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FEMNET verpflichtet sich zu Transparenz gemäß der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

24.11.2016: Neue Initiative von FEMNET im Rahmen des Bündnisses für nachhaltige Textilien gegen strukturelle Gewalt in südindischen Spinnereien

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November

Sumangali Betroffene in Tamil Nadu, 2013. Foto: © FEMNETSumangali Betroffene in Tamil Nadu, 2013. Foto: © FEMNET„Nein zu Gewalt an Frauen“ – seit 35 Jahren setzt der 25. November ein Zeichen gegen Unterdrückung, Misshandlung und Ausbeutung. FEMNET setzt sich gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz ein – sei es direkte, wenn Beschäftigte bei ihrer Arbeit beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen werden oder sei es strukturelle, die durch Ausnutzen von existenziellen Zwangslagen und kulturellen Traditionen zur Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Unterdrückung oder Diskriminierung von Beschäftigten führt.

  • Weltweit leben nach Schätzungen knapp 46 Millionen Menschen in Sklaverei. Sie werden zur Arbeit in Fabriken, Minen oder Plantagen gezwungen oder für Sex verkauft.
  • Laut Studie des US-Außenministeriums werden in 16 Ländern Sklaven bei der Baumwollernte eingesetzt.
  • Indien hat mit geschätzten 11,7 Millionen den höchsten Anteil an Menschen in Sklaverei.

In südindischen Spinnereien schuften junge Mädchen, fast noch Kinder, um Garn für die westliche Modeproduktion herzustellen. Dies ist eine moderne Form der Sklaverei. Die 14- bis 18-Jährigen, häufig aus der ärmsten Kaste und Landbevölkerung, werden zur Arbeit in hochmodernen Spinnereien angeworben. Versprochen werden leichte Tätigkeit, Nähausbildung, Übernahme der Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie regelmäßiger Lohn. Die Realität sieht anders aus. Die Mädchen werden wie Sklavinnen gehalten: Sie schuften bis zu 12 Stunden täglich im Schichtdienst, auch nachts, stehen unter enormen Produktionsdruck und leben weit weg von ihren Familien in kargen Unterkünften, die sich oft auf dem Fabrikgelände befinden und deren Miete auch noch vom Lohn abgezogen wird. Sowohl am Arbeitsplatz als auch in den Unterkünften/Hostels sind die dadurch isolierten Mädchen Schikanen, Beleidigungen und sexueller Belästigung durch Vorgesetzte und Mitarbeiter ausgesetzt. Die indische NGO SAVE hat in den vergangenen sechs Jahren 86 Todesfälle registriert, sechs allein im ersten Halbjahr dieses Jahres. Die Todesfälle werden zum größten Teil nicht aufgeklärt.

Einer Multi-Stakeholder-Initiative im Rahmen des Bündnisses für nachhaltige Textilien könnte dieses System wirksam bekämpfen. Auf dem 2. Jahrestag des Bündnisses wurde am 22. und 23. November 2016 bekannt gegeben, dass alle Beteiligten (Wirtschaft, Politik, NGOs und Gewerkschaften) eine Initiative unterstützen wollen, um die Arbeitsbedingungen in den Spinnereien und Fabriken Tamil Nadus zu verbessern.

 

Kontakt:
Kristina Klecko
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0228 – 909 17 309   

Pressemeldung Bonn, 24.11.2016

FEMNET e.V. ist eine Frauenrechtsorganisation mit Sitz in Bonn, die sich für eine menschenwürdige Produktion in der globalen Bekleidungsindustrie engagiert. Der Verein ist Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign).
Mehr Infos unter www.femnet-ev.de


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