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FEMNET verpflichtet sich zu Transparenz gemäß der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

20.04.2017: Wer stellt unsere Kleidung her? KiK und Hugo Boss verweigern Transparenz

Transparenz Kampagne 2017Berlin. Die deutschen Unternehmen KiK und Hugo Boss sind der Aufforderung einer internationalen Koalition von neun Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften, sich zu Transparenz in ihren Lieferketten zu verpflichten, nicht gefolgt, zeigt der heute erschienene Bericht „Follow the Thread“. Adidas und Esprit haben sich als einzige deutsche Unternehmen bisher darauf festgelegt, den sogenannten Transparency Pledge bis Ende 2017 umzusetzen. Die Kampagne für Saubere Kleidung fordert KiK und Hugo Boss auf, diesem positiven Beispiel zu folgen. Informationen über Fabriken, in denen Markenkleidung hergestellt wird, helfen lokalen und internationalen NGOs dabei, Missstände und Arbeitsrechtsverletzungen bei Zulieferern früher aufzudecken.

Deutsche Unternehmen wie Lidl, Aldi und Tchibo haben erste Schritte eingeleitet und wollen nun zumindest Namen und Adressen ihrer Zulieferfabriken weltweit veröffentlichen.  „Einige deutsche Unternehmen bewegen sich in die richtige Richtung. Sie müssen aber sicherstellen, dass sie detailliertere Angaben zu ihren Zulieferern machen und auch Informationen zu ihren Sublieferanten veröffentlichen“, sagt Gisela Burckhardt von FEMNET, Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC). Laura Ceresna-Chaturvedi von der CCC betont: „KiK und Hugo Boss dürfen nicht länger hinterherhinken, sondern müssen dem Trend von transparenten Lieferketten folgen.“  Laut Esprit ist „die Veröffentlichung solcher Informationen für manche Unternehmen durchaus unbequem, aber es ist an der Zeit transparenter zu werden“. Esprit ist eines der 17 Unternehmen, die den Transparency Pledge bis Ende 2017 umsetzen werden.

Am 24. April jährt sich der Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes in Bangladesch zum vierten Mal. Bei dem Unglück in der Textilfabrik kamen über 1.100 Arbeiter*innen ums Leben und mehr als 2.000 wurden verletzt.  Zum Zeitpunkt dieser Katastrophe waren kaum Informationen über die Unternehmen, die dort ihre Kleidung produzieren ließen, öffentlich verfügbar.  „Bei Rana Plaza mussten die Helfer in den Trümmern nach Firmenetiketten und anderen Beweisen suchen. Soweit darf es nie wieder kommen. Der Transparency Pledge ist dringend nötig, um die verantwortlichen Unternehmen haftbar machen zu können“, sagt Berndt Hinzmann von INKOTA.

Der englischsprachige Bericht „Follow the Thread“ stellt die Ergebnisse einer Koalition von neun NGOs zusammen, die gemeinsam 72 Unternehmen aufgefordert haben, ein Transparenzversprechen abzugeben. 23 dieser Unternehmen geben solche Informationen zu ihren Zulieferern bereits an. Der Bericht zeigt aber, dass viele Unternehmen bisher gar keine oder nur unzureichende Informationen zur Verfügung stellen. Der Transparency Pledge wird als Mindeststandard für Transparenz in der Lieferkette verstanden und soll dazu dienen, Arbeitsrechte zu schützen und die Sorgfaltsplicht der Unternehmen innerhalb ihrer Lieferkette zu verbessern.

Kontakt: Laura Ceresna-Chaturvedi, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung,
Tel.: +49 (0)30-42 08 202-52, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Weitere Informationen:

 

 

Pressemitteilung der Kampagne für Saubere Kleidung vom 20. April 2017

 

 


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