Nachrichten aus Bangladesch

„Ohne internationale Solidarität wären wir verloren“

Mim Akter (links) und Kalpona Akter berichten vom Überlebenskampf in der bangladeschischen Bekleidungsindustrie. Foto: © FEMNETMim Akter (links) und Kalpona Akter berichten vom Überlebenskampf in der bangladeschischen Bekleidungsindustrie. Foto: © FEMNETAktivistinnen aus Bangladesch berichten über den täglichen Kampf für bessere Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie

Die Löhne in Bangladeschs Bekleidungsindustrie gehören zu den niedrigsten auf der ganzen Welt. Die Arbeitsbedingungen haben sich seit dem Einsturz des Rana Plaza Gebäudes im April 2013 mit über 1100 Toten und 2500 Verletzten nicht wesentlich verbessert. Durch das Gebäude- und Brandschutzabkommen Accord hat allerdings die Sicherheit für die Arbeiterinnen vor einem Einsturz oder vor Brand zugenommen. Doch damit sind nicht Frauendiskriminierung, massive Überstunden und Gewerkschaftsverfolgung verschwunden. Als im Dezember 2016 in der Textilregion Ashulia in Bangladesch Tausende Arbeiter_innen für einen höheren Mindestlohnstreikten, schlugen Fabrikbesitzer und Regierungunbarmherzig zurück, um die Arbeiter_innen und Gewerkschaften einzuschüchtern. 600 Arbeiter_innen und Gewerkschafter_innen wurden angeklagt, 1500 wurden einfach gefeuert, Dutzende inhaftiert.

Knapp ein Jahr nach der brutalen Niederschlagung der Proteste sind Kalpona Akter und Mim Akter auf Einladung von FEMNET e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Deutschland, um über den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Bezahlung zu berichten. Im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und Vorträgen vor Studierenden, bei Fachtagungen, Diskussionsrunden und Pressekonferenzen haben die beiden die internationale Solidarität als wesentliche Unterstützung für ihren Kampf hervorgehoben.

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17. - 27. 10.2017: Rundreise: Starke Frauen aus Bangladesch – Für eine gerechtere Modeindustrie!

Poster FEMNET Rundreise2017Berlin – Hannover – Bonn – Köln – Düsseldorf - Mönchengladbach

Die Löhne in Bangladeschs Bekleidungsindustrie gehören zu den niedrigsten auf der ganzen Welt. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal und es kommt immer wieder zu Unfällen mit vielen Toten und Verletzten wie beim Einsturz von Rana Plaza 2013, als über 1100 Arbeiter_innen starben.

Als im Dezember 2016 in der Textilregion Ashulia in Bangladesch Tausende Arbeiter_innen für einen höheren Mindestlohn streikten, schlugen Fabrikbesitzer und Regierung unbarmherzig zurück, um die Arbeiter_innen und Gewerkschaften einzuschüchtern. 600 Arbeiter_innen und Gewerkschafter_innen wurden angeklagt, 1600 wurden gefeuert, 26 wurden inhaftiert.

FEMNET e.V. veranstaltet gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 17. bis 27. Oktober 2017 eine Veranstal­tungsrundreise.

Knapp ein Jahr nach der brutalen Niederschlagung der Proteste berichten Aktivistinnen aus Bangladesch über den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Bezahlung.

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01.08.2017: Jubiläum, Hungerstreik, Nobelpreisträger: Die Arbeit von NGWF in Bangladesch: NGWF ruft zu Solidarität mit Arbeiter_innen auf

NGWF Demonstration im Juli 2017

Der Juli war turbulent bei FEMNETs Partnerorganisation in Bangladesch, der National Garment Workers Federation (NGWF): Am 22. Juli 2017 feierte die Gewerkschaft ihren 34. Jahrestag. Zu diesem Anlass haben Mitglieder und Gäste die Errungenschaften der Gewerkschaft sowie die Entwicklungen in der bangladeschischen Bekleidungsindustrie der letzten drei Jahrzehnte Revue passieren lassen.

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24.04.2017: Rana-Plaza-Gedenktag: FEMNET fordert mehr Transparenz von der Textilindustrie

22.04.2017: Aktion zu Rana Plaza in Bonn. Foto: © FEMNET e.V.Bonn. Mit einer Straßenaktion mitten in der Bonner Innenstadt hat die Frauenrechtsorganisation FEMNET auf den heutigen Gedenktag für Rana Plaza aufmerksam gemacht. Heute vor vier Jahren starben bei dem Fabrikeinsturz in Bangladesch mehr als 1.100 Textilarbeiter_innen und 2.000 wurden teils stark verletzt.

Um die noch weit verbreitete Intransparenz in der Industrie sowie die Folgen des Fast-Fashion-Konsums zu thematisieren, bauten die FEMNET-Aktivist_innen am vergangenen Samstag, 22. April, auf dem Bottlerplatz eine textile Lieferkette mit drei Stationen „in klein“ nach: Im ersten Raum wurde gesponnen, im nächsten genäht und im dritten stürzten sich kreischende Kund_innen auf Kleiderwühltische. Unzählige Passant_innen blieben bei diesem pantomimischen Straßentheater stehen und ließen sich Informationen zu den Hintergründen der textilen Lieferkette geben.

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18.04.2017: Nie wieder Rana Plaza: Gewerkschaften verhindern Tragödie in bangladeschischer Textilfabrik

Arbeiter_innen einer teilweise eingestürzten Fabrik protestieren für ihre Sicherheit

Arbeiter_innen protestieren bei der für die Sicherheit zuständigen Behörde (Department of Inspection for Factories and Establishments (DIFE)) für notwendige Sanierungen und Gebäudesicherheit in Textilfabriken. Foto: © NGWFArbeiter_innen protestieren bei der für die Sicherheit zuständigen Behörde (Department of Inspection for Factories and Establishments (DIFE)) für notwendige Sanierungen und Gebäudesicherheit in Textilfabriken. Foto: © NGWF

Am Nachmittag des 5. April 2017 stürzten in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka Teile des 15-stöckigen Fabrikgebäudes Ananta Plaza ein, während rund 3.000 Näherinnen im Innern des Gebäudes arbeiteten. Die beiden im Gebäude ansässigen Fabriken Ananta Fashion und Ananta Apparels Ltd produzieren u.a. für H&M, C&A, Zara, Mango, Marks & Spencer, GAP, Levis, Jack & Jones und Abercrombie & Fitch.

Zwar kam dabei niemand zu Schaden, jedoch erinnerte der Vorfall stark an die Rana Plaza Katastrophe im April 2013. Hier kamen bei dem Einsturz eines Fabrikkomplexes mehr als 1.100 Menschen ums Leben, über 2.000 wurden zum Teil stark verletzt. Dass es in diesem Fall zu keiner Wiederholung der Tragödie kam, ist vor allem den schnellen Reaktionen von Arbeiter_innen und Gewerkschaften zu verdanken, die nach dem Kollaps der Räume im Erdgeschoss auf eine umgehende Schließung der Fabrik drängten.

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28.02.2017: Positive Entwicklungen in Bangladesch- aber die Krise in Bangladeschs Textilsektor ist noch nicht überstanden!

Textilfabrik in Bangladesch Foto: © Gisela Burckhardt Textilfabrik in Bangladesch Foto: © Gisela Burckhardt, FEMNET Nach Monaten internationaler Proteste von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen weltweit, kam es zu einer Einigung zwischen Gewerkschaften, dem Arbeitsministerium und Arbeitgebern in Bangladesch, alle inhaftierten Gewerkschafter_innen frei zulassen. Die Kampagne für Saubere Kleidung begrüßt diese Einigung als einen positiven ersten Schritt, warnt aber davor, dass die Krise in Bangladeschs Textilsektor dadurch noch nicht überstanden ist.

Die Einigung zwischen IndustriALL Bangladesh Council (IBC), dem Arbeitsministerium und dem Arbeitgeberverband BGMEA kam am 23. Februar 2017 zu Stande, nachdem einige internationale Bekleidungsunternehmen ihre Teilnahme an einer Konferenz der Bekleidungsindustrie (Dhaka Apparel Summit) absagten.

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14.02.2017: NGWF in Dhaka fordert Freilassung von Gewerkschafter_innen

Demonstration der NGWF am 10.02.2017. Foto: © NGWFDemonstration der NGWF am 10.02.2017. Foto: © NGWFAm Freitag, 10. Februar 2017, haben National Garment Workers Federation (NGWF) und andere Gewerkschaften erneut für die Verbesserung der angespannten Situation von Gewerkschafter_innen in Bangladesch demonstriert. Mehrere hundert Näher_innen nahmen an der Demonstration in Dhaka teil.

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29.12.2016: Willkürliche Verhaftungen von GewerkschafterInnen während eines Streiks in Bangladesch

Streik Bangladesch. © CCC

Die Kampagne für Saubere Kleidung sorgt sich um die Sicherheit von GewerkschafterInnen und ArbeiterInnen in Bangladesch. Einige von ihnen waren scheinbar willkürlich festgenommen worden, während sich Tausende ArbeiterInnen in Ashulia, einer Gegend in Dhaka, an einem Streik für höhere Löhne beteiligt hatten. Der Streik begann am 12. Dezember 2016 in der Windy Apparels Fabrik, die erst vor kurzem in den Nachrichten in Verbindung mit dem Tod einer Angestellten im Oktober erwähnt wurde. Die Fabrik produziert Kleidung für mehrere Markenunternehmen, darunter H&M, Inditex (dem die Marke Zara gehört), Esprit, Tesco, Arcadia, s.Oliver und Debenhams. Innerhalb kürzester Zeit nahmen auch umliegende Fabriken an dem Streik teil. Am 20. Dezember 2016 wurden 59 Fabriken geschlossen.

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14.10.2016: NGWF fordert faire Löhne in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch

The National Garment Workers Federation (NGWF) hat am 14. Oktober 2016 eine Kampagne für höhere Löhne in der bangladeschischen Bekleidungsindustrie gestartet. Unter dem Titel „Living wage…fair price of garment products” fordert die Gewerkschaft eine faire Entlohnung der rund 4,2 Millionen Beschäftigten in der Bekleidungsindustrie (davon sind etwa 3,2 Millionen Frauen). Eine Demonstration durch die Hauptstadt Dhaka unter Beteiligung verschiedener nationaler sowie lokaler Gewerkschaften und anderer zivilgesellschaftlichen Organisationen machte auf die Belange der Arbeiter_innen aufmerksam.

NGWF Demo 14.10.2016 vor dem Presse-Club in Dhaka, Bangladesch. Foto: © NGWFNGWF Demo 14.10.2016 vor dem Presse-Club in Dhaka, Bangladesch. Foto: © NGWF

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11.07.2016: Überlebende und Hinterbliebene des Tazreen Fabrikbrandes nach vier Jahren endlich entschädigt

Tazreen Fabrik. Foto: © FEMNET e.V.Tazreen Fabrik. Foto: © FEMNET e.V.Berlin. Durch die Stiftung zur Entschädigung der Tazreen Opfer haben im Juni 2016 alle ArbeiterInnen und Hinterbliebenen ihre Entschädigungszahlung erhalten. Die Clean Clothes Campaign und das International Labor Rights Forum begrüßen diese Entwicklung.

Am 24. November 2012 brach ein Feuer in der Tazreen Fashions Textilfabrik in Bangladesh aus, bei dem 113 Arbeiter_innen ums Leben kamen und fast 200 verletzt wurden. Erst drei Jahre später im September 2015 wurde endlich auf Basis eines Abkommens zwischen C&A, der C&A Stiftung, IndustriALL Global Union, und der Clean Clothes Campaign die Stiftung für Entschädigung der Tazreen Opfer (Tazreen Claims Administration Trust, TCA) ins Leben gerufen.

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Weitere Beiträge...

  1. 30.06.2016: Bangladesch: NGWF nun vernetzt mit weltweit agierendem Gewerkschaftsverband IndustriALL
  2. 01.06.2016: Bangladesch: Arbeiter_innen erstreiten Arbeitsrechte und bessere Bezahlung unter Leitung von NGWF
  3. 02.05.2016: OECD-Beschwerde gegen TÜV Rheinland: Rana Plaza-Prüfbericht: Arbeitsbedingungen und Sicherheitsrisiken nicht moniert
  4. 22.12.2015: Neuer Bericht spricht von über 7000 statt 4500 Fabriken in Bangladesch
  5. 26.10.2015: "Made in Bangladesh" - Tanztheater tourt durch Europa
  6. 27.09.2015: 11. Nürnberger Menschenrechtspreis verliehen an NGWF-Aktivist Amirul H. Amin
  7. Reisebericht Bangladesch vom 30.08. bis 07.09.2015 von Gisela Burckhardt
  8. 23.07.2015: Für Aldi produziert, jetzt ohne Lohn - Arbeiterinnen in Bangladesch protestieren gegen Fabrikschließung
  9. 20.04.2015: Erfolg der internationalen Kampagne von über 1 Mio Unterschriften! Benetton sagt Entschädigungszahlung für Rana Plaza Opfer zu, nur: zu wenig!
  10. 21.03.2015: Bangladesch: Proteste nach Fabrikschließungen
  11. 15.02.2015: Bangladesch: Deutscher Fabrikbesitzer entläßt Textilarbeiter_innen - schwere Auseinandersetzungen
  12. 21.08.2014: Aktuelle Entwicklungen im Fall der Auseinandersetzungen um die Fabriken der Tuba-Gruppe in Bangladesch: 5 Fabriken geschlossen
  13. 31.07.2014: Hungern bis zum Tod – Arbeiterinnen der Tuba-Gruppe in Bangladesch sind seit drei Monaten ohne Lohn
  14. 29.07.2014 Konzerne in Deutschland steigern ihre Umsätze nach Rana Plaza – in Bangladesch erhalten viele Arbeiter_innen nicht einmal ihren Eid Bonus - Stand der Fabrikinspektionen
  15. Kinderarbeit in Bangladesch – Eine Dokumentation des britischen Senders ITV zeigt verheerende Zustände in einigen Textilfabriken Bangladeschs

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