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31.03.2017: Protest von indonesischen Gewerkschaften: s.Oliver und Gerry Weber müssen entlassene Arbeiterinnen entschädigen

Proteste vor der Deutschen Botschaft in Jakarta.Am 30. März 2017 haben die indonesischen Gewerkschaften GSBI und FSPMI eine Protestaktion vor der deutschen Botschaft in Jakarta organisiert, um auf das Schicksal von 4.000 Arbeiterinnen aufmerksam zu machen, die bei einem Zulieferer von den deutschen Unternehmen s.Oliver und Gerry Weber gearbeitet haben. Im April 2015 hat die insolvente Textilfabrik Jaba Garmindo in Indonesien geschlossen. Bis heute warten Tausende vorwiegend weibliche Beschäftigte, die damals entlassen wurden, vergebens auf vier ausstehende Monatsgehälter sowie Abfindungen von insgesamt fast 11 Millionen US-Dollar. Die Kampagne für Saubere Kleidung ruft s.Oliver und Gerry Weber dazu auf, sich an den Entschädigungszahlungen zu beteiligen.

Die Indonesierin Sri Paryani, die zusammen mit ihrem Mann 20 Jahre in der Fabrik arbeitete, sagt: „Viele von uns haben durch die Insolvenz ihre Wohnungen verloren und sind zu alt, um eine neue Anstellung zu finden. Wir können unsere Familien nicht mehr ernähren. Doch wir geben nicht auf und werden unseren Kampf solange fortsetzen, bis wir Gerechtigkeit erfahren.“ Eine Versteigerung des Fabrikeigentums konnte bisher lediglich 45% der ausstehenden Löhne der Arbeiterinnen decken. Es stehen ihnen ferner weitaus höhere Abfindungen zu.

Die Fabrikgewerkschaften berichten, dass beide Unternehmen bis Anfang 2015, also kurz vor der Insolvenz, bei Jaba Garmindo Kleidung produzieren ließen. „Wir fordern s.Oliver und Gerry Weber dazu auf, endlich Verantwortung für ihre Lieferkette zu übernehmen. Sie müssen den Beschäftigten das geben, was ihnen rechtlich zusteht,“ sagt Laura Ceresna-Chaturvedi von der Kampagne für Saubere Kleidung.

Laut den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sind Unternehmen dazu verpflichtet, Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen, die durch ihre Geschäftspraktiken entstehen. „Als multinationale Unternehmen haben s.Oliver und Gerry Weber eine menschenrechtliche Sorgfaltspflicht. Die besteht auch gegenüber Beschäftigten ihrer Zulieferer. Es ist nicht hinnehmbar, dass Tausende Arbeiterinnen, die Kleidung für s.Oliver und Gerry Weber genäht haben, leer ausgehen,“ so Laura Ceresna-Chaturvedi.

In einem ähnlichen Fall in Indonesien hat Adidas im Jahre 2013 auf Drängen der internationalen Clean Clothes Campaign (CCC) Arbeitern und Arbeiterinnen ihres Zulieferers eine Abfindung gezahlt. Auch andere Unternehmen wie Fruit of the Loom, Nike und H&M haben sich in der Vergangenheit an solchen Zahlungen an Arbeiter und Arbeiterinnen in ihren Lieferketten in Honduras, El Salvador, Indonesien und Kambodscha beteiligt. Oder sie haben ihre Zulieferer dazu gedrängt, Abfindungen zu zahlen.

 

Kontakt:
Laura Ceresna-Chaturvedi, Eilaktionskoordinatorin der Kampagne für Saubere Kleidung,
Tel.: +49 (0)30-42 08 202-52, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Pressemitteilung der Kampagne für Saubere Kleidung vom 30.03.2017


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