30.09.2017: „Wie gelingt Faire öffentliche Textilbeschaffung?“ – Teil 2 der Intensivschulung durchgeführt

Komplexe Themen, konzentrierte Gesichter: Wie öko-fair beschaffen, bei einer Marktsituation mit bestehenden Gütezeichen und ohne? Foto: © FEMNETKomplexe Themen, konzentrierte Gesichter: Wie öko-fair beschaffen, bei einer Marktsituation mit bestehenden Gütezeichen und ohne?
Foto: © FEMNET
Die zweite Intensivschulung von FEMNET zum Thema „Faire öffentliche Textilbeschaffung“ fand am 29. und 30. September 2017 in Köln statt. 22 Teilnehmende diskutierten Fragen rund um Vergaberecht und die textile Wertschöpfungskette. Sie alle wollen in ihren Kommunen und darüber hinaus bewirken, dass Steuergelder nur für den Einkauf von Bekleidung ohne Menschenrechtsverletzungen eingesetzt werden.

Etliche Kommunen haben in ihrer Verwaltung Stellen für kommunale Entwicklungszusammenarbeit eingerichtet. Aufgabe dieser Koordinator_innen ist es häufig, Beschaffer_innen von „sensiblen Produkten“ in den Kommunen dazu zu beraten, wie sie sicherstellen können, dass Waren eingekauft werden, bei denen Umwelt- und Sozialstandards in der Fertigung eingehalten wurden. Einige dieser Koordinator_innen bildeten sich bei uns zur Beschaffung von Kleidung und Textilien weiter. Aber auch in der Zivilgesellschaft herrscht reges Interesse an der fairen öffentlichen Beschaffung – so nahmen an unserer Schulung auch Aktive aus Fairtradetown-Steuerungsgruppen teil. Ebenso waren Vertreter_innen der Evangelischen Kirche anwesend – auch hier besteht Umsteuerungsbedarf.

Wo stehen die einzelnen Kommunen im Hinblick auf eine verantwortliche Beschaffung? Noch gar keine Diskussion, Ratsbeschluss als Papiertiger oder aktive Vorreiter? Lediglich Kaffee im Büro der Bürgermeister_in oder alle sensiblen Produkte im Blick? Foto: © FEMNETWo stehen die einzelnen Kommunen im Hinblick auf eine verantwortliche Beschaffung? Noch gar keine Diskussion, Ratsbeschluss als Papiertiger oder aktive Vorreiter? Lediglich Kaffee im Büro der Bürgermeister_in oder alle sensiblen Produkte im Blick? Foto: © FEMNETNach einer kurzen Wiederholung der Inhalte aus Schulung 1, beschäftigten wir uns im Detail mit der Frage nach Produkt- oder Unternehmenssiegeln, die gewisse Umwelt- und Sozialstandards nachweisen. Was genau können uns Standardinitiativen mit welchen Prüfmechanismen bei Bekleidung nachweisen? Wie können wir sie als „Gütezeichen“ in den Vergabeprozess einbeziehen? Noch herausfordernder wurde das Thema am Samstag: Wie können wir auch bei der Beschaffung von Produkten, bei denen es noch gar keine glaubwürdigen Standardnachweise für öko-faire Produktion gibt, möglichst gut überprüfbar entsprechende Produkte beschaffen? Anhand von aktuellen Ausschreibungen aus Kommunen und Ländern erarbeiteten wir best-practice-Verfahren, zu denen wir den Beschaffer_innen raten – zum Beispiel ging es um die Beschaffung eines Wasch- und Leasingservice für den örtlichen Abfallbetrieb und um die Beschaffung von Polizeiuniformen.

Öko-faire Berufskleidung bald in allen der rund 11.000 Kommunen in Deutschland Standard? Foto: © FEMNETÖko-faire Berufskleidung bald in allen der rund 11.000 Kommunen in Deutschland Standard? Foto: © FEMNETNach den komplex gefüllten und eng getakteten Intensivschulungstagen stand für die Teilnehmenden fest: Im nächsten Jahr brauchen wir eine Fortsetzung der Schulungen für die Vertiefung und Weiterentwicklung der Themen und mehr Zeit zum Austausch.

 


Powered by JS Network Solutions