Nachrichten zu Moderner Sklaverei (Sumangali)

19.12.2016: Versuchter Selbstmord: Zwei junge Frauen nach einer gescheiterten Flucht aus einer Spinnerei in Tamil Nadu festgehalten, gefoltert und missbraucht

Indian ExpressErneut ist ein Fall von Zwangsarbeit und brutalem Missbrauch in der südindischen Bekleidungsindustrie bekannt geworden. Nach einer Meldung der Zeitung The New Indian Express vom 17. Dezember 2016 sollen drei Junge Frauen bereits Ende November versucht haben, aus einer Spinnerei in Coimbatore, einer Stadt im Westen Tamil Nadus in den rund 220 Kilometer entfernten Heimatort zu fliehen.

Die Flucht scheiterte: Die drei jungen Frauen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren wurden vom Management und einigen Gehilfen gefasst und in einem Zimmer auf dem Fabrikgelände festgehalten. Dort sollen sie von mehreren Männern gefoltert und missbraucht worden sein. Zwei der drei Mädchen konnten die Situation schließlich nicht ertragen und versuchten sich umzubringen.

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07.12.2016: Sonderbeilage von FEMNET in der TAZ zum Thema: "Moderne Form der Sklaverei in der indischen Textilindustrie“

taz Beilage FEMNET Dezember 2016Seit vielen Jahren setzt sich FEMNET für die Bekämpfung der unsäglichen Arbeitsbedingungen in den Spinnereien im Bundesstaat Tamil Nadu, Südindien, ein. Mädchen im Alter von 14-18 Jahren werden wie Sklavinnen auf dem Gelände der Spinnereien festgehalten, wo sie bis zu 12 Stunden, auch nachts, schuften müssen. Nun hat FEMNET die Initiative von indischen NGOs zur Schaffung einer Multistakeholder Initiative aufgegriffen und den Vorschlag in das Textilbündnis eingebracht. Die TAZ-Beilage liefert Hintergründe zum Thema und beschreibt das Ergebnis einer ersten Sondierungsreise von Vertreter_innen aus Wirtschaft, Regierung und NGOs nach Indien.

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21.07.2016: Chennai, Indien: Gericht beschließt Erhöhung des Mindestlohns um 30% und fordert die Regierung auf, moderne Sklaverei in Fabriken abzuschaffen

Urteil gefällt. © pixabayEnde Juli 2016 hat das Hohe Gericht von Madras gleich zwei wichtige Beschlüsse zum Arbeitsrecht im indischen Bundesstaat Tamil Nadu gefasst. Zum einen wurde das erste Mal seit 12 Jahren der monatliche Mindestlohn für Arbeiter_innen in der Bekleidungsindustrie angehoben - und zwar um 30 Prozent von 67 US-Dollar auf 97. Etwa ein Drittel der gesamten Bekleidungsproduktion Indiens ist in Tamil Nadu angesiedelt und die Millionen von Arbeiter_innen in Tamil Nadu haben seit Jahren mit Löhnen zu kämpfen, die weder den Vorschriften zum Mindestlohn in Indien entsprechen noch ihr Überleben angemessen sichern können. Der jetzige Durchbruch nach einem langen Kampf um gerechte Bezahlung wird jedoch von Seiten der Hersteller und Exporteure boykottiert. Angesichts der Weltmarktpreise sei eine solche Gehaltserhöhung „praktisch unmöglich“ umzusetzen, so die Anwälte der Firmen. Entgegen des erneuten Widerstands seitens der Unternehmen, haben Gewerkschaften und Arbeitsrechtler_innen angekündigt, die Umsetzung des Gerichtsentscheids bei der Regierung des Bundesstaates einzufordern.

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Schwer verletzt auf der Flucht: Zwei Mädchen retten sich aus einer Sumangali-Spinnerei

READ-Mitglieder demonstrieren gegen Sumangali. Foto: © READREAD-Mitglieder demonstrieren gegen Sumangali.
Foto: © READ
Mit einem Sprung über eine vier Meter hohe Fabrikmauer sind zwei junge Frauen aus einer südindischen Spinnerei geflohen. Diese ist dafür bekannt, das Camp-Labour-System (ehemals Sumangali) zu praktizieren. Dabei arbeiten junge Mädchen unter sklavenähnlichen Bedingungen in Baumwollspinnereien. Zahlreiche Überstunden, eine Bezahlung weit unter dem Mindestlohn, Diskriminierungen, sexuelle Übergriffe sowie fehlende Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften machen den Mädchen das Leben zur Hölle. Bei dem Fluchtversuch verletzten sich die beiden Mädchen schwer. Unsere Partnerorganisation READ (Rights Education and Developement Centre) hat den Fall aufbereitet.

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