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FEMNET verpflichtet sich zu Transparenz gemäß der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

FEMNET-Newsletter Nr. 2 - Juli 2012

FEMNET-NEWSLETTER Nr. 2

Guten Tag,

in unserem 2. Newsletter bieten wir Ihnen eine Mischung aus einem kurzen Überblick über die FEMNET-Aktivitäten der letzten Wochen und aktuellen internationalen Entwicklungen in unseren Arbeitsschwerpunkten. Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserer Arbeit und hoffen, dass auch für Sie interessante Nachrichten dabei sind.

Viel Spaß beim Lesen!

 

FEMNET-Logo

Inhalte:

  1. Solidaritätsfonds: Besuch bei Munnade in Indien, Entwicklungen in Bangladesch
  2. FairSchnitt Erste Projektphase beendet: Studie vorgelegt, das Projekt geht weiter!
  3. Save the date: Fair-Schnitt-Konferenz am 18. und 19.10.2012 in Gelsenkirchen
  4. Sumangali: Junge Frauen und Mädchen ausgebeutet
  5. Aufruf und Protestmailaktion an Arbeitsministerin von der Leyen und an Aldi
  6. Theaterworkshop in Berlin erfolgreich gelaufen
  7. Gespräche der CCC mit Lidl und KiK
  8. Proteste gegen Fairtrade Award für Lidl
  9. Tagung zur Unternehmensverantwortung der CorA
  10. UN- Umweltkonferenz in Rio und die Frauen
  11. Post aus… Baku, Aserbaidschan
  12. Terminhinweise
  13. Interessante Publikationen
  14. Impressum

1. Solidaritätsfonds: Besuch bei Munnade in Indien, Entwicklungen in Bangladesch

Ende April 2012 hat die FEMNET-Vorstandsvorsitzende Dr. Gisela Burckhardt das Projekt Munnade in Indien besucht. Sie sprach mit den Aktivistinnen der lokalen Initiative von Textilarbeiterinnen, die versuchen gegen alle Widerstände eine lokale Gewerkschaft aufzubauen. FEMNET hat seit Ende 2011 für das Projekt im Rahmen des Solidaritätsfonds Spenden eingeworben.
Zum ausführlichen Besuchsbericht…

FEMNET e.V. unterstützt mit dem Solidaritätsfonds auch die Arbeit der bangladeschischen Textilarbeitergewerkschaft NGWF, da uns die Veränderung der unerträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen der mehrheitlich weiblichen Beschäftigten wichtig ist. Im Juni 2012 haben die aktuellen Aktionen der NGWF erste Erfolge verzeichnet. Nach mehreren Protestwochen hat die Regierung nun angekündigt, Reissubventionen für die Beschäftigten in der Textilindustrie in Form einer ‚Fair-Preis-Karte' einzuführen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema...

2. FairSchnitt Erste Projektphase beendet: Studie vorgelegt, das Projekt geht weiter!

Ende Mai lief die erste Projektphase des FEMNET-Projekts ‚FairSchnitt - Studieren für eine sozialgerechte Modeindustrie' aus. Zentrales Anliegen des Projektes ist es, die Lehrpläne der Hochschulen um Informationen zu den Lebensbedingungen und Rechten von Näherinnen in Zulieferbetrieben, Verhaltenskodizes von Unternehmen, Sozial- und Umweltstandards in der Wertschöpfungskette etc. zu erweitern. Das Projekt wurde für 12 Monate von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein Westfalen gefördert.

Die FairSchnitt Projektreferentin Steffi Holz legte eine Studie, mit der Analyse der Lehrinhalte von sechs in Nordrhein-Westfalen untersuchten Hochschulen vor. Als ein Fazit kann festgestellt werden, dass in allen Studienrichtungen (Bekleidungstechnik und Management, Modedesign und Pädagogik) Nachhaltigkeitselemente zwar enthalten sind, aber in unterschiedlicher Tiefe und oft nicht ausreichend besprochen werden. Es hängt stark von den jeweiligen Dozenten ab, wie intensiv die Fragen von Sozial- und Umweltstandards behandelt werden.

Um die Projektziele weiterzuverfolgen, hat FEMNET e.V. mehrere Förderanträge gestellt, die erfreulicherweise bewilligt wurden. Ab August 2012 wird Cornelia Korte als neue Projektreferentin die Arbeit von Steffi Holz fortsetzen. Wir danken Steffi Holz für Ihren Einsatz und ihr Engagement!

Projektbüro eingerichtet
Mit Beginn der 2. Projektphase für das FairSchnitt-Projekt bekommt das Projekt ein eigenes Büro: In den Räumen des Internationalen Frauenzentrums Bonn, Quantiusstraße 8, 53115 Bonn wird das Projekt ab August beheimatet sein.

3. Save the date: Fair-Schnitt-Konferenz am 18. und 19.10.2012

FEMNET e.V. führt am 18. und 19. Oktober 2012 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen eine Konferenz zu Ethik und Transparenz in der Bekleidungsindustrie durch. Die Veranstaltung findet im Rahmen unseres aktuellen Projekts "FairSchnitt - Studieren für eine sozial gerechte Modeindustrie" statt und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt.

Mit der Konferenz wendet sich FEMNET e.V. an Studierende, DozentInnen und ProfessorInnen modebezogener Ausbildungs- und Studiengänge. Ziel ist es, die TeilnehmerInnen für Sozialstandards zu sensibilisieren, die Themen Soziales und Nachhaltigkeit langfristig in der Ausbildung zu verankern und die Vernetzung unter den Hochschulen zu fördern.

4. Sumangali: Junge Frauen und Mädchen ausgebeutet

Die Liste ausbeuterischer Systeme in der Textilbranche ist um eine Methode erweitert: Sumangali, das übersetzt ‚die glückliche Braut' bedeutet, ist ein an Sklaverei erinnerndes Prinzip, bei dem: Mädchen und junge Frauen - häufig aus der Kaste der Dalits, den ‚Unberührbaren' für drei Jahre und mehr an Textilfabriken im Süden Indiens regelrecht verkauft werden. Am Ende der Vertragszeit gibt es eine Prämie, oft nur wenige hundert Euro, die als Brautpreis dienen soll. Hält ein junges Mädchen die Vertragszeit mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht durch, war alles umsonst und sie bekommt fast nichts.

5. Aufruf und Protestmailaktion an Arbeitsministerin von der Leyen und an Aldi

Deutsche Unternehmensverbände und die Bundesregierung versuchen derzeit zu verhindern, dass die EU-Kommission eine Transparenz-Richtlinie verabschiedet, wonach Unternehmen zukünftig verpflichtet werden sollen, regelmäßig über die Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf Umwelt und Menschen in der gesamten Lieferkette zu berichten. Durch ihre Blockadehaltung deckt die Bundesregierung die Zahlung von Hungerlöhnen, Ausbeutung und Misshandlung am Arbeitsplatz, Unterdrückung von Gewerkschaften in den Zulieferbetrieben deutscher Unternehmen.  Das Arbeitsministerium hat die Federführung bei der Blockade der EU-Transparenzrichtlinie.

Zusammen mit der Kampagne für Saubere Kleidung organisiert FEMNET eine Unterschriftenaktion, gerichtet an Frau von der Leyen und stellvertretend für andere Unternehmen an Aldi , einem privaten Unternehmen, das überhaupt nichts über seine Tätigkeiten mitteilt und sich jeglicher Transparenz verweigert.

Beteiligen Sie sich jetzt an der Unterschriftenaktion…

6. Theaterworkshop in Berlin erfolgreich verlaufen

Regieren statt Blockieren! Aufdecken statt Decken! Transparenz jetzt! Unter diesem Motto stand der Theaterworkshop, den FEMNET im Rahmen der Kampagne für Saubere Kleidung am 15./16 Juni in Berlin organisiert hat und der mit einer Straßentheateraufführung erfolgreich zu Ende ging.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich mit dem Thema "Bundesregierung bremst bei Transparenzpflichten für Unternehmen" beschäftigt und hierzu kreative Aktionsformen eingeübt.

Schauen Sie sich den kurzen Videobeitrag auf der FEMNET Homepage an!

7. Gespräche der CCC mit Lidl und KiK

Im März und Juni hat die Kampagne für Saubere Kleidung, u.a. vertreten durch FEMNET-Vorstandsvorsitzende Gisela Burckhardt Gespräche mit der LIDL-Geschäftsführung und der KiK-CSR-Abteilung geführt.

Themen der Gespräche waren die von der CCC (FEMNET und CIR) im Januar 2012 herausgegebene Untersuchung über Arbeitsrechtsverletzungen in Bangladesch "Im Visier Discounter". Lidl beauftragte die GIZ, Trainings in Bangladesch und China für das Management der Lieferanten durchzuführen. KiK führt mit 20 Lieferanten in Bangladesch ein Qualifizierungsprogramm durch. Beide Trainings führten bisher zu keinen wesentlichen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

Lesen Sie die ausführlichen Berichte zu den beiden Gesprächen auf der FEMNET-Homepage!

8. Proteste gegen Fairtrade Award für Lidl

Am 20. März 2012 hat Transfair e.V. den "Fairtrade-Award" vergeben. Transfair verleiht den Preis jährlich "für herausragendes Engagement für den Fairen Handel". In der Kategorie Handel hat Lidl den 2. Platz erreicht. FEMNET e.V. kritisiert diese Verleihung ebenso wie einige Gruppen und Firmen, die im Fairen Handel tätig sind. Denn: Lidl hat nur einen kleinen Teil an fairen Produkten im Sortiment, mit denen es sich schmückt, aber der große Teil des Warenangebots ist nicht unter fairen Bedingungen hergestellt. Eine solche Auszeichnung dient letztlich dem ‚Schönfärben', wie unser Videoclip "Schön! Färber" so anschaulich darstellt. Die WDR-Sendung MARKT interviewte zu diesem Thema Dr. Gisela Burckhardt.
Interview-Video anschauen…

9. Tagung zur Unternehmensverantwortung von CorA

Seit März 2012 ist FEMNET Mitglied im CorA-Netzwerk. In diesem Netzwerk haben sich zivilgesellschaftliche Organisationen zum Thema "verbindliche Unternehmensverantwortung" zusammengeschlossen. Es fordert verbindliche Regeln von der Regierung, damit Unternehmen für die Auswirkungen ihres Handelns auf Mensch und Umwelt zur Rechenschaft gezogen und sie zur Einhaltung der Menschenrechte sowie internationaler Sozial- und Umweltstandards verpflichtet werden.

Am 29. April fand eine eintägige Fachtagung in Berlin statt, auf der die derzeitigen  Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen von einer FEMNET Vertreterin unter die Lupe genommen wurden.

Lesen Sie den ausführlichen Tagungsbericht….

10. UN- Umweltkonferenz in Rio und die Frauen

Die Women's Major Group (WMG), die auf dem Rio+20 Gipfel 200 zivilgesellschaftliche Frauenorganisationen der ganzen Welt repräsentiert hat, ist sehr enttäuscht und ernsthaft empört über die Ergebnisse der "offiziellen" Beratungen auf der UN Konferenz für nachhaltige Entwicklung, die auch als Rio+20 bekannt sind.

Lesen Sie die vollständige Abschlusserklärung…

11. Post aus… Baku, Aserbaidschan

Vereinsmitglied Dr. Melanie Krebs lebt seit einigen Monaten in Baku, das vielen als Austragungsort des European Song Contests im Mai 2012 noch in Erinnerung ist. Sie schreibt uns regelmäßig ihre Beobachtungen dieser sich im Auf- und Umbruch befindenden Gesellschaft.

Lesen Sie nun ihre Thesen zum ‚Kopftuch' als Protestsymbol.

12. Terminhinweise

20.09.2012: Öko-faire Kleidung - wo gibt es die? Marken und Geschäfte aus dem Köln/Bonner Raum stellen sich im Rahmen der Fairen Woche Bonn vor
Uhrzeit: 18:30 - 20:30 Uhr
Ort: DGB Haus, Endenicher Str. 127, 53115 Bonn
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26.9.2012: Filmabend mit Vortrag und Diskussion zum Thema: China in Bewegung. Frauen als Verliererinnen des Wachstumsmodells? im Rahmen der Interkulturellen Woche Bonn
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: IFZ e.V., Quantiusstr. 8, 53115 Bonn
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02./03.11.2012 Tagung in Paderborn: "40 Jahre feministische Debatten"
Das Zentrum für Geschlechterstudien / Gender Studies der Universität Paderborn organisiert diese Tagung um vierzig Jahre nach den ersten feministischen Aktionen eine Bestandsaufnahme zu machen und zu fragen, was aus den damals zentralen Themen und Debatten geworden ist: Sind sie noch im gesellschaftlichen Diskurs präsent (und wenn nicht, warum nicht?) und wie haben sie sich verändert?
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21.11.2012: Internationale Konferenz zum Thema Gewalt gegen Frauen
UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. wird am 21. November 2012 in Bonn eine Internationale Konferenz zum Thema Gewalt gegen Frauen veranstalten. Save the date!
Weitere Informationen...

13. Interessante Publikationen

Genderindex (SIGI) 2012
Das Entwicklungs-Zentrum der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat am 05.07.2012 den Social Institutions and Gender Index (kurz SIGI) für 2012 veröffentlicht. Während die meisten Indices Geschlechter-Diskriminierungen an Bildung oder Beschäftigungszahlen festmachen will der SIGI die Ursachen hierfür erforschen.
Der Index quantifiziert u.a. soziale Institutionen und Bräuche - dies können u.a. Kinderehen, diskriminierende Erbrechtsregelungen, Gewalt gegen Frauen, die Bevorzugung von Söhnen oder der Zugang zum öffentlichen Raum oder anderen Ressourcen sein. Er erfaßt die Daten aus über 100 Staaten, rankt diese und beobachtet die Entwicklungen über mehrere Jahre.
http://www.genderindex.org/

'Women in national Parlaments'
Die Interparlamentarische Union, eine Plattform für den Erfahrungs- und Meinungsaustausch unter Parlamentsmitgliedern mit Sitz in Genf, veröffentlichte am 31.05.2012 Daten zum Anteil der Frauen in 189 Parlamenten weltweit. Im Schnitt sind lediglich 19,8 Prozent aller Abgeordneten weiblich. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Ländern.
Spitzenreiter ist das afrikanische Ruanda mit einem Frauenanteil im Parlament von 56,3 Prozent. Im kleinen Andorra wird paritätisch regiert: der Frauenanteil liegt bei 50 Prozent. Danach folgen Kuba und Schweden mit 45,2 und 44,7 Prozent weiblichen Abgeordneten. Mit 32,9 Prozent nimmt Deutschland den 21. Platz ein.
http://www.ipu.org/wmn-e/world.htm

Handreichung für Beratungsstellen "Arbeitsausbeutung und Menschenhandel - Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Rechten verhelfen"
Ausgehend von den Erfahrungen des seit 2009 laufenden Projekt "Zwangsarbeit heute: Betroffene von Menschenhandel stärken", welches das Deutsche Institut für Menschenrechte seit 2009 in Kooperation mit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" durchführt, wurde diese Handreichung entwickelt. Sie dient dazu, die Beratungsstellen, die mit Betroffenen von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel in Kontakt kommen, dabei zu unterstützen, ihre Klientinnen und Klienten zur Durchsetzung ihrer arbeitsrechtlichen Ansprüche zu beraten.
Download als PDF-Datei 

14. Impressum

FEMNET e.V.
feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Heidebergenstr. 14
53229 Bonn
Tel. +49 (0)228-94499682
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vorstand: Dr. Gisela Burckhardt, Ines Holthaus, Anna Hoff
Redaktion und verantwortlich im Sinne § 5 TMG: Ines Holthaus
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Aktenzeichen VR 27200 B beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg


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