09.09.2017: Bangladesch-Besuch zeigt Wege für faire öffentliche Beschaffung

Bangladesch und faire öffentliche Beschaffung - reges Interesse bei der Veranstaltung im Weltladen Bonn. Foto: © FEMNETBangladesch und faire öffentliche Beschaffung - reges Interesse bei der Veranstaltung im Weltladen Bonn. Foto: © FEMNETVon ihrer Dialogreise nach Bangladesch brachte unsere Mitarbeiterin Marie-Luise Lämmle zahlreiche Erfahrungen und Bilder mit, die zeigen: Ein fairer Einkauf von Bekleidung ist bitter nötig und möglich – auch für die öffentliche Hand. Im August hielt sie gleich zwei Vorträge in Bonn.

 

Vom 10. bis zum 15. Februar 2017 besuchte FEMNET-Mitarbeiterin Marie-Luise Lämmle Bangladesch, um sich vor Ort ein Bild der Bekleidungsindustrie zu machen. Sie besichtigte dort nicht nur Fabriken, sondern führte zahlreiche Gesprächen mit Fabrikbesitzern, Regierungsvertretern, Arbeitgeberverbänden, NGOs, Gewerkschafter_innen und Arbeiter_innen sowie Think Tanks. Organisiert haben die Dialogreise newtrade nrw, die Deutsche Botschaft in Dhaka und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG).

Mitgebracht hat unsere Mitarbeiterin nicht nur Erfahrungen, sondern auch zahlreiche Fotos. Ihre Erkenntnisse und Materialien setzt sie in unserer Arbeit für die Faire Öffentliche Beschaffung ein. Wie werden Sozialstandards in der Produktion verletzt? Wie schätzen Fabrikbesitzer vor Ort die Situation der Arbeiter_innen ein? Welche Möglichkeiten sehen NGOs und Gewerkschaften in Bangladesch, um bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen? Diese Fragen bewegen Hersteller und Händler von Berufsbekleidung sowie Verwaltungsmitarbeiter_innen, Stadträte und Bürger_innen in Kommunen, die Textilien fair beschaffen wollen.

Am Abend des 30. August 2017 folgten rund 40 Bonner Bürger_innen der Einladung in den Weltladen, um sich über die Bekleidungsindustrie in Bangladesch zu informieren. Damit war die Abendveranstaltung so gut besucht, dass am Ende sogar der Sauerstoff im Raum etwas knapp wurde. Das tat dem regen Interesse an den Ausführungen von Ann-Kathrin Voge (Weltladen) und Marie-Luise Lämmle (FEMNET) jedoch keinen Abbruch.

Am Tag darauf berichtete Marie-Luise Lämmle von ihren Erfahrungen im Ausschuss Bürgerbeteiligung und Lokale Agenda der Stadt Bonn. Hier lag der Fokus der Diskussion noch stärker auf den Möglichkeiten der Kommunalverwaltung, Veränderungen für die Arbeiter_innen zu bewirken. Mit beiden Vorträgen haben wir einen Beitrag geleistet, die Stadt Bonn weiter auf ihrem Weg zu einer vollständigen Umstellung auf eine öko-faire Beschaffung (PDF-Datei) zu begleiten. Mit einer Modellausschreibung des Bonner Amts für Stadtgrün und Ausschreibungen zur Beschaffung fairer Bälle mit dem Sport- und Bäderamt der Stadt Bonn hat die Stadt gute Erfahrungen gesammelt – nun gilt es, die ökologischen und sozialen Kriterien in der Textilbeschaffung von der Ausnahme zum Standard zu machen.


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