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Der richtige Weg - Rückblick auf fünfeinhalb Monate Indien

Als es letztes Jahr in meiner Uni hieß: „So langsam wird es Zeit sich um ein Praktikum für das kommende Semester zu kümmern!“, war mir bis dato nicht klar, dass ich diese Zeit in Indien bei einer NGO und einer Gewerkschaft verbringen werde. Erst als mich im Oktober 2012 die Mail von Cividep zur Bestätigung eines fünfmonatigen Praktikums erreichte, begann ich zu realisieren, dass es in ein paar Monaten für mich auf eine abenteuerliche Reise in ein fernes, fremdes Land gehen wird.

Ich wusste nicht was mich erwarten wird, ich hatte keinerlei Vorstellung. Es war das erste Mal außerhalb von Europa und für eine längere Zeit als zwei Wochen weg von der gewohnten Umgebung. Dennoch war ich ungeheuer neugierig und zutiefst zuversichtlich. Damals konnte ich noch keinem wirklich erklären, warum ich all meine Zeit und Kraft in das facettenreiche Land Indien gesteckt habe. Aber da war etwas, was mich unheimlich angetrieben und mir das Gefühl gegeben hat, das Richtige zu machen.

Heute, rückblickend, kann ich es zwar immer noch nicht genau benennen, aber zumindest in meiner Art umschreiben und erklären. Es waren einzelne Augenblicke, die mir meine Entscheidung immer wieder bestätigt und mich weitergebracht haben, wie es hoffentlich auch durch meine vorherigen Berichte deutlich geworden ist.

Angefangen hat alles mit meinem positiven Gefühl als ich am 1. März 2013 in Bangalore am Flughafen angekommen bin: von dem Taxifahrer von meiner ersten Unterkunft mit meinem Namensschild erleichtert empfangen, die ersten 30 holprigen Kilometer in Richtung Bangalore City in stickiger Hitze überlebt, unterwegs mitten im chaotischen, scheinbar aussichtslosen Straßenwirrwarr mit meinem Schul-Englisch zum Geld wechseln auf die erste Probe gestellt... Die neue Situation war zwar irgendwie erschlagend, doch ich fühlte, dass ich angekommen bin, dass ich am richtigen Ort bin und es eine spannende Zeit wird!

Indien Collage

Insgesamt hat alles funktioniert, ich hatte von Anfang an vollstes Vertrauen und mit meiner inneren Überzeugung konnte ich jede Situation meistern.

Vielleicht war es nur Glück, dass ich keine allzu negativen Erfahrungen während der ganzen Zeit gemacht habe. Vielleicht hat mir aber auch ein Stück weit die Art geholfen, wie ich an alles herangegangen bin. Ich habe versucht, mich auf das Unbekannte einzulassen, ohne Vorurteile, mich versucht so gut es geht anzupassen, und etwas riskant aber im Nachhinein richtig, wie es scheint, mich oft auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich habe das Land mit all meinen Sinnen aufgenommen und sehr zu schätzen gelernt.

Mit der Praktikumsstelle bei Cividep und Munnade bzw. GLU war und bin ich immer noch sehr zufrieden. Ich wurde überall sehr herzlich aufgenommen und konnte wertvolle Beziehungen aufbauen.

Für mich war das genau das Richtige. Neben dem ganzen Theoretischen in der Uni musste ich mir mein eigenes Bild von der Situation vor Ort machen und einen neuen Blickwinkel entwickeln. Wenn es später in den Managementbereich von Bekleidungsunternehmen gehen sollte, so wie es mein Studiengang vorsieht, dann zumindest mit diesen Erfahrungen, um anders an die heutigen Herausforderungen heran zugehen.

Ich hab ein weiteres Ziel erreicht und kann darauf aufbauen: zu sehen, wie lokal in den Entwicklungsländern vor Ort gegen die Missstände der Bekleidungsindustrie vorgegangen wird und welche Schwierigkeiten insgesamt in der Produktionskette auftauchen, die man hier vom Schreibtisch aus niemals ganz erfassen und lösen könnte.

Um die gesammelten Eindrücke und Informationen festzuhalten und noch sinnvoller zu nutzen, wird sich meine Bachelorarbeit mit dem Thema befassen, wie Bekleidungsunternehmen mit lokalen NGOs kooperieren und dies als effektive CSR-Strategie nutzen können - selbstverständlich mit dem Schwerpunkt auf Indien. Was genau ich mit dem ersten Abschluss als Bekleidungsingenieurin nächstes Jahr machen werde, steht für mich noch nicht genau fest. Mit Sicherheit weiß ich, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist…

Ich bedanke mich recht herzlich bei Frau Burckhardt, die mir dieses Praktikum vermittelt hat und ganz besonders beim Team von Cividep und Munnade, deren Zusammenarbeit ich sehr zu schätzen gelernt habe und die mich in vielerlei Hinsicht bereichert hat.