18.03.2017: Zum Equal Pay Day fordert FEMNET fairere Löhne weltweit

Die Näherin Basamma mit ihrem Sohn in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung in Bangalore: „Wir wollen besser bezahlt werden.“ © FEMNETBonn. Der internationale Aktionstag Equal Pay Day weist jedes Jahr darauf hin, dass Frauen und Männer immer noch ungleich bezahlt werden und fordert eine gleiche Bezahlung. 21 Prozent verdienen Frauen hierzulande weniger als Männer. Die Frauenrechtsorganisation FEMNET möchte diesen Tag auch nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Situation in anderen Ländern sogar noch schlimmer aussieht.

In einem Herstellungsland der Bekleidungsindustrie wie Indien zum Beispiel. Dort beträgt die Mindestbezahlung für ungelernte Arbeiter in Delhi rund 10 000 Rupien pro Monat (umgerechnet rund 143 Euro). Aber Näher_innen, die als Heimarbeiter_innen für die Textilindustrie beschäftigt sind, verdienen rund 2000 Rupien pro Monat, umgerechnet knapp 30 Euro – also nur ein Fünftel davon.

Auch die Situation von Näher_innen in den Textilfabriken im südindischen Bangalore ist nicht viel besser. Dort arbeiten die Frauen meist ohne Verträge oder soziale Absicherungen unter schlechten Arbeitsbedingungen mit Überstunden und für schlechte Löhne um die 100 Euro monatlich. Oft sehen sie sich an ihrem Arbeitsplatz mit Beschimpfungen oder Diskriminierungen konfrontiert. Jede siebte Frau ist Opfer von sexueller Belästigung bis hin zur Vergewaltigung. Doch aus Angst davor, ihren Job zu verlieren, wehren sich die meisten nicht dagegen. Und Gewerkschaften sind oft verboten. Von solchen Schwierigkeiten berichtet auch Basamma, 33, die seit acht Jahren als Näherin in einer Textilfabrik in Bangalore arbeitet (s. Foto). Ihr Wunsch für die Zukunft lautet: „Wir wollen besser bezahlt werden.“

FEMNET setzt sich für existenzsichernde Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in der Bekleidungsindustrie ein – über Kampagnen im Rahmen der Clean Clothes Campaign oder Mitarbeit im Textilbündnis, über Bildungsarbeit an Hochschulen und Schulen sowie die Unterstützung von Organisationen und Gewerkschaften in den Produktionsländern.

 

FEMNET-Presseerklärung vom 18.03.2017


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