Rechte von Müttern und Kindern in der südindischen Bekleidungsindustrie stärken

- ein Projekt von FEMNET e.V. und Cividep (Bangalore, Indien)

Kinder in einer Betreuungseinrichtung. Foto: © Gisela Burckhardt FEMNETFoto: © Gisela Burckhardt FEMNETUm Mütter und Kinder in der Arbeitswelt zu schützen, gibt es in fast allen Ländern der Welt bezahlten Mutterschutz und in einigen Ländern sogar die gesetzliche Vorschrift für den Arbeitgeber, Kinderbetreuungseinrichtungen am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Indien und Bangladesch gehören zu diesen Ländern, jedoch ist die Umsetzung häufig katastrophal.

So sind die Kinderbetreuungseinrichtungen in den Fabriken - wenn es überhaupt welche gibt -, meist unzureichend in Bezug auf Qualität und Kapazität, obwohl sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Das Fehlen von Betreuungseinrichtungen für Kinder unter 6 Jahren stellt die arbeitenden Mütter vor enorme Schwierigkeiten und bedeutet eine zusätzliche große Belastung. Viele Kinder werden unzureichend betreut und haben somit keine Chance auf frühkindliche Bildung oder Entwicklungsmöglichkeiten. Die Frauen hören meist nach der Geburt auf zu arbeiten, da sie angesichts der harten Arbeit und der ungenügenden Kinderbetreuung keine andere Möglichkeit sehen, sich um ihre Kinder zu kümmern. Wenn es den Müttern finanziell nicht möglich ist, einfach mit der Arbeit aufzuhören, bleiben auch kleinste Kinder allein zu Hause oder werden von älteren Geschwistern beaufsichtigt, die dafür die Schule vernachlässigen. Wenn die Kinder zu Hause bleiben, werden diese in vielen Fällen auch zur Heimarbeit herangezogen, helfen z.B. beim Annähen von Pailletten.

"Es reicht nicht aus, wenn Kinder in Krippen nur körperlich gut versorgt werden, sie zu essen und zu trinken bekommen. Für eine gesunde Entwicklung benötigen sie unbedingt auch eine gute emotionale Versorgung, Menschen, die mit ihnen im Kontakt sind und sie persönlich ansprechen, denn schon kleine Kinder benötigen für eine gesunde Gehirnentwicklung einen intensiven emotionalen Austausch mit einer Bezugsperson. Denn die Voraussetzung für eine gute kognitive Entwicklung ist eine sichere emotionale Bindung an eine spezifische Bezugsperson, besonders dann, wenn die Kinder viele Stunden während des Tages in der Krippe verbringen."
Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch, Kinder- und Jugendlichenpsychiater und Psychotherapeut

Darum setzt sich FEMNET zusammen mit seinen Partnerorganisationen vor Ort dafür ein, mit verbesserter Kinderbetreuung die Mütter zu entlasten und bessere Voraussetzungen für Kinder zu schaffen, um den Teufelskreis aus Armut und Ausbeutung zu durchbrechen. In Deutschland leisten wir mit #WerPasstAuf? Kampagnenarbeit zur Verbesserung der Rechte von Müttern und Kindern.

Was Sie tun können

SpendenbuttonWir freuen uns über jede Unterstützung für eine Verbesserung der Situation von Müttern und Kindern in der Branche, sei es in Form von Unterstützung unserer Kampagne „#WerPasstAuf?“ oder durch Spenden für die Arbeiterinnen vor Ort.

 

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