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FEMNET begrüßt das neue verbindliche Abkommen über die Sicherheit der Arbeiter*innen

Am 25. August 2021 gaben Bekleidungsunternehmen und Gewerkschaften ihre Einigung über ein neues internationales Abkommen für Gesundheit und Sicherheit in der Textil- und Bekleidungsindustrie bekannt. Hiermit wird das frühere Abkommen (Accord) für den Schutz der Näherinnen erweitert und ausgebaut.

Wir begrüßen das neue internationale Sicherheitsabkommen (International Accord for Health and Safety in the Textile and Garment Industry), das die wesentlichen Elemente des bahnbrechenden Modells des früheren Bangladesch-Abkommens (Accord) beibehält:

  • die rechtlich verbindliche Durchsetzbarkeit der Verpflichtungen der Marken,
  • die unabhängige Überwachung der Einhaltung dieser Verpflichtungen,
  • die Verpflichtung, den Zulieferern Preise zu zahlen, die ausreichen, um sichere Arbeitsplätze zu unterstützen,
  • und die Verpflichtung, keine Geschäfte mehr mit Fabriken zu machen, die sich weigern, Sicherheit am Arbeitsplatz zu garantieren.

Ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen in diesem Sommer wird sicherstellen, dass die weitreichenden Sicherheitsverbesserungen, die die Vereinbarung in Bangladesch gebracht hat, beibehalten und erweitert werden.

Dieses Modell, das in Bangladesch unzählige Menschenleben gerettet hat, soll nun auch auf andere Länder ausgedehnt werden, in denen das Leben von Arbeitnehmer*innen weiterhin täglich gefährdet ist. Acht Jahre nach der Einführung des ursprünglichen Abkommens unternimmt das neue internationale Abkommen den wichtigen und überfälligen Schritt, seinen Geltungsbereich über Bangladesch hinaus auszuweiten.

Im Rahmen des neuen Abkommens wird die Fortsetzung der in den letzten acht Jahren in Bangladesch erzielten Fortschritte im Bereich des Brandschutzes und der Gebäudesicherheit sowie die Ausweitung des Programms über Bangladesch hinaus durch die Arbeit des Accord-Sekretariats hoffentlich gewährleistet. Damit bleibt eine unabhängige Aufsicht bestehen, die befugt ist, die Einhaltung der Vorschriften durch die Marken zu überprüfen und durchzusetzen. Wichtig ist, dass nur Marken, die bereit sind, die neue Vereinbarung zu unterzeichnen, Inspektionen und andere Dienstleistungen der bangladeschischen Behörde RSC (RMG Sustainability Council)  in Anspruch nehmen können. Damit bestehen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marken, die mit dem RSC die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen in Bangladesch fortsetzen wollen.

Gisela Burckhardt, FEMNET Vorsitzende und Mitglied der deutschen Kampagne für Saubere Kleidung ruft alle Marken auf, das internationale Abkommen für Gesundheit und Sicherheit in der Textil- und Bekleidungsindustrie zu unterzeichnen. Es ist besonders wichtig, dass die Marken und Einzelhändler, die dem ursprünglichen Accord nicht beigetreten waren, diese neue Vereinbarung unterzeichnen. Diese Marken haben wissentlich das Leben der Beschäftigten in ihren Vertragsfabriken riskieret; ihre Rücksichtslosigkeit muss jetzt ein Ende haben. Sie betont: „Es besteht zudem nun die Chance, das Abkommen auch auf andere Länder und weitere Menschenrechtsaspekte auszuweiten.“

Weitere Informationen:

 

Kontakt:

Dr. Gisela Burckhardt | Vorstandsvorsitzende FEMNET, | Kampagne für Saubere Kleidung
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | Mobil: +49 1520 177 40 80

Artemisa Ljarja | Koordinatorin Eilaktionen | Kampagne für Saubere Kleidung,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. | Telefon: +49 178 823 30 79

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