Unser Engagement

Bisherige Aktivitäten

Faire Beschaffung Bieterdialog 2015. Foto: © FEMNET e.V. Faire Beschaffung Bieterdialog 2015. Foto: © FEMNET e.V.

 Protokoll des Bieterdialogs 2015 (PDF-Datei)
 
Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, dem Lokalen Agenda Büro und dem Referat für Vergabedienste der Stadt Bonn begann mit einer Marktanalyse des Angebotes zur fairer Berufskleidung für das Amt für Stadtgrün. Es zeigte sich, dass es schon einige Anbieter_innen von Berufs- und Schutzbekleidung gibt, die sich bemühen, unter fairen Bedingungen produzieren zu lassen.

Aufgrund vorrangig wirtschaftlicher Auswahlkriterien führen diese Bemühungen jedoch häufig zu einem Wettbewerbsnachteil. Gemeinsam wurden die Ausschreibungsunterlagen des Amtes deshalb zugunsten sozialer Kriterien beim Einkauf von Berufsbekleidung überarbeitet. So kann sich künftig niemand mehr auf eine Ausschreibung bewerben, ohne etwa dafür zu sorgen, dass Überstunden in den Fabriken reduziert und Standards für Gesundheit, Umwelt und Sicherheit nachweislich eingehalten werden. Parallel wurden bisherige und potentielle Produzent_innen und Händler_innen über die neuen Vergaberechtlinien und Kriterien informiert. Vom gegenseitigen Austausch profitierte auch das Amt für Stadtgrün. Den Mitarbeiter_innen – als zukünftige Träger_innen der fairen Kleidung – wurden Spielräume zur Einbeziehung sozialer Kriterien und die Gründe einer Umstellung der Beschaffungspraxis aufgezeigt.

Um das Thema sozial gerechte Beschaffung auch in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, veranstalte FEMNET eine Modenschau mit fairer Berufsbekleidung und sprach mit Bonner Bürger_innen über die Bedeutung des fairen Einkaufs. Außerdem suchten wir den Austausch mit Organisationen, die ebenfalls zum Thema arbeiten: So beteiligte sich FEMNET an einem umfassenden Fachforen- und Informationsprogramm auf der weltweit größten Fachkonferenz zum Thema „Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit“ in Düsseldorf und brachte Akteure aus Organisationen mit Entscheidungsträger_innen kommunaler Vergabestellen und Unternehmen zusammen.

Aktuelle Aktivitäten

Zukünftige Träger der Arbeits- und Schutzkleidung der Stadt Bonn bei der Qualitätsmusterung der Waren. Foto: © FEMNET e.V.Zukünftige Träger der Arbeits- und Schutzkleidung der Stadt Bonn bei der Warenqualitätsmusterung.
Foto: © FEMNET e.V.
Auch in 2016 möchte FEMNET die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn fortsetzen. Zentral geht es hierbei um die Ausweitung bisheriger Erfahrungen auf andere Ämter und die weitere Begleitung der Ausschreibung des Amts für Stadtgrün, welche im Januar veröffentlicht wurde. Das Ergebnis der Ausschreibung ist sehr zufriedenstellend: Für alle Lose gab es mindestens vier Angebote, die den Anforderungen in allen Punkten entsprachen. Zudem hat das Ergebnis gezeigt, dass die Beschaffung fairer Kleidung nicht automatisch teurer sein muss. Der Preisunterschied lag bei unter 3,2% bei einem Auftragswert von 37.000 Euro. Im Ergebnis sind dies 1170,60 Euro für qualitativ höherwertige Artikel! Denn neben Merkmalen wie Preis und Einhaltung sozialer Kriterien wurde gemeinsam mit den zukünftigen Träger_innen der Arbeits- und Schutzkleidung die Beschaffenheit der Kleidungsstücke geprüft, d.h. die Qualität, der Tragekomfort, die Verarbeitung und die Ausstattung.

Die Zuschlagswertung von 45% Preis, 15% soziale Kriterien und 40% Beschaffenheit hat nicht nur dazu geführt, dass bei einem Angebot die sozialen Kriterien den Preis überboten haben, sondern auch zu einer erfreulichen Zuschlagerteilung beigetragen. So haben den Zuschlag nun einerseits Bieter erhalten, die durch glaubhafte Gütezeichen nachweisen konnten, dass sie die geforderten Sozialstandards einhalten. Zum anderen, die als Nachweise in den kommenden Monaten sogenannte zielführende Maßnahmen ergreifen werden. Das heißt: Es müssen Verhaltenskodizies sowohl für das Unternehmen als auch für Sublieferant_innen eingereicht, Sozialaudits durchgeführt und die Lieferkette gegenüber dem Auftragnehmer offengelegt werden. Ein Schwerpunkt der nächsten Monate wird deshalb darauf liegen, gemeinsam mit der Stadt Bonn die entsprechenden Bieterunternehmen bei der Durchführung dieser Maßnahmen und ihrem Weg zu einer fairen Produktion – ohne Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen – zu begleiten.

Vernetzung und Ausweitung der Projektaktivitäten

Um die Vernetzung voranzutreiben hat die Projektreferentin Marie-Luise Lämmle an diversen Treffen und Konferenzen teilgenommen. So gab sie im April auf einem Beschaffertreffen der Berufsfeuerwehr NRW einen Workshop zum Thema faire öffentliche Beschaffung. Im Mai stellte sie das Projekt zusammen mit unseren Kooperationspartnern weiteren Beschaffungsverantwortlichen aus Bonn und Umgebung vor.

Angeregt durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Bonner Referat für Vergabedienste und dem Amt für Stadtgrün haben wir die Ausweitung des Projekts auf Beschaffungen des Sport- und Bäderamtes begonnen. Hierbei geht es um faire Dienstkleidung für Bademeister_innen und den Sportstättenpflegedienst sowie um den Einkauf fairer Bälle für Bonner Schulen. Dafür werden Vertreterinnen des Projektes in den nächsten Wochen Informations- und Bildungsveranstaltungen zum Thema Fairer Handel und Menschenrechte an Bonner Schulen durchführen. Die Idee: Spiel, Spaß und sportlicher Wettbewerb werden mit der Vermittlung von Grundwissen zum Thema Fairer Handel verbunden und dabei globale Wirkungszusammenhänge in der Textilproduktion erklärt. Je nach Zielgruppe werden von FEMNET an Schulen hierzu Vorträge oder Spielaktionen (Quiz, Torschussspiele, Plan- und Rollenspiele) durchgeführt und eine mobile Torwand sowie verschiedene fair gehandelte Bälle (Fußbälle, Handbälle, Volleybälle) zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt.


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