Moderne Sklaverei in indischen Spinnereien (Sumangali)

Ehemalige Sumangali Betroffene beim Essen. Foto© Gisela Burckhardt, FEMNET Ehemalige Sumangali Betroffene beim Essen.
Foto: © Gisela Burckhardt, FEMNET 
Junge Frauen im Alter von 14-18 Jahren werden in hochmodernen Spinnereien wie Sklavinnen gehalten. Mädchen und junge Frauen – häufig aus der Kaste der Dalits, den ‚Unberührbaren' – werden für drei Jahre und mehr an Textilfabriken im Süden Indiens verpflichtet. Sie erhalten nicht einmal den Mindestlohn. Am Ende der Arbeitszeit, die nur selten durch Verträge geregelt ist, gibt es eine Prämie – oft nur wenige hundert Euro. Bis vor kurzem wurde diese Form der Sklaverei als Sumangali (Glückliche Braut) bezeichnet, denn die Prämie sollte als Brautpreis dienen. Inzwischen werben die Spinnereien nicht mehr mit dem Begriff, die Arbeitsbedingungen haben sich jedoch nicht verändert. Hält ein junges Mädchen die Vertragszeit mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen nicht durch, hat sie nicht immer einen Anspruch auf Auszahlung der Prämie.

FEMNET e.V. klärt über dieses Ausbeutungssystem in Deutschland auf.

Projektaktivitäten in 2016:

Die Arbeitsbedingungen in indischen Spinnereien werden bislang in der deutschen Öffentlichkeit wenig thematisiert. Eine neue Studie von FEMNET und CIVIDEP, die Ende Februar 2016 auf Deutsch veröffentlicht wird, konzentriert sich auf die Beleuchtung dieser Produktionsstufe und bildet den Auftakt zu einer bundesweiten Informationskampagne.

Für die Studie hat CIVIDEP Spinnereien, ein zentrales Glied in der textilen Wertschöpfungskette, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu untersucht. Dabei spielten insbesondere die Bedeutung Tamil Nadus als Bundesstaat mit den meisten Spinnereien in Indien sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen der jungen Frauen im Alter von 14-18 Jahren eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres zum einen den Entscheidungsträger_innen aus Politik und Wirtschaft, Gewerkschaften und NGOs sowie Vertreter_innen der Bekleidungsbranche und zum anderen der breiten Öffentlichkeit, den Konsumentinnen und Konsumenten, in Deutschland präsentiert.

Aktuelle Publikationen

Vierseitige Beilage in der tageszeitung (taz) zu Sumangali - Moderne Sklaverei (PDF-Datei, 12/2016)

"Die moderne Form der Sklaverei in indischen Spinnereien" (PDF-Datei, 4/2016)

"Challenges and Prospects for Decent Employment in Tamil Nadu's Spinning Mills" (PDF-Datei, 12/2015)

Fact Sheet zur neuen Studie "Die moderne Form der Sklaverei in indischen Spinnereien" (PDF-Datei, 3/2016)

 

Hintergrundinformationen

"Position paper on transparency" der CCC-Kampagne (PDF-Datei, 4/2016)

Statement der Fair Wear Foundation zu Sumangali, (ext. Link, 3/2015)

Löchrige Kleider: Der Missbrauch von Mädchen und jungen Frauen in der Textilindustrie Südindiens (Studie, 1/2015)

Flawed fabrics. The abuse of girls and women workers in the South Indian textile industry (ext. Link, 10/2014)

Bericht von Gisela Burckhardt über das Sumangali-System in Indien, Tamil Nadu (8/2013)

Bonded (child) labour in the Indian garment industry (ext. Link, 6/2012)

Captured by Cotton. Exploited Dalit girls produce garments in India for European and US markets (ext. Link, 5/2011)

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Möchten Sie über die Studie, die Rundreise im Mai 2016, das Sumangali-System oder die Arbeit von FEMNET berichten oder Interviews mit FEMNET oder den Expertinnen aus Indien (nur im Zeitraum der Rundreise) führen? Richten Sie Ihre Anfragen an:

Kristina Klecko
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: +49 228 90 91 73 08

 

Presse

Die „unglücklingen Bräute“ von Tamil Nadu
(Esther Felden, Deutsche Welle, 25. mai 2016)

 Zäher Kampf gegen moderne Sklaverei
(Caspar Dohmen, Süddeutsche Zeitung, 12. Mai 2016)

„Mädchen werden wie Sklavinnen gehalten“
(General Anzeiger Bonn, 11. Mai 2016)
 
„Knechtschaft statt Reichtum“
(Der Tagesspiegel, 6. Jan. 2014)

"Knochenarbeit – zehn, oft zwölf Stunden am Tag" -
Anita Cheria, indische Menschen- und Frauenrechtsaktivistin, und Dr. Gisela Burckhardt im Interview

(Die ZEIT,10. Dez. 2013)

 

 

Archiv:

17.12.2013: Ausbeutung und Schuldknechtschaft in indischen Spinnereien und Nähfabriken - zwei indische Expertinnen bereisten mit FEMNET Deutschland

Rundreise: Ausbeutung in indischen Spinnereien und Nähfabriken – zwei Insiderinnen berichten (18.11.-03.12.2013)

 

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