Nachrichten und Berichte

09.03.2017: Gesetz der Bundesregierung zur nichtfinanziellen Berichterstattung von Unternehmen zeigt erhebliche Schwächen

Das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung sieht Chance für mehr Unternehmenstransparenz vertan und fordert Änderung des Hemmschuhs „Bürokratiebremse“

Der Bundestag verabschiedet heute ein Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung von Unternehmen. Damit setzt die Bunderegierung die so genannte CSR-Richtlinie der EU mit mehrmonatiger Verspätung um. Künftig müssen große kapitalmarktorientierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern ihre wesentlichen Risiken darstellen, die in Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, Achtung der Menschenrechte und Korruptionsbekämpfung bestehen. Zudem müssen die Unternehmen darlegen, wie sie mit diesen Risiken umgehen. Das aus 56 zivilgesellschaftlichen Organisationen bestehende CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung kritisiert die schwache Umsetzung.

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23.02.2017: Hintergrundinformation zum französischen Sorgfaltspflichtengesetz und aktuellen Entwicklungen in Deutschland

Textilfabrik in Indien. Foto: © CIVIDEPTextilfabrik in Indien. Foto: © CIVIDEPAmnesty International, Brot für die Welt, Germanwatch und Oxfam Deutschland zeigen sich erfreut über das in Frankreich verrabschiedete Gesetz zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht von Unternehmen. Es bringe die politischen Entwicklungen zur Unternehmensverantwortung in globalen Geschäften einen großen Schritt weiter.

Hintergründe dazu, beispielsweise welche Unternehmen davon betroffen sind und wozu sie nun verpflichtet sind, zählen sie in ihrer aktuellen Pressemitteilung (PDF-Datei) auf.

03.11.2016: Dialogveranstaltung in Hamburg

Epert_innenrunde mit: Joschka Fischer, Bundesaußenminister a.D., Katja Suding, Stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und MdHB, Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende FEMNET e.V., Gerd Billen, Staatssekretär BMJV, Dr. Markus Conrad, Vorsitzender der Geschäftsführung Tchibo GmbH. Foto: © TchiboEpert_innenrunde mit: Joschka Fischer, Bundesaußenminister a.D., Katja Suding, Stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP und MdHB, Dr. Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende FEMNET e.V., Gerd Billen, Staatssekretär BMJV, Dr. Markus Conrad, Vorsitzender der Geschäftsführung Tchibo GmbH.
Foto: © Tchibo GbmH
Unter der Fragestellung "Mit Kraft aus der Nische – wieviel Pflicht braucht/verträgt Nachhaltigkeit?" trafen sich am 3.11.2016 Expert_innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft auf Einladung der Unternehmens Tchibo GmbH in Hamburg. Im Mittelpunkt stand die Frage nach gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit der Textilproduktion in Asien: Was können Gesetze, Bündnisse und Verbraucher (nicht) bewirken?

Während gesetzliche Regelungen sonst eher von NGOs gefordert werden, setzt sich mit Tchibo GmbH erstmalig ein Unternehmen dafür ein. FEMNET-Vorstandsfrau Dr. Gisela Burckhardt lieferte inhaltliche Beiträge und Statements im Rahmen einer Podiumsdiskussion und einer Fishbowl zum Thema Gesetze.

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23.11.2016: Zweiter Jahrestag des Bündnis für nachhaltige Textilien

Am 22./23. November feierte das Bündnis für nachhaltige Textilien (TB) sein zweijähriges Bestehen. FEMNET-Vorstandsvorsitzende Gisela Burckhardt ist eine der drei Vertreter_innen der Zivilgesellschaft im obersten Organ des Textilbündnisses, dem Steuerungskreis, und arbeitet zudem in zwei Arbeitsgruppen mit. Zwei Jahre teils mühselige Kleinarbeit liegen hinter uns. Inzwischen gibt es 188 Bündnismitglieder, darunter 24 Nichtregierungsorganisationen, 133 Unternehmen, 14 Verbände und drei Ministerien.

Nach intensiven Verhandlungen, an denen sich fast 300 Expert_innen aus Wirtschaft, NGOs, Gewerkschaften und Standardorganisationen beteiligt haben, hat sich der Steuerungskreis des TBs auf folgende Schritte für 2017 geeinigt: Alle Mitglieder müssen bis Ende Januar 2017 eigene Roadmaps mit Zielsetzungen erstellen, die im Laufe des Jahres umgesetzt werden sollen.

Die Veröffentlichung der Roadmaps ist im ersten Jahr freiwillig, eine Veröffentlichungspflicht besteht erst ab 2018. Die Zivilgesellschaft erwartet aber, dass ein großer Teil der Mitglieder ihre Roadmaps schon im ersten Jahr veröffentlicht. Transparenz für Verbraucher_innen ist FEMNET wichtig. Anfang 2018 wird eine dritte Instanz die Umsetzung der Ziele überprüfen und verifizieren. Somit sind die Weichen dafür gestellt, die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette zu verbessern.

FEMNET begrüßt diese Einigung als ersten wichtigen Schritt. Langfristig wird der Erfolg des Textilbündnisses jedoch davon abhängen, ob sich die Situation der Arbeiter_innen in den Produktionsländern verbessert. Hierfür ist es jetzt notwendig, dass sich die Mitglieder für ihre Roadmaps anspruchsvolle Ziele setzen – und deren Erfüllung unabhängig und glaubwürdig verifiziert wird.

Stellungnahme der Kampagne für Saubere Kleidung zu Fortschritten beim Textilbündnis

 

07.09.2016: Macht das Textilbündnis noch Sinn?

Wenn sich an den verheerenden Produktionsbedingungen in der Modeindustrie grundsätzlich etwas ändern soll, benötigen wir gesetzliche, verbindliche Vorgaben. Diese sollen deutsche und europäische Unternehmen verpflichten, auf die Einhaltung von Sozialstandards entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten. Kommen sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht nach, müssen Sanktionen folgen. Nur wenn Unternehmen für die Verletzung von Menschenrechten und Arbeitsstandards bei ihren Produzenten zahlen, sind Katastrophen wie Rana Plaza vermeidbar.

Diese Position vertritt FEMNET weiterhin. Zusätzliche freiwillige Maßnahmen von Unternehmen sieht die Frauenrechtsorganisation als Ergänzung zu gesetzlichen Regeln. Seit nunmehr zwei Jahren arbeitet FEMNET daher aktiv im Bündnis für nachhaltige Textilien, kurz Textilbündnis, mit, das der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller initiiert hat. Ziel ist ein Aktionsplan für eine nachhaltige textile Lieferkette.

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