Nachrichten aus Bangladesch

24.08.2013: 4 Monate nach der Katastrophe von Rana Plaza

FEMNET-Spendenuebergabe im Anschluß an die Menschenkette am 24.08.2013Angehörige der Todesopfer von Rana Plaza sowie überlebende Verletzte des Unglücks forderten gemeinsam mit der NGWF (Nationale Gewerkschaft der Bekleidungsindustrie) unverzügliche Entschädigungszahlungen und Hilfen für die Familien der Todesopfer sowie für die verletzten Arbeiter_innen. Außerdem soll die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet werden.

Weitere Forderungen lauten:

  • Angemessene medizinische Versorgung und Behandlung der verletzten Arbeiter_innen des Unglücks,
  • Entschädigungen für die Kinder verstorbener Arbeiter_innen und
  • die Bereitstellung sicherer Arbeitsverhältnisse in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch.

Mit einer vor dem nationalen Pressegebäude geformten Menschenkette stellte Präsident Amirul Haque Amin mit Unterstützung weiterer Sprecher_innen der Gewerkschaft NGWF, wie u.a. der Generalsekretärin Safia Pervin, am 24. August 2013 die genannten Forderungen vor. Mehr als 100 Angehörige der Verletzten und Todesopfer, darunter auch Waisen, nahmen an der Kundgebung teil.

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24.07.2013: Drei Monate nach dem Einsturz des Hochhauses Rana Plaza

Protestaktion der NGWF am 24.07.2013 mit Waisen der Fabrikunglücke. Foto: © Gisela BurckhardtProtestaktion der NGWF am 24.07.2013 mit Waisen der Fabrikunglücke.
Foto: © Gisela Burckhardt
Im Juli 2013 reiste Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, nach Bangladesch und traf dort VertreterInnen der Textilarbeitergewerkschaft NGWF, beteiligte sich an Protestaktionen, sprach mit Betroffenen und war bei der Ausgabe von FEMNET-Hilfsgeldern an die Opfer des Unglücks anwesend. Sie berichtet ausführlich zur aktuellen Situation in Bangladesch und den Entschädigungsverhandlungen.

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09.08.2013: Bericht von Gisela Burckhardt über ihren Aufenthalt in Bangladesch im Juli 2013

Rana Plaza

Das Hochhaus mit 5 Fabriken war am 24. April 2013 eingestürzt. 1243 Menschen konnten nur tot geborgen werden. Tausende Verletzte wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht, vielen waren Beine oder Arme amputiert worden, nur so konnten sie aus den Trümmern befreit werden.

Die offiziellen Zahlen der Regierung lauten:

1142 Tote
316 Vermisste
291 nicht Identifizierte
2.438 lebend Gerettete
363 Personen, die an Armen oder Beinen verletzt sind
205 Personen mit verletztem Rückgrat oder verletzter Hüfte
288 Personen mit mentalen Problemen

Der Unglücksort liegt in Savar, nördlich von Dhaka. Rana Plaza war ein relativ neu gebautes Hochhaus und sah von außen solide aus. Heute ist es eine Ruine, Teile der glitzernden Vorderfront stehen noch. Die Regierung von Bangladesch schloss nach dem Einsturz von Rana Plaza bisher acht Fabriken aufgrund von Mängeln an Gebäuden.

Die Gewerkschaft NGWF organisierte, drei Monate nach dem Unglück, am 24. Juli 2013, eine Kundgebung von ca. 200 (Halb)Waisenkindern mit ihren Verwandten, an der ich teilnahm. Ich konnte viele Betroffene – Waisenkinder und Verletzte – befragen.

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08.07.2013: Gebäude- und Brandschutzabkommen in Bangladesch tritt in Kraft

Am 8.7.2013 wurde bekannt, dass das Abkommen zum Gebäude- und Brandschutz in Bangladesch nun umgesetzt werden kann. Die rechtlich verbindliche Vereinbarung soll zu einer Verbesserung der Sicherheit der Textilfabriken beitragen. An der Umsetzung des Abkommens beteiligen sich über 70 Modeunternehmen und Marken wie H&M, Inditex, C&A. Die folgenden deutschen Unternehmen haben das Abkommen unterzeichnet: Aldi, Ernsting's Family, Esprit, Hess natur,KiK, Lidl, Metro, Otto, Puma REWE und S.Oliver und Tchibo. Auf Gewerkschaftsseite unterzeichneten die internationalen Gewerkschaftsdachverbände UNI Global Union und IndustriALLGlobal Union und der bangladeschische Gewerkschaftsbund das Abkommen.

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20.06.2013: Wann kommen die Familien der Tazreen-Arbeiterinnen endlich zu ihrem Recht?

Demonstrierende GewerkschafterInnen am 18. Juni 2013 in Dhaka, Bangladesch. Foto: NGWFDemonstrierende GewerkschafterInnen
am 18. Juni 2013 in Dhaka, Bangladesch. Foto:© NGWF

Am Dienstag, den 18. Juni 2013, haben in der bengalischen Hauptstadt Dhaka Hunderte eine Menschenkette vor dem Pressehaus gebildet. Sie sind Angehörige von Arbeiterinnen aus der Tazreen-Fabrik, die bei deren Brand gestorben sind oder schwer verletzt wurden. Weil die Polizei eingriff, wurde die Menschenkette als Protestmarsch fortgesetzt.
 
Die Menschen protestierten, weil der Besitzer der Tazreen-Fabrik bis heute nicht verhaftet wurde, obwohl 112 Menschen bei der Katastrophe im Novrmber 2012 starben und über 150 verletzt wurden. Außerdem hat die Regierung zwar Entschädigungen versprochen, bisher jedoch wurde nichts gezahlt.

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Bewegender Film über die Opfer von Rana Plaza

25.05.2013: Pressemitteilung der NGWF: Nicht nur Profit und Ausbeutung

Wal-Mart und andere Unternehmen müssen sichere Arbeitsplätze schaffen

Die nationale Gewerkschaft der BekleidungsarbeiterInnen (NGWF) in Bangladesch ludt Wal-Mart und andere Unternehmen am 24.5.2013 zu einer Pressekonferenz ein, um Verantwortung zu übernehmen. An der Pressekonferenz nahmen u.a. 42 Familienangehörige von getöteten und verletzten ArbeiterInnen von Tazrim und 35 Angehörige von RANA Plaza teil.

Während der Pressekonferenz wurden von der NGWF Forderungen erhoben.

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02.05.2013:Textilfabrik Bangladesch: KiK-Textilien am Unglücksort gefunden. NKD bestätigt Lieferbeziehungen bis Herbst 2012

Kampagne für Saubere Kleidung fordert Entschädigungen und verbindlichen Brand- und Gebäudeschutz: Unternehmen müssen endlich Abkommen unterzeichnen!

Berlin, Bonn, Münster. Am Unglücksort der fünf eingestürzten Textilfabriken in Bangladesch wurden zahlreiche KiK-Textilien in den Trümmern gefunden. „Wir sind schockiert – es zeichnet sich ab, dass KiK innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist.“ so Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung.

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29.04.2013: Suche nach Überlebenden wird eingestellt

Demonstration am 26.4.2013 von TextilarbeiterInnenWie die Medien am 29.04.2013 berichten, wird die Suche nach Überlebenden des Hochhauseinsturzes heute eingestellt und es wird nun nur noch nach Toten gesucht. Es gab fünf Fabriken in dem Gebäude mit insgesamt 3122 Arbeiterinnen (laut Angaben des Unternehmens­verbands); 2500 Personen konnten lebend geborgen werden, die anderen werden vermisst.

Update am 14.05.2013: Inzwischen ist die Zahl der Toten auf über 1100 angestiegen.

25.04.2013: Kampagne für Saubere Kleidung fordert verbriefte Gebäudesicherheit

2013-04-25-Einsturz-Savar-04Erneut tragische Nachrichten aus Bangladesch: Am 24. April stürzte in Savar (Bangladesch) ein Hochhaus mit mehreren Textilfabriken ein. Es ist von weit über 100 Toten die Rede, schätzungsweise 1500 Menschen werden derzeit noch vermisst, mehrere Hundert verletzt.

Angesichts der weiteren Katastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch fordert die Kampagne für Saubere Kleidung zusammen mit Gewerkschaften und Arbeitsrechtsgruppen aus aller Welt, die Käufer der bangladeschischen Textilien auf, endlich das bangladeschische Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit zu unterzeichnen.

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