20.07.2017: „Wie gelingt Faire öffentliche Textilbeschaffung?“ – Teil 1 der Intensivschulung erfolgreich durchgeführt

Planspiel - die Kommune Mayberg macht sich auf den Weg, ihre Textilbeschaffung umzustellen. Foto: © FEMNET e.V.Planspiel - die Kommune Mayberg macht sich auf den Weg, ihre Textilbeschaffung umzustellen. Foto: © FEMNET e.V.20 Teilnehmende aus verschiedenen Kommunen in ganz Deutschland, von der Modedesignerin bis zum Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik. 20 zukünftige Expert_innen für die sozial und ökologisch verantwortliche öffentliche Beschaffung von Textilien!

Am 30.06. und 01.07.2017 fand in Köln die erste Intensivschulung von FEMNET zum Thema „Faire öffentliche Textilbeschaffung“ statt. 20 Teilnehmende und vier Expert_innen diskutierten Fragen rund um Vergaberecht und die textile Wertschöpfungskette. Sie alle wollen in ihren Kommunen und darüber hinaus bewirken, dass Steuergelder nur für den Einkauf von Bekleidung ohne Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden.

Viele Interessierte hatten sich auf die Ausschreibung von FEMNET zurückgemeldet – am Ende konnten wir 20 Personen die Teilnahme ermöglichen. Angestellte der Kommunalverwaltung – besonders Koordintor_innen für kommunale Entwicklungspolitik, Aktive in Fairtradetown-Steuerungsgruppen, Modedesigner_innen und Referent_innen entwicklungspolitischer Bildungsarbeit aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen teil. So unterschiedlich wie die beruflichen Hintergründe waren auch die Erfahrungs- und Interessenschwerpunkte in der Schulung – genau dadurch wurde ein guter produktiver Austausch möglich.

Faire Öffentliche Beschaffung - Vergaberecht mit André Siedenberg praktisch gedacht. Foto: © FEMNET e.V.Faire Öffentliche Beschaffung - Vergaberecht mit André Siedenberg praktisch gedacht. Foto: © FEMNET e.V.Tag 1 war dem Thema „Vergaberechtliche Spielräume für die Integration von Sozialstandards“ gewidmet. Der auf Vergaberecht spezialisierte Anwalt André Siedenberg führte detailliert in die Grundlagen des Vergaberechts ein. Was sind Hintergründe und Ziele des Vergaberechts? In welchen Gesetzen ist es für welchen Bereich (Bundesland, Schwellenwerte) ausgeführt? Der Schwerpunkt der Diskussion lag jedoch auf den Möglichkeiten zur Integration von Sozialstandard-Anforderungen in Ausschreibungen. Welche Spielräume eröffnet beispielsweise das Leistungsbeschreibungsrecht der Beschaffer_innen?

An Tag 2 legten wir den Schwerpunkt auf den Bekleidungsbereich. Welche Menschenrechte werden hier besonders häufig verletzt? Welche Standards sollten wir von Bekleidungshersteller_innen als Minimum fordern, um von immerhin grundlegend fairer Produktion zu sprechen? Welche Qualität – auch im Sinne einer menschenwürdigen Herstellung – können Unternehmen bereits liefern? Marie-Luise Lämmle erläuterte das Thema auf Grundlage ihrer Marktrecherchen und Erfahrungen in der Begleitung der Kommunen Bonn und Köln bei der Umstellung auf eine faire Textilbeschaffung.

Vertieft werden alle Themen im zweiten Teil der Schulung im September 2017. Bis dahin wünschen wir allen Teilnehmenden bereits viel Erfolg dabei, die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer fairen Beschaffung (PDF-Datei) in ihrer Kommune zu gehen.


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