlicher Fragebogen erarbeitet. Dabei half die Recherche auf Internetseiten wie FairSchnitt.org, ci-romero.de, bmz.de oder siegelklareit.de.

Die Tour durch die Bekleidungsgeschäfte in der Innenstadt verlief – wie vermutet – sehr unterschiedlich. Esprit und H&M wollten jeweils überhaupt keine Auskunft über die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Kleidung geben und haben uns an ihre PR-Abteilung verwiesen. Selbst zur Conscious Collection von H&M wollte niemand etwas sagen.

Die Angestellten von Snipes und die Managerin von Hollister haben uns zwar interviewen lassen, hatten aber überhaupt keine Hintergrund-Informationen zur Herkunft und der Einhaltung von Sozialstandards bei der Produktion der Kleidung und haben mehr oder weniger geraten bzw. uns ihre Hoffnungen erzählt. Die Befragung in der Sportarena verlief ähnlich, es konnten uns allerdings zumindest einige Produkte mit ökologischen Siegeln gezeigt werden.

Bei New Yorker konnten wir mit einem Auszubildenden sprechen, der gerade ein duales Studium zum Storemanager dort macht und erstaunlich gut informiert war.

Eine öko-faire Neuentdeckung in der Bonner Innenstadt ist das inhabergeführte Geschäft Rednip. Die zwei Brüder drucken ihre eigenen Motive selbst mit ökologischen, GOTS-zertifizierten Farbstoffen auf öko-fairen Textilien (FWF- und GOTS-Siegel).

Um zu schauen, welche tollen ökofairen Labels es gibt, sind wir zum Abschluss zum Bekleidungsgeschäft „ Kiss the Inuit“ gegangen, wo wir kein Interview mehr geführt haben, sondern uns etwas über das Konzept haben erzählen lassen.

Es war ein anstrengender aber spannender Tag, der mit der Rana Plaza-Protestaktion als Highlight endete.

Die zukünftigen Boys Days sollten auf jeden Fall wieder so aktiv gestaltet werden. So können meiner Meinung nach jungen Menschen die Anliegen von FEMNET am Besten näher gebracht werden und diese eventuell sogar nachhaltig beschäftigen.

(Larissa, Mai 2015)


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