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Blog 2015

FEMNET verpflichtet sich zu Transparenz gemäß der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

FEMNET-Newsletter Nr. 7 - Mai 2014

Liebe Leserin, Lieber Leser,
Liebe(r) Visitor,

der Jahrestag des Einsturzes von Rana Plaza in Bangladesch hat sich am 24.04.2014 gejährt und noch immer sind die Opfer nicht entschädigt worden.

Lesen Sie hierzu die Informationen und auch Medienberichte sowie weitere Aktivitäten von FEMNET im ersten Halbjahr 2014.

Eine interessante Lektüre wünscht

Ihr FEMNET-Team

FEMNET-Logo

Inhalte:

  1. Jahrestag von Rana Plaza am 24.04.2014: Entschädigungsfonds ist kaum gefüllt
  2. Aktion vor Benetton in Bonn
  3. Schluss mit der Freiwilligkeit: Eigentum verpflichtet
  4. Kampagne Lohn zum Leben: Untersuchung von 50 europäischen Unternehmen
  5. CorA Frühjahrstagung
  6. Siegelinitiative des neuen BMZ-Ministers
  7. Projekt FairSchnitt: Multiplikatorinnenworkshop im März und Einsätze der Multiplikatorinnen
  8. Projekt FairSchnitt: Vortrag von Estela Ramirez
  9. FEMNET auf der Femme4 in Bonn
  10. Unsere Partnerorganisation NGWF in Bangladesch
  11. Unsere Partnerorganisation Munnade in Indien
  12. Große Anfrage nach der Broschüre „Fair, fair, fair sind alle meine Kleider“,
  13. FEMNET in den Medien
  14. Termine

1. Jahrestag von Rana Plaza am 24.04.2014: Entschädigungsfonds ist kaum gefüllt

Zahlt jetzt!Es ist empörend: Der unter Aufsicht der Internationalen Arbeitsorganisation ILO geführte Entschädigungsfonds für die Opfer und Hinterbliebenen des Einsturzes von Rana Plaza ist bisher nur zu einem Drittel gefüllt. Der Fonds beruht auf ILO-Standards und wurde zwischen der bangladeschischen Regierung, Gewerkschaften, Arbeitsrechts-NGOs und globalen Markenfirmen abgeschlossen. Bis heute zählt der Fonds lediglich 15 Millionen der 40 Millionen US-Dollar, die nötig sind, um die Lohnausfälle und die medizinischen Kosten der 1138 Toten und über 1500 teilweise schwer verletzten Opfer und ihre Hinterbliebenen zu begleichen. Die Unternehmen weigern sich, in den Fonds einzuzahlen oder zahlen gemessen an ihrem Umsatz und Gewinn viel zu niedrige Summen. Dieser Betrag steht im krassen Gegensatz zum Gesamtprofit von 22 Milliarden US-Dollar, den die involvierten Firmen 2013 erwirtschafteten.  


2. Aktion vor Benetton in Bonn

Aktion vor der Benetton-Filiale in BonnAm 24.04.14 führte FEMNET zusammen mit anderen Organisationen in Bonn eine künstlerische Aktion vor dem Benetton Laden durch. Das Unternehmen, dessen Kleidungssortiment nicht gerade zu den billigen gehört, weigert sich, in den Entschädigungsfonds für die Opfer, die seine Kleidung nähten, einzuzahlen. Die ca. 30 Aktiven, die einem Aufruf von FEMNET und anderen folgten, spannten ein Tuch zwischen zwei Bäumen am Friedensplatz, auf dem Passant_innen mit Farbe die Inschrift „Rana Plaza - ein Jahr, Zeit zu zahlen“ ausfüllen konnten. Wir wollten das Tuch an Benetton übergeben, doch weigerten sich die Angestellten, es entgegen zu nehmen. So wird es jetzt auf dem Postweg an die Benetton-Zentrale geschickt.


3. Schluss mit der Freiwilligkeit: Eigentum verpflichtet

Eigentum verpflichtet-LogoFEMNET unterstützt das neu gegründete Bündnis „Eigentum verpflichtet – für gesetzliche Unternehmensverantwortung“. Die unzureichenden Zahlungen der Unternehmen in den Entschädigungsfonds für die Opfer und Hinterbliebenen von Rana Plaza sind ein klarer Beleg dafür, dass freiwillige Verpflichtungen der Industrie unzureichend sind. Wir brauchen gesetzliche Regelungen wie die Einführung einer  Unternehmenshaftung.

 

4. Kampagne "Lohn zum Leben"

check-your-brandDie CCC befragte 50 europäische Unternehmen, darunter 13 deutsche, über ihre Bemühungen, Arbeiter_innen einen "Lohn zum Leben" zu zahlen. Die Unternehmen wurden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, FEMNET unterstützte die Befragung der deutschen Unternehmen. Von den 50 angeschriebenen Unternehmen antworteten 15 nicht, darunter KiK, S. Oliver und Hugo Boss. Mehr oder weniger keinerlei Anstrengungen unternehmen Aldi und Esprit. Am besten, wenn auch noch nicht gut, schnitten Inditex (Zara) aus Spanien, Marks & Spencer aus England, Switcher aus der Schweiz und Tchibo ab. Ab Mitte Mai liegt eine deutsche Kurzfassung des Berichts vor.

 

5. CorA Frühjahrstagung

Die Tagung in Berlin fand am 09.04.14 statt und war ausgebucht. Es ging um das Thema: „Lieferketten unter Kontrolle? Nachweise von Sozialstandards.“ FEMNET als Mitglied des CorA-Netzwerkes für Unternehmensverantwortung beteiligte sich aktiv an der Tagung.


6. Siegelinitiative des neuen BMZ-Ministers

Gerd Müller, der neue (CSU) Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kündigte an, noch in diesem Jahr ein neues Textilsiegel auf den Markt zu bringen. Damit will er die deutsche Modebranche dazu bewegen, soziale und ökologische Mindeststandards einzuhalten. FEMNET begrüßt, dass der Minister aktiv wird. Zusätzlich aber müssten Maßnahmen zur gesetzlichen und verbindlichen Regulierung von der Bundesregierung ergriffen werden (siehe oben unter Meldung 3), denn die Erfahrungen aus 20 Jahren zeigen, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen nicht weit führen, wie die zahlreichen Fabrikbrände zeigen.


7. Projekt FairSchnitt: Multiplikatorinnenworkshop und Einsätze der Multiplikatorinnen

Teilnehmerinnen der 3. MultiplikatorinnenschulungAm 27.-28.09.2013 und am 07.-08.03.2014 führte das Projekt FairSchnitt die zweite und dritte Schulung für  Multiplikator_innen durch. Die entwicklungspolitischen Bildungsreferent_innen trafen sich in Bonn, um Erfahrungen ihrer ersten Einsätze an Modehochschulen auszutauschen und neue Bildungsmodule zu erlernen. Die vollständigen Berichte zu den Multiplikator_innen-Schulungen finden Sie auf der FairSchnitt-Projekthomepage.

Die Multiplikator_innen unterstützen die FairSchnitt Mitarbeiterinnen in der Bildungsarbeit an den modebezogenen Hochschulen: Bisher konnten sie dort zehn Workshops durchführen – davon zwei mehrtägige. Weitere drei sind aktuell in Vorbereitung.


8. Projekt FairSchnitt: Vortrag von Estela Ramirez

v.l.n.r. Frau Prof. Hackspiel-Mikosch, Estella Ramirez, Kerstin Dahmen (FairSchnitt), Gesche Hausin (Übersetzung). Foto: © FEMNET e.V.Vom 4. bis zum 13. Mai 2014 organisiert die Christliche Initiative Romero eine Rundreise mit einem Gast aus El Salvador (Estela Ramirez). Das FairSchnitt-Projekt hatte am 05. Mai 2014 die Möglichkeit mit Frau Ramirez einen Vortrag an der Akademie Mode & Design in Düsseldorf durchzuführen. Estela Ramirez ist die Präsidentin der salvadorianischen Gewerkschaft SITRASACOSI, die Nähberufe organisiert, und die Vorsitzende der Gewerkschaftsföderation FUERSA sowie der Gewerkschafts-Liga für Unternehmensverantwortung. In ihrem Vortrag hat Frau Ramirez einen besonderen Fokus auf die Sportbekleidungsproduktion für Marken wie Adidas, Reebok und Puma gelegt, denn die Rundreise ist eingebettet in Aktionen im Vorfeld der WM in Brasilien.

Zum Bericht der Veranstaltung...


9. FEMNET auf der femme 4 in Bonn

Modenschau im Rahmen der femme4 in BonnVom 21.-23. März war FEMNET e.V. auf der femme 4, der Mode-, Schmuck- und Kunstkleidermesse des Frauenmuseums Bonn, mit einem Informationstand präsent. Darüber hinaus konnte mit der Unterstützung des FairSchnitt-Projekts die Zusammenarbeit einer Studierendengruppe mit dem Frauenmuseum Bonn initiiert werden. Im Rahmen der Messe konnten die jungen Designer_innen ihre Upcycling-Kollektion auf der femme 4 Modenschau präsentierten und weitere Upcycling-Projekte an einem Messestand ausstellen.

 

10. Unsere Partnerorganisation NGWF in Bangladesch

1.Mai-Demo NGWF 2014Die Gewerkschaft NGWF organisiert regelmäßig Demonstrationen, um darauf hinzuweisen, dass weder die Opfer von Tazreen (Brand im Nov. 2012) noch die Opfer von Rana Plaza (Einsturz April 2013) bisher entschädigt worden sind. FEMNET konnte über den Solifonds Extrazahlungen an einige Opfer Mitte 2013 auszahlen.

Außerdem unterstützt FEMNET den Rechtshilfefonds von NGWF, wodurch 170 Personen Rechtshilfebeistand im Jahr 2013 gegeben werden konnte. NGWF hat für 75 Personen Beschwerdebriefe beim Fabrikmanagement eingereicht, 24 Personen reichten mit NGWF-Hilfe Klagen bei Gericht ein, 72 Fälle wurden vor Gericht angehört und in 36 Fällen haben die Klagenden gewonnen und die Fabrikbesitzer mussten ihnen eine Geldsumme als Entschädigung zahlen.


11. Unsere Partnerorganisation Munnade in Indien

Protestaktion die von Munnade organisiert wurdeEs gibt in Bangalore, im Süden Indiens, rund 500.000 Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie, darunter 80% Frauen. Sie arbeiten in 1.200 Fabriken. Ihr Durchschnittslohn liegt bei 5000 Rs  (ca. 66,- EUR) im Monat. Es gibt bisher in keiner einzigen Fabrik eine Gewerkschaft.
Deshalb bemüht sich Munnade/Garment Labour Union (GLU), die Frauen und Männer in den Fabriken zu organisieren. Ihre Hauptaktivitäten sind:

  • Arbeiterinnen beraten
  • Beschäftigte in den Fabriken organisieren
  • Bei Einzelfällen Hilfeleistungen geben
  • Rechtshilfe bei Arbeitsfragen und privaten Problemen

FEMNET unterstützt Munnade bei diesen Aktivitäten seit 2011. Wir besuchen auch regelmäßig unsere Partner.

Ab Juni 2014 wird wieder eine Praktikantin bei Munnade und Cividep in Indien arbeiten. Wir freuen uns schon auf ihre Berichte. Die Berichte von Theresa Utecht, der vorherigen Praktikantin, finden Sie auf der FEMNET-Homepage.


12. Große Anfrage nach der Broschüre „Fair, fair, fair sind alle meine Kleider“

Titelbild der Fair, fair, fair-BroschüreDie im Dezember 2013 herausgegebene Broschüre wird nicht nur in Bonn stark nachgefragt. Die Auflage von 4000 Stück ist schon verteilt und FEMNET ist dabei, eine Neuauflage mit einer leichten Überarbeitung ab Mitte des Jahres herauszubringen. Besonders erfreulich: Unser Beispiel macht Schule! In Düsseldorf macht die Akademie Mode und Design (AMD), eine private Modedesign-Hochschule, mit der FEMNET schon länger über das Projekt FairSchnitt kooperiert, nun auch eine Befragung der Geschäfte und wird ebenfalls eine Broschüre herausgeben. Gegen eine Spende kann die Bonner Broschüre verschickt werden, bitte schreiben Sie dazu an  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Öko-faire Baumwolltaschen von FEMNETAuch unseren öko-fairen Taschen kann man unter der gleichen E-Mail-Adresse bestellen.





13. FEMNET in den Medien

FEMNET veröffentlicht Artikel und Pressemitteilungen zu unserer Vereinsaktivitäten, unseren Themen und Veranstaltungen erscheinen in verschiedenen Medien. Eine Übersicht über die Berichterstattung im letzten Quartal finden Sie auf der FEMNET-Homepage.


14.    Termine 2014

10. Mai
Mitgliederversammlung von FEMNET in Bonn
16. Mai
MG Open Space – Nachhaltigkeit in der Textilindustrie.
Konferenz an der Hochschule Niederrhein, Beitrag von Dr. Gisela Burckhardt
beim Open Space: Corporate Social Responsibility – ist Verantwortung zertifizierbar?

19. Mai TM Sustainability Fashion Summit in Düsseldorf:
Die Fachzeitschrift 'Textil Mitteilungen' veranstaltet im Düsseldorfer
Maritim-Hotel eine Konferenz, auf der Dr. Gisela Burckhardt einen
Beitrag mit dem Titel 'Blutige Kleider - Die Welt hinter den Markennamen' halten wird.
23. Mai Kleidertauschparty zum Informieren, Tauschen, Feiern ab 17.30 Uhr.
Eine Kooperation mit der Ev.Johanniskirche in Bonn Duisdorf, Einladungsflyer (PDF-Datei)
02.-04. August
INNATEX 35 – Fachmesse für nachhaltige Textilien im Messecenter Rhein-Main, Hofheim (Wallau), mit einem Informationsstand von FEMNET / FairSchnitt
06. September FAIR TRADE & FRIENDS - Messe rund um den Fairen Handel (05. – 07. September in der Westfalenhalle in Dortmund). Beitrag von Kerstin Dahmen über das Projekt FairSchnitt.
13. September Beteiligung FEMNET am Fairen Frühstück mit öko-fairer Modenschau im Rahmen der fairen Woche auf dem Münsterplatz in Bonn
14. September     Katholische Kirchengemeinde St. Martin und Severin,
Bonn: Vortrag von Dr. Gisela Burckhardt zum Thema „Öko-faire Kleidung“

Impressum

FEMNET e.V.
feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Heidebergenstr. 14
53229 Bonn
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel. 0228 18038116

Vorstand: Dr. Gisela Burckhardt, Anna Hoff, Ines Holthaus
Redaktion und verantwortlich im Sinne § 5 TMG: Dr. Gisela Burckhardt
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung.

Aktenzeichen VR 9568B beim Amtsgericht Bonn.


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