Nachrichten aus Bangladesch

25.04.2013: Kampagne für Saubere Kleidung fordert verbriefte Gebäudesicherheit

2013-04-25-Einsturz-Savar-04Erneut tragische Nachrichten aus Bangladesch: Am 24. April stürzte in Savar (Bangladesch) ein Hochhaus mit mehreren Textilfabriken ein. Es ist von weit über 100 Toten die Rede, schätzungsweise 1500 Menschen werden derzeit noch vermisst, mehrere Hundert verletzt.

Angesichts der weiteren Katastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch fordert die Kampagne für Saubere Kleidung zusammen mit Gewerkschaften und Arbeitsrechtsgruppen aus aller Welt, die Käufer der bangladeschischen Textilien auf, endlich das bangladeschische Abkommen zu Brandschutz und Gebäudesicherheit zu unterzeichnen.

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08.03.2013: C&A Entschädigungsversprechen und Engagement im Brandschutz unzureichend

Kampagne für Saubere Kleidung fordert weitere Schritte

Nach einem Gespräch mit der Kampagne für Saubere Kleidung sagte C&A den Opfern des Fabrikbrandes der Tazereen Fabrik in Bangladesch Entschädigungszahlungen in Höhe von 1 Millionen US-Dollar zu. Aus Sicht der Kampagne für Saubere Kleidung gehen die Zusagen aber nicht weit genug. Sie fordert deutlich höhere Kompensationszahlungen. Weiterhin verlangt die Kampagne eine Unterzeichnung des mit bangladeschischen Gewerkschaften ausgehandelten Brandschutzabkommens.

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25.02.2013: Tausende fordern von C&A Gerechtigkeit für die Opfer des Fabrikbrandes in Bangladesch

Am Montag, 25.2.2013 übergaben CCC und Bündnispartner Tausende von Unterschriften an C&A

Das Unternehmen C&A soll Verantwortung für die Produktion seiner Textilien übernehmen: Nachdruck verleihen dieser Forderung über 8.000 Unterschriften, die der Firmenleitung in Düsseldorf am Montag (25.2.13) übergeben wurden. Das geschah in einer gemeinsamen Aktion der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Unterschriften wurden sowohl bei Mahnwachen vor C&A-Filialen als auch elektronisch gesammelt.

Pressemitteilung: Ankündigung der Aktion (PDF-Datei)

Pressemitteilung: Bericht der Aktion (PDF-Datei)

28.01.2013: Erneut Brandopfer in Bangladesch

Wieder Tote durch Brand in Textilfabrik in Bangladesch – KiK und C&A sind bisher nicht dem Brandschutzabkommen beigetreten - Entschädigungen für die früheren Opfer in der Tazreen Fabrik noch immer offen.

Demonstrierende Frauen nach dem Brand bei Smart GaramentDemonstrierende Frauen nach dem Brand bei Smart Garament. 27.01.2013Bonn, Berlin, 28.01.2013. Am 26. Januar 2013, zwei Monate nach dem verheerenden Brand in der Tazreen Fabrik mit 112 Toten ist wieder ein Brand ausgebrochen. Diesmal bei Smart Export Garments. Da das Feuer in der Mittagspause ausbrach, befanden sich glücklicherweise die meisten der 300 Arbeiterinnen außerhalb des Gebäudes. Jedoch sieben Arbeiterinnen mussten sterben, vier waren jünger als 17 Jahre. An der Brandstätte wurden Labels von spanischen und französischen Unternehmen gefunden.

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20.12.2012: Gerechtigkeit für die ArbeiterInnen in Bangladesch!

NGWF-Demonstration am 31.12.2012 in Dhaka, Bangladesch gegen Wall Mart  NGWF-Demonstration am 31.12.2012 in Dhaka,  
  Bangladesch gegen Wall Mart
Am 20.12.2012 startete die Kampage für Saubere Kleidung einen Petition an Textilunternehmen. Das Ziel: KiK, C&A und andere sollen nach dem Brand in Tazreen-Fabrik in Bangladesch Entschädigungen zahlen und ein Brandschutzabkommen unterzeichnen!

Helfen Sie mit, dass den Arbeiterinnen und Arbeitern in Bangladesch Gerechtigkeit widerfährt und ein solch tragischer Unfall sich nicht wiederholt! Jede Stimme macht einen Unterschied und entscheidet über die Einführung elementarer Sicherheitsstandards in Bangladeschs Fabriken.

Unterschreiben Sie die Petition hier!

25.11.2012: Wieder ein entsetzlicher Brand in Textilfabrik in Bangladesch mit über 100 Toten

Fabrikbrand in BangladeschSeit 2006 starben über 470 Menschen, vor allem Frauen, aufgrund von Bränden in den Textilfabriken Bangladeschs. Wann endlich unternehmen deutsche Einkäufer etwas für einen wirksamen Brandschutz? Während Tchibo und PVH ein bahnbrechendes Brandschutzabkommen mit Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen unterschrieben haben, weigern sich H&M und Gap beharrlich. Damit aber das Abkommen in Kraft tritt, müssen sich mindestens zwei weitere große Einkäufer dazu bereit erklären. 

Bisher wurden 112 Tote gezählt und 200 Verletzte sind mit Brandwunden in Kliniken eingeliefert worden. Das Feuer war am Samstag Abend, 24.11.2012, im Erdgeschoss der neunstöckigen Fabrik ausgebrochen und verbreitete sich schnell auf die anderen Stockwerke. Einige Frauen sprangen aus Panik aus den Fenstern in den oberen Geschossen.

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20.09.2012: Tchibo weltweit zweites Unternehmen, das sich an bahnbrechendem Brandschutzprogramm beteiligt: Unabhängige Gebäudeinspektionen bei Textilzulieferern aus Bangladesch

Amsterdam, Genf 20.09.2012. Gemeinsam mit bangladeschischen Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen haben die Clean Clothes Campaign (CCC), das International Labor Rights Forum (ILRF), die IndustriALL Global Union, das Worker Rights Consortium (WRC) and das Maquila Solidarity Network (MSN) mit Tchibo eine Vereinbarung getroffen, um ein Gebäude- und Brandschutzprogramm in bangladeschischen Textilfabriken umzusetzen. Das deutsche Unternehmen ist damit der zweite Einzelhändler, der sich auf das bahnbrechende Sicherheitsprogramm verpflichtet, dessen Erstunterzeichner PVH (Eigentümer von Calvin Klein und Tommy Hilfiger) ist. Seit 2006 sind in Bangladesch mehr als 600 ArbeiterInnen aufgrund mangelnder Gebäudesicherheit zu Tode gekommen.

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21.06.2012: Stellungnahme der Internationalen Clean Clothes Kampagne zur Lage in Bangladesch

Die Internationale Clean Clothes Kampagne ist zutiefst besorgt über die gewaltsame Unterdrückung der TextilarbeiterInnen und ihrer GewerkschaftsführerInnen in Ashulia in Bangladesch.

Am 11. Juni gingen Tausende in der Bekleidungsindustrie Beschäftigte auf die Strassen, um Gehaltserhöhungen zu fordern. Anstatt die Löhne zu erhöhen, schlossen die Fabrikbesitzer über 300 Werke, womit den ArbeiterInnen die Aussicht auf jegliches Einkommen verwehrt wurde. Bei den darauffolgenden schweren Zusammenstössen mit der Polizei wurden 25 Personen verhaftet, sowie zahlreiche weitere verwundet. GewerkschaftsführerInnen befürchten, dass es zu Übergriffen durch den bangladeschischen Geheimdienst kommen wird. Obwohl die Fabriken wieder geöffnet sind, bleibt die Forderung nach höheren Löhnen ein dringendes Anliegen, ebenso wie das Niveau der Repression inakzeptabel ist.

Internationale Unternehmen sollten nach Jahren von Protesten für fairere Löhne erkannt haben, dass das niedrige Einkommen die Hauptursache für die anhaltenden Unruhen sind. Der gesetzliche Mindestlohn blieb seit der letzten Erhöhung 2010 unverändert, während die Lebenshaltungskosten hochschnellten und ArbeiterInnen in niedrigere Positionen abgedrängt wurden, um Lohnerhöhungen zu vermeiden.

Erneut antwortet die Regierung von Bangladesch mit verstärkter Repression und Ermittlungen gegen Gewerkschaften und Arbeitsrechtorganisationen, anstatt Lohnverhandlungen anzusetzen, welche die Lebenshaltungskosten sichern sollten. Während alle Fabriken wieder geöffnet wurden, weigern sich die Fabrikbesitzer noch immer, in Verhandlungen über Mindestlöhne einzutreten.

Während der grossen Lohnproteste von 2006, 2008 und 2010 wurden Hunderte von ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen verhaftet, darunter Aminul Islam, ein bangladeschischer Arbeitsrechtaktivist sowie ehemaliger Textilarbeiter, der im April dieses Jahres gefoltert und ermordet wurde. Dutzende von GewerkschaftsführerInnen sind noch immer mit Anklagen wegen Anstiftungen zu Unruhen konfrontiert; Anklagen, welche von internationalen Arbeits- und Menschenrechtsorganisationen als unhaltbar gesehen werden. Arbeitsrechtorganisationen befürchten, sofern nicht schnell gehandelt wird, dass die Repression gegenüber den ArbeiterInnen auf ein ähnliches Mass wie 2010 ansteigen wird.

Die Clean Clothes Kampagne ruft alle in Bangladesch einkaufenden Unternehmen dazu auf:

  • allen ArbeiterInnen, die in Zulieferbetrieben Produkte des Unternehmens herstellen, existenzsichernde Löhne zu zahlen und diese richtig einzustufen
  • die Behörden dazu aufzufordern, nationale Löhne auf das Niveau eines existenzsichernden Lohnes anzuheben
  • die Behörden dazu aufzufordern, ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen nicht weiter zu schikanieren, bedrohen oder gar zu verhaften
  • die Löhne der ArbeiterInnen auch für die Dauer einer Fabrikschliessung zu sichern
  • alle Scheinanzeigen (sowohl gegen Einzelpersonen als auch Massenanzeigen) gegen ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen zurückzuziehen
  • sicherzustellt, dass verhaftete ArbeiterInnen freigelassen werden und ArbeitsrechtaktivistInnen gestattet wird, frei zu handeln.

 

 

Link zur englischsprachigen Meldung

19.06.2012: Erste Erfolge für langjährige Kampagne der NGWF: staatliche Reissubventionen angekündigt

Die 3,6 Mio. ArbeiterInnen in den Bekleidungsfabriken erwirtschaften knapp 80 Prozent der Deviseneinnahmen Bangladeschs. Dennoch sind ihre Lebensumstände katastrophal. Der Haushaltsentwurf der bangadeschischen Regierung 2012/13, der am 30.06.2012 verabschiedet werden soll, sieht keinerlei Ausgaben für die Unterstützung dieser Beschäftigten vor.

Aus diesem Grund hat die Textielarbeitergewerkschaft NGWF im Mai und Juni 2012 eine Reihe von Aktionen z.B. die Übergabe der einzelnen Forderungen an die jeweils zuständigen Ministerien, Pressekonferenzen, Menschenketten und Protestmärsche organisiert, in denen andere Gewerkschaften sie unterstützten.

Ihre Forderungen an den Staatshaushalt waren

  1. Grundnahrungsmittel für die FabrikarbeiterInnen subventionieren,
  2. günstige Wohnungen in der Umgebung bekleidungsindustrieller Zonen bauen,
  3. Geburtskliniken einrichten,
  4. Kinderbetreuungszentren aufbauen,
  5. ÖPNV-Netz aufbauen.

Die wichtigste Forderung der Gewerkschaft ist die Subventionierung von Grundnahrungsmitteln für die Beschäftigten der Bekleidungsfabriken, denn die Preise sind in letzter Zeit weiter massiv gestiegen, ohne dass die Löhne entsprechend angehoben wurden.

In den vergangenen Wochen waren die Unruhen gewachsten und nun hat die Regierung doch noch reagiert: Am 18. Juni 2012 kündigte die Premierministerin Sheikh Hasina an, eine „Fair-Preis-Karte“ für Bekleidungsbeschäftigte schaffen zu wollen. Diese Karte soll den Beschäftigten ermöglichen monatlich bis zu 20 Kilo Reis zum Preis von 24 Taka (=0,23 EUR) pro Kilo bei speziellen Händlern zu kaufen.

Der Ernährungsminister Abdur Razzaque sagte, dass die 'Fair-Preis-Karten' zuerst an die Beschäftigten der Textilindustire in Ashulia ausgegeben werden. Später sollen andere Regionen hinzukommen.

Da es schön früher ähnliche Ankündigungen gegeben hat, wird die NGWF weiter für die Einführung kämpfen.

NGWF President Amirul Haque Amin: “NGWF will continue campaigning, lobbying and putting pressure to meet garment workers' demands.

 

Quellen:

TIE-Germany: Ex-chains Nachrichten aus Bangladesch Nr. 4 und 5/Juni 2012

The Bangladesh Chronicle: 18.06.2012

War on Want, London

01.05.2012: Demonstrationen der TextilarbeiterInnen in Dhaka zum Maifeiertag

Mit dem Ruf "Lohn zum Leben und sichere Arbeitsplätze" zogen mehr als 5000 Textilarbeiter am 1. Mai durch die Innenstadt von Dhaka, organisiert von der NGWF (der nationalen Vereinigung der Textilarbeiter), schwenkten Fahnen und Spruchbänder.

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