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Blog: Modefairarbeiten.de

Blog 2015

FEMNET verpflichtet sich zu Transparenz gemäß der Initiative Transparente Zivilgesellschaft

FEMNET-NEWSLETTER Nr. 1/2017 - Februar

Inhalt:

  • Politisches Engagement
  • Moderne Sklaverei
  • Bildungs- und Beratungsarbeit an Hochschulen
  • Faire öffentliche Beschaffung
  • Aktionen & Vernetzung
  • FEMNET in den Medien
  • Tipps & Termine
  • Impressum

 

FEMNET-Logo

Liebe Freundinnen und Freunde von FEMNET,

vor uns liegt ein wichtiges Wahljahr in Frankreich und in Deutschland. Fassungslos beobachten wir die bedrohlichen Entwicklungen in den USA.  Die Grundlagen unserer Demokratie, die Gewaltenteilung, Gleichberechtigung der Geschlechter und freie und unabhängige Medien müssen überall verteidigt werden. Hierbei spielt die Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle. Als FEMNET setzen wir uns für Frauenrechte ein. FEMNET versteht Feminismus als eine Bewegung – hin zu einer Aufhebung von Geschlechterhierarchien und sozialer Ungerechtigkeit.  Was immer die Wahlen auch bringen: Wir werden uns weiter dafür stark machen, dass Unternehmen ihrer Verantwortung für eine faire und ökologische Herstellung unserer Kleidung gerecht werden. Und mit starken Partnerinnen und Partnern dafür kämpfen, die Arbeitsrechte der Frauen in der Bekleidungsindustrie zu verbessern.

Wir haben uns viel vorgenommen und freuen uns, wenn Sie uns dabei unterstützen wollen

Ihr FEMNET-Team

PS: Einen Rückblick auf das letzte Jahr haben wir für Sie zusammengestellt.

 

Politisches Engagement

Streiks in Bangladesch

Foto: © Rich LI, lLRFFoto: © Rich LI, lLRF
 

Arbeiter_innen in Bangladesch kämpfen ums Überleben: Im Dezember 2016 kam es zu Streiks. Denn: Der Mindestlohn verharrt seit vier Jahren bei lediglich 63 Euro, die Kosten fürs alltägliche Leben sind unterdessen rasant gestiegen, allein die Miete verschlingt über die Hälfte des Monatslohns.

Die Folge der Streiks: über 1000 Arbeiter_innen wurden entlassen, 59 Fabriken geschlossen. Zulieferer von H&M, Esprit, Zara, S.Oliver u.a. sind darunter. Die Regierung nutzt diesen Streik, um gegen Gewerkschaftsführer vorzugehen. 24 Aktivist_innen und Arbeiter_innen wurden festgenommen. Eine Freilassung auf Kaution wurde abgelehnt. FEMNET unterstützt einen Aufruf zur Freilassung der Aktivist_innen.

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Weit entfernt von fair: Bekleidungsindustrie von Myanmar

Titel Report The Myanmar Dilema

Nach Jahren der Sanktionen floriert der Handel mit Myanmar (ehemals Burma) wieder. Niedrige Löhne und günstige wirtschaftliche Rahmenbedingungen ziehen die Bekleidungsproduktion nach Myanmar. Zahlreiche europäische Marken, darunter bekannte Größen wie H&M, C&A und Primark, machen mit bei diesem „race to the bottom“. Das “Centre for Research on Multinational Corporations“ (SOMO) legt in einem neuen Bericht (PDF-Datei der engl. Zusammenfassung) detailliert die miserablen Arbeitsbedingungen dar: Niedrige Gehälter, massive Überstunden und Kinderarbeit sind demnach keine Ausnahme. Bei der Ausbreitung der Industrie wurden zudem Landrechte missachtet.

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So geht es weiter im Textilbündnis

Logo des Textilbündnis NRO

Auch im neuen Jahr setzen wir unsere Arbeit im Textilbündnis fort. Wir sehen dieses Bündnis nach wie vor als Chance, grundlegende Verbesserungen für die Arbeiter_innen in der globalen Bekleidungsindustrie zu erzielen. FEMNET-Vorstandsvorsitzende Gisela Burckhardt vertritt die Zivilgesellschaft im obersten Steuerungsgremium des Bündnisses.

Ende Januar müssen alle Mitglieder ihre individuellen Ziele formulieren, die sie im Jahr 2017 erreichen wollen. Diese können sie veröffentlichen, ab 2018 müssen sie sie veröffentlichen. Für die Zivilgesellschaft sind diese sogenannten "Roadmaps" jetzt ein wichtiger Gradmesser, an dem sich ablesen lässt, was die Bündnismitglieder zu leisten bereit sind.
 

Wir fordern daher von den Unternehmen, dass sie sich anspruchsvolle Ziele setzen und diese auch veröffentlichen. Eine unserer Kernforderungen für das Jahr 2017: Das Textilbündnis muss einen Mehrwert über die bisher bestehenden Kontrollsysteme hinaus schaffen. Denn die Katastrophen in Pakistan und Bangladesch zeigen, dass diese – von kommerziellen Zertifizierungsunternehmen durchgeführten – Kontrollen allein nicht die notwendigen Verbesserungen bewirken werden. So wurde die 2012 in Pakistan abgebrannte Fabrik Ali Enterprises drei Monate zuvor durch solch ein Zertifizierungsunternehmen geprüft, über 200 Menschen starben dabei. Ein Vorschlag von FEMNET ist daher, Zivilgesellschaft und Gewerkschaften in den Produktionsländern stärker in den Nachweis einzubinden, was die Maßnahmen der Unternehmen bei den Arbeiter_innen konkret bewirken.

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Moderne Sklaverei

Tamil Nadu Mission Nov 2016. Foto: Gisela Burckhardt
Foto: © FEMNET/Gisela Burckhardt
 

FEMNET setzt sich zusammen mit einigen Unternehmen und dem BMZ dafür ein, dass im Rahmen des Textilbündnisses die moderne Form der Sklaverei in den indischen Spinnereien abgeschafft wird. Eine Sondierungsmission hierzu fand im November statt. Nun soll zur Vorbereitung des Starts der Initiative eine Machbarkeitsstudie vor Ort erstellt werden.

Mit der Reise nach Südindien Ende 2016 wurde eine wichtige Hürde im Kampf gegen die Ausbeutung junger Mädchen in Spinnereien Tamil Nadus genommen. Vertreterinnen und Vertreter der deutschen und indischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft haben weitere Schritte für das Vorgehen der gemeinsamen Multi-Stakeholder-Initiative in diesem Jahr ausgearbeitet.
 

Im Dezember 2016 ist eine vierseitige Beilage in 'die tageszeitung' erschienen, die das Thema Camp Labour, ehemals Sumangali, von verschiedenen Seiten beleuchtet. Die Beilage steht als PDF zum Download bereit.

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Bildungs- und Beratungsarbeit an Hochschulen

Rückblick auf das Jahr 2016

Foto: © Barbara Palusinska
Foto: © Barbara Palusinska

Viel Neues steht an, aber auch Erreichtes darf nicht aus dem Blick geraten. 2016 wirkten wir mit vielen verschiedenen Aktivitäten darauf hin, dass Sozialstandards und Unternehmensverantwortung als feste Bestandteile strukturell in den Curricula von Modestudiengängen verankert werden. Schönste Erfolgsmeldung: Die Hochschule Niederrhein führt derzeit im Rahmen der Re-Akkreditierung einiger Modestudiengänge den Kurs „CSR – Unternehmensverantwortung“ als Pflichtkurs in die Studienordnung ein. Da die Textil- und Bekleidungsfakultät an dieser Hochschule die größte Deutschlands ist, können wir mit Fug und Recht festhalten, unserem Ziel, unsere Inhalte als Pflichtbestandteil der Modestudiengänge in Deutschland zu verankern, wesentlich näher gekommen zu sein.

 

Ausweitung der Bildungsarbeit an Hochschulen – ein Ausblick auf 2017

„Studieren für eine sozial gerechte Modeindustrie“ lautet seit vielen Jahren das Motto, unter dem FEMNET erfolgreich Bildungsarbeit für modebezogene Hochschulen anbietet. In dem Wissen, dass die Studierenden von heute die Entscheidungsträgerinnen von morgen sind, haben wir sie zu Themen wie Arbeits- und Menschenrechte, Corporate Social Responsibility oder Umwelt- und Sozialstandards geschult. Was sich an den Modehochschulen als erfolgreiches Konzept etabliert hat, soll nun weiteren Studierenden zugänglich gemacht werden: Auch Absolvent_innen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge können in großen Bekleidungsunternehmen bzw. in politischen Strukturen die Rahmenbedingungen für die Modeproduktion bestimmen und gehören deshalb in unsere Zielgruppe. Darüber hinaus wollen wir Lehramtsstudierende erreichen, da sie strategische Multiplikator_innen für zukünftige Konsument_innen und Entscheidungsträger_innen sind.

Für die Zusammenarbeit mit unseren alten und neuen Hochschul-Kooperationspartnern werden wir Multiplikator_innen aus- und weiterbilden, neue Module entwickeln und schulen, Bildungsmaterialien erarbeiten und vielfältige Veranstaltungen anbieten.

   

Neues aus unserem Blog: modefairarbeiten.de

Wie sehen Studierende ihre Hochschulen? Fühlen sie sich gut für die globale Modeindustrie ausgebildet? Diese Fragen stellen wir den Studentinnen und Studenten am liebsten selbst und freuen uns, dass immer wieder so unterschiedliche Ideen und Heransgehensweisen dabei herauskommen: Im Beitrag "Etwas verändern. Gedanken nach der Konferenz FAIR FASHION works?" gibt es Tipps für die Mitgestaltung der Studieninhalte. Mit diesem Thema haben sich auch zwei Bekleidungstechnikerinnen der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in ihrer Masterarbeit beschäftigt – mit einigen überraschenden Ergebnissen.

   
Faire öffentliche Beschaffung

Schritt für Schritt – neue Broschüre im Februar

Broschürentitel

Das Projekt 'Faire öffentliche Beschaffung' startet mit der Veröffentlichung der Broschüre „Schritt für Schritt – Ihr Weg zur fairen öffentlichen Beschaffung von Dienst- und Schutzkleidung“ in das neue Jahr. Anhand der Erfahrung aus der Projektlaufzeit in Bonn wurde ein praktischer Wegweiser konzipiert, der städtischen Beschaffungsverantwortlichen, beratenden Vereinen und Organisationen sowie der interessierten Öffentlichkeit Informationen an die Hand gibt, wie soziale Kriterien in die öffentliche Vergabe einbezogen werden können.

Die Broschüre ist als Printversion und Download (PDF-Datei) erhältlich.

Projektausweitung: Fairer Einkauf in Köln

Die positiven Erfahrungen, die FEMNET bei der Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn gemacht hat, sollen nun auch für Kooperationen mit anderen Kommunen genutzt werden. 2017 möchte die Stadt Köln bzw. das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen soziale Kriterien in die Ausschreibung aufnehmen und wird von FEMNET dabei beraten und begleitet. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Weitere Informationen...

 
Aktionen & Vernetzung

Gemeinsame Aktion mit Amnesty International auf dem Bonner Münsterplatz

Foto: © Doris DunkerFoto: © Doris Dunker

Der Januar begann mit einer politischen Aktion von FEMNET in Kooperation mit der Amnesty Hochschulgruppe Bonn. An einem belebten Samstag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt prangerten Amnesty und FEMNET die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie an.

Überdimensionale große T-Shirts mit klaren Botschaften wie „Ich werde krank durch Deine Kleidung“ oder „Wie soll ich mich ohne Gewerkschaft wehren?“ hingen an Wäscheleinen entlang des Bonner Münsterplatzes.

Die Passanten wurden über alternative Konsummöglichkeiten und die Secondhandshops der Stadt informiert.

   

FEMNET unterstützt Fairtrade-AG des Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasiums bei ihrer ersten Kleidertauschparty

Kleidertauschparty. Foto: © FEG
Foto: © FEG

Die Schülerinnen und Schüler des Bonner Gymnasiums waren vor der Eröffnung ihrer ersten Kleidertauschparty ziemlich aufgeregt. Wochenlang bereitete die Fairtrade-AG den Event intensiv vor. Neben dem nachhaltigen Aspekt des Kleidertausches gab es ein faires Buffet mit vegetarischem Essen.

Um den politischen Anspruch der Tauschparty deutlich zu machen, zeigte Vanessa Püllen von FEMNET als Auftakt einen Film über die Herkunft unserer Kleidungsstücke und die Missstände entlang der globalen Wertschöpfungskette. Im Anschluss hielt sie einen Vortrag über soziale Standards, aussagekräftige Textilsiegel und alternative Kauf- und Handlungsmöglichkeiten.

Am Ende des Abends waren sich alle einig: Die Tauschparty wird nicht die letzte bleiben!

   

Buy Good Stuff Online!

Seit einigen Tagen ist nun auch die mobile Online-Version unseres Einkaufsführers Buy Good Stuff online. Der faire Einkaufsführer für Köln ist in Kooperation mit der AMD Akademie Mode & Design, dem Fachbereich Design der Hochschule Fresenius, entstanden und zeigt, was die Stadt an fairer Mode zu bieten hat.

www.buygoodstuff.de/

   
Neues aus dem Verein

Neu auf Instagram und Co.!

Screenshot Instagram

Seit Ende letzten Jahres haben wir unsere Social-Media-Aktivitäten ausgeweitet und sind nun auch auf Instagram und Pinterest vertreten.

social mediaFEMNETs-Social-Media-Kanäle:

   
 
FEMNET in den Medien

Pressespiegel 2017

17. Januar 2017
Planet Wissen: Unfaire Mode – Der hohe Preis für unsere Kleidung


Tipps & Termine

Aktuelle Termine und vergangenen Veranstaltungen finden Sie auf unserer FEMNET-Homepage.

Besonders möchten wir Sie auf die folgenden Termine hinweisen:

10./11.02.2017
Aktionstreffen der Kampagne für Saubere Kleidung in Erfurt

18./19.02.2017
14. Rellinger Frauen Kleidermarkt (PDF-Datei)

08.03.2017
Empfang des Düsseldorfer­ Clubs von Soroptimist International und ZONTA International
anlässlich des Weltfrauentages im Industrie-Club Düsseldorf e.V. (PDF-Datei)

Noch mehr News? Auf Facebook finden Sie tagesaktuelle Infos rund um politische und soziale Entwicklungen im Bereich faire Produktion von Bekleidung.


 

Impressum

FEMNET e.V.
Feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Kaiser-Friedrich-Str. 11
53113 Bonn
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. 0228 18038116

Vorstand: Dr. Gisela Burckhardt, Vanessa Püllen, Andrea Lindner, Anna Hoff, Christiane Kühnrich

Redaktion: Kristina Klecko und Dr. Gisela Burckhardt
Verantwortlich im Sinne § 5 TMG: Dr. Gisela Burckhardt

Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung.

Aktenzeichen VR 9568B beim Amtsgericht Bonn.

 

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