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29.03.2018: Fair ist der neue Standard: Zweiter Rahmenvertrag mit fair beschaffter Dienst- und Schutzkleidung für das Bonner Amt für Stadtgrün erfolgreich abgeschlossen

Mitarbeiter_innen des Bonner Grünflächenamts mustern die potentielle Ware des neuen Rahmenvertrags. Qualitativ hochwertige Kleidung und Schutzausrüstung ist die Grundlage guter Arbeit! Foto: © FEMNETMitarbeiter_innen des Bonner Grünflächenamts mustern die potentielle Ware des neuen Rahmenvertrags. Qualitativ hochwertige Kleidung und Schutzausrüstung ist die Grundlage guter Arbeit! Foto: © FEMNETZwei Jahre nach der ersten fairen Ausschreibung für die Dienst- und Schutzkleidung der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bonner Amts für Stadtgrün, etabliert sich das Verfahren. Beschafft wurden beispielsweise Schnittschutzhosen, Forstjacken und Winterwesten – aber auch Forststiefel und Arbeitshandschuhe. Für die 19 Lose gab es fast überall mindestens 4 wertbare Angebote, die kurz vor Ostern nach Qualität, Verarbeitung und Ausstattung bewertet werden mussten.

Aus den ersten Erfahrungen (beschrieben in der Broschüre Schritt für Schritt (PDF-Datei)) wurden Lehren gezogen. Neben den Kriterien Gebrauchswert (30%) und Preis (40%) gingen soziale Kriterien mit 30% in das Rennen um den Zuschlag. Bieter, die für sozial gerechte Produktionsbedingungen in der Ausschreibung positiv berücksichtigt werden wollten, mussten ihren Angeboten auch diesmal konkrete Nachweise beilegen. Möglich machte dies eine abgestufte Bietererklärung zur Kontrolle der ILO-Kernarbeitsnormen. Je mehr Maßnahmen die Bieter zur glaubwürdigen Kontrolle der ILO-Kerbarbeitsnormen nachweisen konnten, desto mehr Punkte konnten sie erzielen.

Erfreulich, dass es viele Angebote gab und Sozialkriterien erfolgreich in die Wertung einbezogen werden konnten. Foto: © FEMNETErfreulich, dass es viele Angebote gab und Sozialkriterien erfolgreich in die Wertung einbezogen werden konnten. Foto: © FEMNETDieser Wettbewerb um soziale Kriterien zeigte Erfolge und ermöglichte auch den Unternehmen teilzunehmen, die (noch) keine Siegel, Label, Zertifikate oder Mitgliedschaften in Initiativen vorlegen können. Möglich wurde dies mit einem differenzierten Fragenkatalog. Händler- oder Herstellerunternehmen, die beispielsweise Schulungen zu sozialgerechten Produktions­bedingungen in Produktionsstätten oder die Bekanntmachung grundlegender Arbeitsrechte in lokaler Sprache unterstützen und dies belegen können, erhielten Punkte. Mit 9 Fragen konnten so insgesamt 29 Punkte erzielt werden.

Im Ergebnis konnten die sozialen Kriterien bei insgesamt 12 von 19 Losen, bei denen Bieter glaubwürdige Angaben zu sozialgerechten Produktionsbedingungen machten, günstigere Preise überbieten. Soziale Kriterien und der Gebrauchswert gingen hierbei Hand in Hand: Produkte, die nachweislich unter sozialgerechten Bedingungen produziert wurden, erhielten sehr häufig auch bei Qualität, Verarbeitung und Ausstattung eine hohe Punktzahl. Auswirkungen auf die Kosten hatte dies kaum: lediglich 3% Mehrkosten wurden verursacht. Ein gutes Beispiel also dafür, dass eine faire Vergabepraxis nicht nur möglich ist, sondern positive Effekte sowohl für Beschaffungsverantwortliche, Bedarfsträgerinnen und Bedarfsträger und die Förderung sozial gerechter Handels- und Produktionsbedingungen hat.